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Forensik-Station soll in Wil entstehen

Für psychisch kranke Häftlinge fehlen im Kanton St.Gallen geschlossene Plätze in psychiatrischen Kliniken. Darum soll auf dem Areal der Psychiatrischen Klinik Wil eine geschlossene Forensik-Station gebaut werden. Die Regierung hat nun die Botschaft für die Bauvorlage zuhanden des Kantonsrates verabschiedet.


Der Kanton ist gesetzlich dazu verpflichtet, geeignete Einrichtungen für den Straf- und Massnahmenvollzug sowie für den Vollzug der Untersuchungshaft zur Verfügung zu stellen. Heute fehlt im Kanton St.Gallen eine forensisch-psychiatrische Klinikstation für psychisch kranke oder gestörte Häftlinge mit einem mittleren Sicherheitsrisiko. Betroffene müssen ausserkantonal untergebracht oder – entgegen den fachlichen Anforderungen – in eine Justizvollzugseinrichtung bzw. in ein Gefängnis eingewiesen oder dort belassen werden. Solche Einrichtungen sind weder von der baulichen noch der personellen Ausstattung her für psychisch kranke Häftlinge geeignet. Ausserdem können sie den Betroffenen die notwendige fachkompetente Behandlung nicht anbieten.

 

16 Plätze geplant

 

Die Forensik-Station ist auf dem Areal der Psychiatrischen Klinik in Wil geplant. Das eingeschossige Gebäude soll 16 Betten, drei Sicherheitszimmer, Aufenthalts-, Therapie- und Beschäftigungsräume umfassen und über einen gesicherten Aussenraum verfügen. Es ist für die Polizei und die Sanitätsdienste gut zugänglich und an die zentralen Klinikeinrichtungen angebunden.

 

Besondere bauliche Anforderungen

 

Bei psychisch kranken, gewalttätigen Häftlingen besteht oft die Gefahr, dass sie sich selbst und andere bewusst oder unbewusst gefährden und verletzen. Mit speziellen Massnahmen bei der Bauausführung und bei der Auswahl der Materialien wird das Risiko der Selbstverletzung vermindert. Ausserdem sorgen bauliche Massnahmen und die elektronische Überwachung des Gebäudes dafür, dass Ausbrüche verhindert werden.


Baubeginn 2020 geplant

 

Der Kantonsrat berät die Bauvorlage in erster Lesung im April und in zweiter im Juni. Vorausgesetzt, das Kantonsparlament stimmt dem Vorhaben zu, könnten die Bauarbeiten 2020 starten. Damit sollte der Bezug der Forensik-Station 2021 möglich sein. Die Gesamtinvestitionen für das Projekt betragen 12,9 Millionen Franken. Der Bund beteiligt sich voraussichtlich mit 3,8 Millionen. Für den Kanton St.Gallen entsteht somit ein Finanzbedarf von 9,1 Millionen.

 


Allgemein - Forensik-Station soll in Wil entstehen (10.01.2018 07:44)


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