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Weiterbildungstag der Wald-Wild-Lebensraum-Kommission

Weiterbildungstag der Wald-Wild-Lebensraum-Kommission

Am 5. Juli 2018 fand zum siebten Mal der Weiterbildungstag der Wald-Wild-Lebensraum-Kommission statt. In Tannenberg, Waldkirch, wurde gezeigt, wie Forstdienst, Waldeigentümer sowie Jägerinnen und Jäger für die Wiederherstel-lung des Waldes nach einem Sturmereignis zusammenarbeiten, wie der Wald un-ter dem Einfluss des Klimawandels zu bewirtschaften und wie mit zunehmenden Wildschweinbeständen umzugehen ist.


Am Stephanstag 1999 warf der Sturm Lothar grossflächig den Baumbestand zu Boden. Weil eine Naturverjüngung auf diesen zerstörten Waldflächen fehlte, entschieden sich der Forstdienst, Waldbesitzer und Waldbesitzerinnen damals für eine Wiederaufforstung. Vom Forstdienst wurde ein Wiederbewaldungsprojekt erstellt, um die Fichtenreichen Ausgangsbestände in artenreiche Mischbestände mit standortgerechten Baumarten umzuwandeln. Weil Samenbäume fehlten, war eine künstliche Verjüngung unumgänglich. Die Waldpflege musste intensiviert werden, um die Stabilitäts- und Qualitätsförderung sowie die Mischungsregulierung sicherzustellen. Wegen des Wilddrucks auf die Pflanzungen wurden intensive Besprechungen mit den lokalen Jagdgesellschaften geführt. Eine bessere Zusammenarbeit und die Einführung von verschiedenen jagdlichen Massnahmen wie Schwerpunktbejagung, intensivere Sommerjagd, Verbesserung der Infrastruktur und Unterstützung der jagdlichen Eingriffe durch den Forst waren die Folge. Auf den ehemaligen Sturmflächen präsentiert sich heute der Wald als Mischbestand in grösseren Gruppen. Ökologische Elemente wie Totholz, Verbissgehölze und Pionierbaumarten gliedern den Bestand.

 

Klimawandel stellt Herausforderung dar 

 

Der Temperaturanstieg und die Zunahme von Trockenperioden wirken sich auf unsere Wälder aus. Gemäss Prognosen und Modellierungen werden sich die Vegetationsstufen nach oben verschieben und gewisse Baumarten werden Terrain in ihrer Verbreitung verlieren. Zu den Verlierern der Baumarten zählt auch die Fichte, die in Tannenberg die Hauptbaumart darstellt. Förster, Waldeigentümer und Waldeigentümerinnen wollen schon jetzt ihre Pflegeeingriffe im Wald auf die künftigen Klimabedingungen ausrichten, um die wirtschaftlichen und ökologischen Risiken so weit wie möglich zu minimieren. Eine grosse Baumartenvielfalt und stufige Waldbestände sind das Ziel. Der Waldeigentümer sieht sich aber mit waldbaulichen und vor allem mit finanziellen Problemen konfrontiert, die den Prozess verlangsamen. Eine gute und enge Zusammenarbeit mit der Jagd bleibt eine Voraussetzung, um die Ziele zu erreichen. 

 

Wildschweinbestände regulieren 

 

Die effektive und nachhaltige Regulation von Wildschweinbeständen ist eine der grössten Herausforderungen der heutigen Jagd. Die Regulation ist notwendig, damit die Schäden in der Landwirtschaft tragbar bleiben und die Populationsgrösse dem Lebensraum angepasst wird. Für eine effiziente und wirkungsvolle Jagd braucht es in der Jagdplanung klare Ziele und Vorschriften. Um Wildschweinbestände zu regulieren, müssen genügend Tiere erlegt werden. Es gilt nicht generell «Zahl vor Wahl», sondern die Zusammensetzung der erlegten Tiere – die Anzahl weiblicher und männlicher Wildschweine – ist wichtig. Eine Zusammenarbeit zwischen Jägerinnen und Jägern und Landwirten, die auf Offenheit, gegenseitiger Wertschätzung und Vertrauen basiert, bildet die Voraussetzung für eine erfolgreiche Schadensverhütung.

 


Allgemein - Weiterbildungstag der Wald-Wild-Lebensraum-Kommission (06.07.2018 08:29)


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