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Palliative Care stärken

Die Regierung unterbreitet dem Kantonsrat Botschaft und Entwurf für einen Nachtrag zum Gesundheitsgesetz, mit welchem die Palliative Care im Gesundheitsgesetz verankert werden soll.


Im Zusammenhang mit der Kenntnisnahme des Berichts «Konzept Palliative Care im Kanton St.Gallen» beauftragte der Kantonsrat die Regierung, im Gesundheitsgesetz eine gesetzliche Grundlage für die Palliative Care im Kanton St.Gallen zu schaffen. Mit der Vorlage wird diesem Auftrag nachgekommen.

 

Was versteht man unter Palliative Care? 

 

Die Palliative Care umfasst die Behandlung und Betreuung von Menschen mit unheilbaren, lebensbedrohlichen und/oder chronisch fortschreitenden Krankheiten. Die Palliative Care beugt Leiden und Komplikationen vor und beinhaltet medizinische Behandlungen, pflegerische Interventionen sowie psychologische, soziale und spirituelle Unterstützung am Lebensende. Darüber hinaus soll den nächsten Bezugspersonen eine würdevolle Sterbebegleitung ermöglicht werden.

 

Palliative Care als Säule der öffentlichen Gesundheitspflege

 

Aktuell ist die Palliative Care im Gesundheitsgesetz nicht verankert. Entsprechend ihrer Bedeutung soll die Palliative Care neu gleich wie die Prävention, Kuration und die Rehabilitation sozusagen als vierte Säule der öffentlichen Gesundheitspflege gesetzlich verankert werden. In den vorgeschlagenen Gesetzesbestimmungen wird festgehalten, dass der Staat Massnahmen im Bereich der Palliative Care fördert. Dazu gehören medizinische, pflegerische und begleitende Massnahmen. Der Staat kann mit öffentlichen oder privaten Organisationen zusammenarbeiten oder diese finanziell unterstützen. In der Vernehmlassung wurde die Schaffung einer gesetzlichen Grundlage für die Palliative Care fast durchgehend als richtig, wichtig und notwendig bezeichnet. 

 

Finanzielle Auswirkungen 

 

Mit der Aufnahme von Bestimmungen über die Palliative Care im Gesundheitsgesetz entstehen keine zusätzlichen Ausgaben. Wie im Gesetzesentwurf festgehalten, können Massnahmen von Kanton oder Gemeinden gefördert und Organisationen mit Beiträgen unterstützt werden. Bereits heute bestehen Leistungsvereinbarungen zwischen Kanton und Organisationen, welche die durch die Organisationen zu erbringenden Leistungen regeln. Mit den Bestimmungen zur Palliative Care wird diese Möglichkeit nun explizit gesetzlich festgehalten.

 

Bestehende Angebote

 

Im Kanton St.Gallen wurde die Bedeutung der Palliative Care schon früh erkannt und der Kanton zeichnet sich durch ein umfassendes Versorgungsangebot für die Bevölkerung aus: Insbesondere zu erwähnen sind die Spitäler und Kliniken auf der kantonalen Spitalliste mit Standort im Kanton St.Gallen, die je über einen Grundversorgungsauftrag im Bereich der Palliative Care verfügen. Hinzu kommen die Angebote der Betagten- und Pflegeheime. Auch im ambulanten Bereich verfügt der Kanton über ein gut ausgebautes Versorgungssystem. Besonders durch den Palliativen Brückendienst haben Ärztinnen und Ärzte sowie Gesundheitsfachpersonen die Möglichkeit, Spezialistinnen und Spezialisten für fachliche Fragen zu Rate zu ziehen. Zwei öffentliche Spitalunternehmen, verteilt auf drei Standorte (St.Gallen, Flawil und Walenstadt), bieten im Kanton zudem spezialisierte Palliativversorgung im stationären Akutbereich an und das Ostschweizer Kinderspital stellt spezialisierte Palliativversorgung für Kinder und Jugendliche zur Verfügung. Weiter ist auf das wichtige Angebot der Freiwilligen und Ehrenamtlichen im Bereich der Palliative Care zu verweisen. Die wichtigsten Institutionen sind der Verein «palliative ostschweiz», das Schweizerische Rote Kreuz (SRK), die Hospiz-Organisationen, Benevol sowie die katholische und evangelische Kirche.


Allgemein - Palliative Care stärken (07.03.2018 09:49)


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