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Was sich die Wirtschaft von der Bildung wünscht

Zum zweiten Mal nach 2011 traf sich der Vorsteher des Bildungsdepartementes, Regierungsrat Stefan Kölliker, mit rund 30 Vertretern aus der Wirtschaft. Thema waren die Bedürfnisse und Wünsche der regionalen Firmen an die St.Galler Schulen und die Möglichkeiten, diesen gerecht zu werden. Diskutiert wurden insbesondere die schriftlichen Deutschkenntnisse und die Fremdsprachen, der Praxisbezug bei der Berufswahl, die Attraktivität des letzten Schuljahrs und die Konsequenzen der Digitalisierung auf die Schule.


 

Ziel der Kontakte ist es, Anregungen der Wirtschaft aufzunehmen und in die Schulentwicklung einfliessen zu lassen. Die Fragen des Bildungsdepartementes waren klar formuliert: Worauf müssen wir uns bei unseren Schülerinnen und Schülern konzentrieren? Was müssen die Lehrpersonen bewirken? Was verstehen Sie als unseren Auftrag?

 

Schriftliche Deutschkenntnisse verbessern

 

Die Antworten zeigten, dass die Schulabgängerinnen und -abgänger im Vergleich zu früher mehr gesundes Selbstvertrauen mitbringen und unbefangener und gewandter auftreten, was ihre Chancen im Arbeitsleben erhöht. Anderseits beherrschen sie die Basissprache Deutsch weniger gut. Diese Feststellung führte zu angeregten Diskussionen über den Fremdsprachenunterricht, wobei sich nicht alle Firmenchefs über den Stellenwert des Schul-Französisch einig waren. Manchmal müssten die Mitarbeitenden Englisch besser beherrschen, manchmal sei es das Französisch. Abgesehen davon wolle man als Schweizer Bürger das Französisch in den Schulen nicht zurückdrängen – auch wenn Englisch unbestritten die erste Weltsprache sei.

 

Praxisbezug der Lehrpersonen stärken

 

Die Unternehmen äusserten des Weiteren den Wunsch an die Bildungsinstitute, dass die Schülerinnen und Schüler näher an die Wirtschaft herangebracht werden. Es könnten zum Beispiel Praktika für die Lehrpersonen organisiert werden, damit diese die verschiedenen Berufe und Anforderungen auch fachgerecht an die Jugendlichen im Berufswahlprozess weitervermitteln können.

 

Im letzten Schuljahr Anreize setzen

 

Im letzten obligatorischen Schuljahr schalteten manche Schülerinnen und Schüler vom Unterricht ab, da sie bereits eine Lehrstelle hätten. In solchen Situationen könnten Belohnungssysteme durch die zukünftigen Lehrbetriebe eingeführt werden: Könne ein Schüler ein gutes Abschlusszeugnis vorweisen, könne zum Beispiel der Lehrlingslohn erhöht oder eine Teilnahme an Berufsmeisterschaften ermöglicht werden.

 

Sozialkompetenzen der «digitalen Kinder» fördern

 

Ausserdem äusserten die Wirtschaftsvertreter den Wunsch, dass die Lehrpersonen in der heutigen digitalen Welt vermehrt im Sozialbereich geschult werden sollen, um das Denken der «digitalen Kinder» besser auffangen zu können. Je wichtiger Information Technology und Digitalisierung in den Klassenzimmern werde, desto entscheidender seien die menschlichen Kompetenzen.

 

Bildungsdepartement nimmt Anliegen auf

 

Das Bildungsdepartement will den Anliegen der Wirtschaft bestmöglich Rechnung tragen. Zwei Beispiele: Die Deutschkompetenzen werden mit der neuen Generation adaptiver Lernfördersysteme akzentuiert werden, welche der Kanton St.Gallen in den nächsten Schuljahren zum Einsatz und auf den Markt bringt. Auf die Konsequenzen der Digitalisierung sollen die Lehrpersonen aller Stufen über gezielte Weiterbildungen mit Mitteln der bevorstehenden IT-Bildungsoffensive vorbereitet werden.


Allgemein - Was sich die Wirtschaft von der Bildung wünscht (01.12.2017 08:30)


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