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Sonderwaldreservate helfen dem Auerhuhn

Die Bestände des stark gefährdeten Auerhuhns im Kanton St.Gallen sind stabil.

Die Bestände des stark gefährdeten Auerhuhns im Kanton St.Gallen sind stabil.

Der Bestand des stark gefährdeten Auerhuhns ist im Kanton St.Gallen stabil. Dies ergab eine aktuelle Bestandesaufnahme mit modernster Methode.


Die Massnahmen zum Schutz des Auerhuhns im Kanton St.Gallen scheinen zumindest regional zu greifen. Der Bestand ist im Vergleich zu früheren Aufnahmen nicht weiter rückgängig sondern stabil. In einem Sonderwaldreservat im Toggenburg ist er sogar gestiegen. Dies sei ein klarer Hinweis darauf, dass Massnahmen zur Bestandesförderung, wie forstliche Lebensraumaufwertungen und Wildruhezonen, Wirkung zeigten, sagt Dominik Thiel, Leiter des Amtes für Natur, Jagd und Fischerei. Kantonsoberförster August Ammann unterstreicht, dass die Waldbiodiversität einer der Schwerpunkte des Kantonsforstamtes sei und dass das Auerhuhn eine Wildart ist, für die der Kanton St.Gallen eine besondere Verantwortung trage.

 

Massnahmen in Sonderwaldreservaten

 

«Forstbetriebe haben Holzschläge durchgeführt, um mehr Licht auf den Waldboden zu bringen und mehr Strukturen zu schaffen», erklärt Ammann. Von lichten Wäldern profitieren nicht nur das Auerhuhn und die Heidelbeere, sondern auch weitere bedrohte Bergwaldvogelarten wie Haselhuhn, Dreizehenspecht und Waldschnepfe. Nebst Nahrung und Deckung brauchen diese sensiblen Arten Ruhe, vor allem zur Brutzeit und im Winter. Deshalb sind einige der Sonderwaldreservate als Wildruhezonen ausgeschieden, damit die Tiere dort den Lebensraum auch wirklich nutzen können.

 

Gezählt wird jeder Vogel

 

Während drei Wintern 2015 bis 2017 sammelten Wildhüter, Förster und Ornithologen in allen bekannten Auerhuhngebieten im Kanton St.Gallen systematisch Kotproben von Auerhühnern. Die Proben wurden genetisch analysiert. Mit dieser Analyse ist es möglich, die Vogelart zu bestimmen und jede Probe einem einzelnen Individuum zuzuordnen. Es ist das zweite Mal, dass alle Auerhuhngebiete gleichzeitig und mit der gleichen Methode im Kanton bearbeitet wurden. Entsprechend verlässlich sind die Resultate. Der Bestand wird auf 70 bis 90 Tiere geschätzt.

 

Die nördlichsten Vorkommen der Schweiz

 

Das Auerhuhn lebt fast ausschliesslich in Nadel- und Nadelmischwäldern in den Alpen und Voralpen sowie im Jura. In St.Gallen liegt sein Verbreitungsschwerpunkt im Toggenburg, es lebt aber auch noch in kleinerer Zahl im Sarganserland und westlich der Kette Regelstein-Tanzboden-Speer. Der St.Galler Auerhuhnbestand ist der nördlichste in der Schweiz und dient auch als wichtiges Bindeglied zwischen den Zentralschweizer und Bündner Populationen.


Allgemein - Sonderwaldreservate helfen dem Auerhuhn (23.03.2018 09:45)


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