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Natur leidet unter der Hitze

Wegen der anhaltenden Trockenheit und den geringen Niederschlägen gilt im Kanton St.Gallen ein absolutes Feuer- und Feuerwerksverbot. Die Wälder sind so trocken, dass das Waldbrandrisiko auf die höchste Stufe erhöht wurde. Kleine Gewässer sind teilweise seit Wochen ausgetrocknet. Besonders für Fische ist die Trockenheit bedrohlich.


Vier Fachpersonen aus dem Kantonsforstamt, dem Amt für Natur, Jagd und Fischerei sowie dem Amt für Wasser und Energie gaben heute Auskunft zur aktuellen Wettersituation und den Auswirkungen auf die Umwelt mit Wald, Gewässer und Tieren.

 

Waldbrandgefahr hat die höchste Stufe erreicht

 

Die Trockenheit und die steigenden Temperaturen lassen die Waldbrandgefahr steigen. Das trockene Wetter zeigt sich im Wald beispielsweise an verfrühten Laubverfärbungen oder Laubabwurf. Um die Waldbrandgefahr während der Trockenheit nachvollziehbar und verlässlich zu messen, arbeitet das Kantonsforstamt mit dem Programm Incendi. Dieses hält Meteodaten wie Temperatur, Windgeschwindigkeit oder die Niederschlagssumme fest. So lassen sich Waldbrand-Indizes berechnen, anhand derer die Gefahrenstufen im Kanton bestimmt werden können. Im Frühling 2018 gab es bereits vier Waldbrände, von diesem Sommer sind noch keine Waldbrände bekannt. Gefährdet sind insbesondere flachgründige, südexponierte Lagen, wie sie zum Beispiel im Sarganserland oder im Rheintal häufig vorkommen.

 

Temperaturentwicklung bei der Waldpflege berücksichtigen

 

Die Entwicklung der Temperatur in den letzten Jahren bestätigt, dass wir uns in einer Klimaerwärmungsphase befinden. In der Schweiz ist die durchschnittliche Temperatur seit Beginn der Industrialisierung um etwa 1,7 Grad Celsius gestiegen. Der Schweizer Wald kriegt diese Entwicklungen zu spüren. Försterinnen und Förster sowie Waldeigentümerinnen und Waldeigentümer können ihre Pflege auf die künftigen Klimabedingungen ausrichten. Waldbauliche Massnahmen lassen zu, dass der Wald widerstands- und anpassungsfähiger wird und sich nach Störungen besser erholen kann. Eine grosse Vielfalt an Baumarten und Baum-Ökotypen, die Wärme und Trockenheit relativ gut vertragen, vermag die Auswirkungen der Klimaerwärmung auf den Wald zu reduzieren. Die Erhöhung der Arten- und Strukturvielfalt hat zudem positive Folgen auf alle Lebewesen im Wald.

 

Wasserknappheit verlangt sparsamen Umgang

 

Bereits seit vier Monaten sind die Niederschläge im Kanton St.Gallen viel zu gering. Die Wasserpegel der Oberflächengewässer sinken ständig und das Wasserangebot verringert sich. Auch die Grundwasserstände sind momentan sehr tief und werden ohne namhafte Niederschläge noch weiter fallen. Die Wasserknappheit ist besonders für landwirtschaftliche Betrieb problematisch, da die Entnahme aus kleinen Gewässern auch mit Bewilligung zurzeit untersagt ist. Die Wetteraussichten sehen nicht vor, dass sich die Situation entspannt und die Bevölkerung ist aufgerufen, sparsam mit dem Wasser umzugehen.

 

Betreiberinnen und Betreiber von Wasserkraftwerken sind ebenfalls von der Lage betroffen. Zwar ist Wasserkraft ein langfristiges Geschäft und kann saisonale Schwankungen verkraften. Allerdings wurden wegen der tiefen Abflüsse diverse Turbinen bei Laufkraftwerken abgestellt und alles Wasser in den Bächen gelassen.

 

Zahlreiche Fische wurden bereits umgesiedelt

 

Die sehr tiefen Wasserbestände haben schwerwiegende Folgen auf Fische, Krebse, Muscheln und andere wassergebundene Tiere. Kleine Fliessgewässer und Weiher sind teilweise seit Wochen ausgetrocknet oder weisen sehr tiefe Wasserstände auf. An zahlreichen Stellen mussten Fische abgefischt und in andere Gewässer umgesiedelt werden. Zudem bereiten die hohen Wassertemperaturen den Fischen Probleme, da ihre Atmung und Nahrungsaufnahme eingeschränkt ist und sie für Krankheiten anfälliger sind. Freizeitaktivitäten von Badegästen oder Bootsfahrer können die Fische zusätzlich stressen.

 

Das absolute Feuer- und Feuerwerksverbot bleibt bis auf Widerruf durch Regierungsrat Fredy Fässler, Vorsteher des Sicherheits- und Justizdepartementes, bestehen.

 

Der Kanton stellt alle aktuellen Informationen zur Trockenheit zur Verfügung unter:

https://kanton.sg/trockenheit


Allgemein - Natur leidet unter der Hitze (07.08.2018 11:10)


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