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Deutschförderung setzt bei Asylsuchenden an

Für Personen in einem laufenden Asylverfahren hatte der Bund bisher keine Integrationsmassnahmen vorgesehen. Die bisher gewonnenen Erfahrungen zeigen, je früher Massnahmen stattfinden, desto höher sind die Chancen auf eine erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt. Junge Asylsuchende mit hoher Bleibewahrscheinlichkeit können deshalb ab Februar im Rahmen eines Pilotprojekts des Bundes intensiv Deutsch lernen – auch im Kanton St.Gallen.


Der Bundesrat will, dass die Erwerbsintegration von anerkannten Flüchtlingen und vorläufig Aufgenommenen rascher und nachhaltiger gelingt. Deshalb hat er ein vierjähriges Pilotprogramm beschlossen, das die sprachliche und berufliche Integration dieser Personengruppe verbessern soll. Es wird in zwei Teilprogrammen umgesetzt: «Frühzeitige Sprachförderung» und «Integrationsvorlehre». Die «Frühzeitige Sprachförderung» setzt bereits bei Personen im laufenden Asylverfahren an. Die ersten Kurse starten im Februar 2018, jene der «Integrationsvorlehre» sind ab Sommer 2018 geplant. Das Kompetenzzentrum Integration und Gleichstellung (KIG) im Departement des Innern hat für die Umsetzung der «Frühzeitigen Sprachförderung» in Zusammenarbeit mit dem Amt für Berufsbildung (ABB) und dem Trägerverein Integrationsprojekte St.Gallen (TISG) ein Konzept ausgearbeitet.

 

Neuer «Förderkurs N»

 

Die Kurse laufen im Kanton unter dem Titel «Förderkurs N». Der Bund hat Beiträge für die Jahre 2018 bis 2021 zugesichert. Zudem übernimmt der TISG einen substantiellen Beitrag an die Finanzierung der Kurse. Der Kanton trägt die Infrastrukturkosten. Im ersten Halbjahr 2018 werden drei Klassen unterrichtet. Je ein «Förderkurs N» wird am Gewerblichen Berufs- und Weiterbildungszentrum in St.Gallen, am Berufs- und Weiterbildungszentrum Buchs und am Berufs- und Weiterbildungszentrum Rapperswil-Jona durchgeführt. Die kantonalen Berufsfachschulen haben grosse Erfahrung mit der Durchführung von Kursen für junge Migrantinnen und Migranten, die den Einstieg in eine Berufsausbildung anstreben. Die Wohnsitzgemeinden können geeignete Personen in Absprache mit dem TISG für die Kurse anmelden.

 

Deutsch für raschere Integration

 

Die Teilnehmenden werden im Rahmen dieses Kurses stark gefordert. Das Ziel des Bildungsangebots, in einem halben Jahr Niveau A1 schriftlich und Niveau A2 mündlich zu erreichen, ist ehrgeizig und dem Unterricht entsprechend intensiv. Es wird an fünf Halbtagen pro Woche in Klassen gelernt. Weiter wird erwartet, dass die Teilnehmenden das Gelernte im selben Umfang im Selbststudium vertiefen. Kursstart ist der 5. Februar.

 

Eine Voraussetzung für die Teilnahme am neuen Angebot ist die sogenannte hohe Bleibewahrscheinlichkeit. Das heisst, das laufende Asylverfahren wird aufgrund der persönlichen Ausgangslage als besonders aussichtsreich beurteilt. Zudem erhöht sich bei einer Teilnahme die Chance, einen geregelten Aufenthaltsstatus (Bewilligung F oder B) zu erhalten. Betroffene können dann ihre Berufsausbildung in den kantonalen Brückenangeboten weiterführen.

 

Der Kanton St.Gallen begrüsst die Massnahmen des Bundes, mit dem Integrationsprozess möglichst früh zu beginnen. Dadurch können vor allem junge Asylsuchende – nach Regelung des Aufenthaltsstatus – früher an Programmen zur beruflichen Integration teilnehmen.


Allgemein - Deutschförderung setzt bei Asylsuchenden an (26.01.2018 07:51)


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