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Wohnortnahe Angebote zum Deutschlernen

Die Gemeinden setzen ab dem Jahr 2017 auf wohnortnahe Angebote zum Deutschlernen und bauen dafür sogenannte Quartierschulen auf. Der Kanton vergünstigt weiterhin professionelle Deutschkurse im Anschluss an diese Basisangebote und baut sein finanzielles Engagement aus. Durch diese Angebotsdiversifizierung wird der Spracherwerb künftig einer breiteren Zielgruppe ermöglicht. Der Kanton und die Gemeinden erachten die Sprachförderung nach wie vor als Schlüssel für eine erfolgreiche Integration.


Nur mit genügend Deutschkenntnissen können Personen im Arbeitsmarkt Fuss fassen und am gesellschaftlichen Leben teilhaben. An dieser Überzeugung halten der Kanton und die Gemeinden weiterhin fest und haben deshalb eine neue Aufgabenteilung für die Deutschförderung vereinbart. Dabei sollen professionelle Deutschkurse durch lokale Angebote ergänzt werden.

 

Wohnortnah Deutsch lernen

 

Die Gemeinden, vertreten durch die Vereinigung der St.Galler Gemeindepräsidentinnen und -präsidenten (VSGP), beteiligen sich ab dem kommenden Jahr nicht mehr an der Finanzierung der Vergünstigungen von Kursen an professionellen Schulen. Die freiwerdenden Mittel werden stattdessen in lokale Deutschlernangebote investiert. Geplant ist die Entwicklung von Quartierschulen, in denen sowohl zugezogene Personen als auch Flüchtlinge und Asylsuchende Deutsch lernen können. Dieses niederschwellige Angebot soll einen frühen Einstieg in die Sprachförderung ermöglichen. Einige Gemeinden verfügen schon heute über solche Angebote. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur lokalen Integration dieser Menschen. Dieses Engagement der Gemeinden in Zusammenarbeit mit Freiwilligen, die als Lehrerinnen und Lehrer tätig sind, soll nun verstärkt werden.

 

Deutschschulen sind für Arbeitsintegration sind unerlässlich

 

Ohne Deutsch zu beherrschen, gelingt die Arbeitsintegration kaum. Deshalb ist es auch weiterhin nötig, dass professionelle Kurse mit einem verlässlichen Nachweis der Sprachkompetenzen besucht werden können. Der Kanton wird deshalb weiterhin die Kurse der professionellen, überregional tätigen Deutschschulen unterstützen. Neu wird ihre Arbeit durch eine administrative Vereinfachung bei der Auszahlung der Vergünstigungen erleichtert. Fremdsprachige Personen mit niedrigem Einkommen haben so weiterhin die Möglichkeit, vergünstigte zertifizierte Deutschkurse zu besuchen. Der Kanton baut sein finanzielles Engagement in diesem Bereich aus. Den Ausstieg der Gemeinden aus der professionellen Deutschförderung wird der Kanton jedoch nur teilweise kompensieren können. Künftig werden weniger Deutschlektionen vergünstigt, zudem werden auch die einzelnen Lektionen weniger stark unterstützt. Nicht mehr bezahlen müssen Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene. Neben den Angeboten in den Quartierschulen können sie ab 2017 bis zu 400 Lektionen in professionellen Schulen kostenlos besuchen. Die Kurskosten werden vollständig vom Kanton übernommen, der dafür über Bundesmittel verfügt. Brauchen die Zugezogenen mehr Lektionen, müssen sie den vollen Preis zahlen oder um individuelle Unterstützung durch die Gemeinde ersuchen.

 

St.Galler Deutschförderung bleibt überdurchschnittlich

 

Durch die Kombination von Quartierschulen und den weiterführenden, professionellen Angeboten soll sich das Angebot insgesamt verbessern. Im schweizweiten Vergleich schneidet der Kanton St.Gallen damit auch künftig gut ab. Er gibt 37 Prozent der Integrationsfördergelder von Bund und Kanton für die Sprachförderung aus. Noch nicht darin eingerechnet sind die Förderbeiträge der Gemeinden, die künftig unter anderem in die Quartierschulen fliessen. Der entsprechende Durchschnitt in der Deutschschweiz liegt bei 34 Prozent. In der Romandie werden 33 Prozent für die Sprachförderung aufgewendet. In der italienischsprachigen Schweiz hingegen nur 17 Prozent.


Allgemein - Wohnortnahe Angebote zum Deutschlernen (29.09.2016 08:14)


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