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Wer in den Kanton St.Gallen zieht und wer ihn verlässt

Die Wanderung der Bevölkerung beschäftigen Politik und Öffentlichkeit aus vielerlei Gründen. Vor diesem Hintergrund hat die Fachstelle für Statistik des Kantons St.Gallen das Wanderungsverhalten im Kontext des Kantons St.Gallen einer vertieften Analyse unterzogen. Die Studie liegt nun in der Berichtsreihe "Statistik aktuell" (Nr. 64) vor.


 

Der Titel der Studie der Fachstelle für Statistik lautet „Heute hier, morgen dort? Wer in den Kanton St.Gallen zieht und wer ihn verlässt“. Sie gibt unter anderem Antworten auf die folgenden Fragen: Hat die Wohnortmobilität so stark zugenommen, dass das Fragezeichen im Hefttitel hinter «Heute hier, morgen dort» weggelassen werden könnte? Welche gesellschaftlichen Gruppen sind besonders mobil und in welchen Gemeinden ist die Mobilität am stärksten ausgeprägt, wo am wenigsten? Wird der Wohnraum knapp? Spülen die Zuziehenden mehr oder weniger Steuereinnahmen in die Kantonskasse als es die Wegziehenden taten?

 

Durchgehend Wanderungsgewinne in den letzten Jahrzehnten

 

 

Die Studie der Fachstelle für Statistik zeigt auf, dass in den letzten 36 Jahren fast ausnahmslos mehr Menschen in den Kanton St.Gallen zogen als aus diesem weg. Aufsummiert ergibt sich ein Wanderungsgewinn von rund 60‘000 Personen. Zu diesem Ergebnis trugen hauptsächlich die Zuzüge aus dem Ausland bei. Interkantonal verzeichnet der Kanton St.Gallen seit mehreren Jahren Wanderungsverluste, insbesondere Richtung Zürich und Thurgau. Überraschend ist, dass die Wanderungsintensität, das heisst die Anzahl Zu- und Wegzüge in bzw. aus dem Kanton im Verhältnis zur ansässigen Bevölkerung, in den 80er Jahren höher war als heute.

 

19- bis 29-Jährige als mobilste Altersgruppe

 

 

Die 19- bis 29-Jährigen sind insgesamt die mobilste Altersgruppe. Ihre Lust zu wandern ist doppelt so hoch wie die der Gesamtbevölkerung. Am wenigsten mobil sind Personen im Rentenalter. Sie wandern rund viermal weniger als die Gesamtbevölkerung. Ebenfalls überdurchschnittlich mobil sind ledige und geschiedene Personen. Personen mit einer Ausbildung auf Sekundarstufe II oder Tertiärstufe ziehen insgesamt häufiger um. Interkantonal verlassen etwas mehr Hochqualifizierte den Kanton St.Gallen, als in diesen zuziehen.

 

Genügend Wohnraum für Zuzüger vorhanden

 

 

Die durchgeführten Analysen zeigen, dass die jährlichen Wanderungsgewinne in den vergangenen Jahren vom Wohnungsmarkt gut absorbiert werden konnten. Das verfügbare Wohnungsangebot liegt deutlich über dem zuwanderungsbedingten zusätzlichen Wohnungsbedarf. Das bestehende Überangebot an Wohnraum lässt den Zuziehenden/Umziehenden einen gewissen Spielraum hinsichtlich den Anforderungen an das neue Zuhause. Bei Familien mit Kindern führt ein Umzug mehrheitlich dazu, dass pro Kopf mehr Wohnraum zur Verfügung steht. Umgekehrt sinkt nach einem Umzug im Rentenalter die zur Verfügung stehende Wohnfläche einer Person. Trotz der Wohnraumreduktion steht Personen im Rentenalter nach einem Umzug im Mittel mehr Wohnfläche zur Verfügung als Familien.

 

Aus dem Ausland Zuziehenden steht insgesamt weniger Wohnfläche zur Verfügung als Personen, die bereits im Kanton St.Gallen wohnhaft sind. Zudem bewohnen sie weniger oft Einfamilienhäuser oder Neubauwohnungen.

 

Die wanderungsbedingten Steuergewinne sind marginal positiv

 

 

Erstmals konnte die wanderungsbedingte Veränderung des Steuersubstrats berechnet werden. Im Zeitraum 2011 bis 2014 vergrösserte sich das Steuersubstrat wanderungsbedingt um durchschnittlich 2,4 Millionen Franken pro Jahr. Die Auswirkungen auf das kantonale Steuersubstrat bei den Einkommens- und Vermögenssteuern, das sich im Bereich von 900 Millionen Franken bewegt, sind somit marginal. Ob dies in Zukunft so bleibt, kann mit den erarbeiteten Analysemethoden nun kontinuierlich beobachtet werden.

 

Zum Download des Berichts: https://www.statistik.sg.ch/home/publikationen/statakt.html


Allgemein - Wer in den Kanton St.Gallen zieht und wer ihn verlässt (27.04.2018 08:13)


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