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Regionalgefängnis in Altstätten soll erweitert werden

Regionalgefängnis in Altstätten soll erweitert werden

Die St.Galler Regierung will die Gefängnisse im Kanton St.Gallen langfristig auf drei Standorte konzentrieren. In einem ersten Schritt soll dafür das Regionalgefängnis in Altstätten ausgebaut werden. Gleichzeitig werden für die Staatsanwaltschaft im bestehenden Gebäude zusätzliche Räume geschaffen. Die Regierung hat nun die Botschaft für die Bauvorlage zuhanden des Kantonsrates verabschiedet.


Im Kanton St.Gallen gibt es heute neben der Strafanstalt Saxerriet und dem Massnahmenzentrum Bitzi acht Gefängnisse. Viele Einrichtungen sind zu klein. Sie können die gestiegenen Anforderungen an die Haft nur unzureichend erfüllen. Dazu gehören die Möglichkeiten für soziale Kontakte der Gefangenen untereinander und zur Aussenwelt, die Beschäftigung oder die medizinische Betreuung. Ausserdem müssen die Gefangenen je nach Haftart, Geschlecht und Alter getrennt untergebracht werden. Die kleinen Gefängnisse können auch nicht wirtschaftlich betrieben werden. Für wenige Insassen muss ein 24-Stunden-Betrieb mit hohen personellen und technischen Anforderungen vorhanden sein. Aus diesen Gründen soll das Regionalgefängnis in Altstätten erweitert werden. Dies macht es möglich, die kleineren Gefängnisse in Widnau, Flums, Bazenheid und Gossau aufzuheben.

 

Mehr Haftplätze

 

Die st.gallischen Gefängnisse sind seit längerer Zeit immer wieder voll ausgelastet. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass ein Gefängnis langfristig durchschnittlich nur zu etwa 80 Prozent belegt sein sollte. Nur so sind die Gefängnisse in der Lage, einen kurzfristigen Bedarf abzudecken. Deshalb sollen zusätzliche Haftplätze geschaffen werden, namentlich auch für die Unterbringung ausländischer Gefangener, die ausgeschafft werden müssen. Nach der Erweiterung des Regionalgefängnisses in Altstätten bietet die Einrichtung Platz für 126 Insassen (heute 45). So stehen dem Kanton St.Gallen künftig gesamthaft 182 Gefängnisplätze (heute 140) zur Verfügung.

 

Flexibel bleiben

 

Die heutige Anlage in Altstätten besteht aus einem rechteckigen Gebäude mit zwei Innenhöfen. An diesem Bestandsbau beschränken sich die Arbeiten auf das Nötigste. So werden zum Beispiel zusätzliche Räume für die Staatsanwaltschaft geschaffen. Dies ermöglicht es, das ganze Untersuchungsamt Altstätten unter einem Dach zusammenzuführen und die Abläufe zu vereinfachen. Zum anderen wird mit einem zweigeschossigen Neubau die Nutzfläche des Gefängnisses um 7300 Quadratmeter vergrössert. Das geplante Gruppenvollzugssystem und die vergrösserten Bereiche für die Insassenbeschäftigung ermöglichen es, dass sich die Gefangenen täglich während mehrerer Stunden ausserhalb ihrer Zellen aufhalten und sich körperlich betätigen können. Damit kann auch Haftschäden wirksam begegnet werden. Der Neubau ist so geplant, dass er flexibel erweitert werden kann, falls sich die Platzierungsbedürfnisse im Laufe der Zeit ändern.

 

Volksabstimmung im Herbst 2018

 

Die Gesamtinvestitionen für die Erweiterung und Erneuerung von Regionalgefängnis und Staatsanwaltschaft betragen 83 Millionen Franken. Daran leistet der Bund voraussichtlich einen Beitrag von 22,8 Millionen. Über den Kantonsbeitrag von 60,2 Millionen berät der Kantonsrat im April (1. Lesung) und Juni (2. Lesung) 2018. Das letzte Wort hat das St.Galler Stimmvolk im November 2018. Stimmt das Volk zu, könnten die Arbeiten voraussichtlich 2019 starten und 2024 abgeschlossen werden.

 


Allgemein - Regionalgefängnis in Altstätten soll erweitert werden (18.01.2018 09:06)


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