Accesskeys

Bundesrat Johann Schneider-Ammann zu Besuch in St.Gallen

Bundesrat Johann Schneider-Ammann zu Besuch in St.Gallen

Heute weilte Bundesrat Johann Schneider-Ammann, Vorsteher des Eidgenössischen Departementes für Wirtschaft, Bildung und Forschung WBF, zu Besuch in St.Gallen. Er liess sich über die erfolgreichen Schritte im Kampf gegen den Fachkräftemangel informieren. Es handelt sich vor allem um ein Pilotprojekt des Amts für Wirtschaft und Arbeit (AWA-SG) mit den städtischen Verkehrsbetrieben VBSG im Zusammenhang mit dem Fachkräftemangel.


Das erfolgreiche Pilotprojekt mündet nun ins Modell „QualiWork“. Im zweiten Teil seines Besuchs informierte sich Schneider-Ammann über Beispiele zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

 

Obwohl die Zahl der Stellensuchenden jene der offenen Stellen übersteigt, hat sich der Fach- und Arbeitskräftemangel auch in der Ostschweiz akzentuiert. Aber auch die Anforderungen an die Arbeitnehmenden sind gestiegen. Das führt dazu, dass der Arbeitsmarkt für bestimmte Berufe ausgetrocknet ist. Dies spürten auch die VBSG bei ihren Berufschauffeuren und -chauffeurinnen. Gleichzeitig sind bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) Stellensuchende aus ähnlichen Bereichen gemeldet, die aber noch nicht genügend Fachkompetenzen mitbringen. Zudem sind immer mehr ältere Arbeitnehmer von Arbeitslosigkeit betroffen.

 

Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Stellensuchenden stärken

 

Das AWA-SG hat zusammen mit den VBSG den Beweis erbracht, dass beide Seiten – Unternehmen und Stellensuchende – von einer engeren Zusammenarbeit profitieren können. Regierungspräsident Benedikt Würth meint dazu: „Das Pilotprojekt ist eine klassische Win-Win-Situation für Unternehmen und ältere Stellensuchende.“ Peter Kuratli, Leiter AWA-SG, fügt hinzu: „Durch die starke Einbindung der Unternehmen werden Stellensuchende den Bedürfnissen entsprechend und nachhaltig qualifiziert.“

 

Das Pilotprojekt der VBSG und des RAV St.Gallen richtete sich vor allem an ältere Stellensuchende (50plus) mit abgeschlossener Berufslehre oder Attest. Die Vorselektion von geeigneten Kandidaten erfolgte durch das RAV aufgrund der VBSG-Vorgaben. Diese wählte nach einem Selektionsprozess die Teilnehmenden des Ausbildungslehrgangs aus. Nach erfolgreicher Absolvierung der theoretischen und praktischen Fahrprüfung Kategorie D erfolgte die weitere Ausbildung, die maximal ein halbes Jahr dauerte. Von den bisher fünf Teilnehmenden haben vier eine Anstellung bei den VBSG gefunden. VBSG-Unternehmensleiter Ralf Eigenmann führte aus: „Das Unternehmen lernt die Teilnehmenden während der Ausbildung kennen und kann deren Eignung für den eigenen Betrieb optimal einschätzen. Dies gilt aber auch umgekehrt.“ Der Erfolg des Pilotprojekts mündete in das Angebot „QualiWork“, welches das AWA-SG – auch für ältere Stellensuchende – anbietet.

 

Vereinbarkeit von Familie und Beruf gegen den Fachkräftemangel

 

Der zweite Teil des Besuchs von Wirtschaftsminister Schneider-Ammann galt der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, auch dies ein Thema im Zusammenhang mit dem Fachkräftemangel. Christof Stürm, CEO Steinemann Technology AG in St.Gallen, referierte vor Ort über seine Schwierigkeiten, geeignete Fachkräfte zu finden. Sein Ansatz ist folgender: Zu einem attraktiven Arbeitsumfeld gehören neben flexiblen Arbeitsmodellen auch betriebliches Gesundheitsmanagement sowie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Ein Beispiel ist die Tagesbetreuung von Kindern, die er in Zusammenarbeit mit der Familienplattform Ostschweiz gelöst hat. Wie Corinne Indermaur, Geschäftsleiterin der Familienplattform Ostschweiz, ausführte, berät der Verein Arbeitgeber und Arbeitnehmer über seine Website und mit persönlichen Gesprächen: „Durch das Angebot einer geregelten Kinderbetreuung wird ein Arbeitgeber attraktiver, weil damit ein wesentlicher Stressfaktor von berufstätigen Eltern wegfällt.“ Christof Stürm betonte: „Fachkräfte zu gewinnen, vor allem aber auch zu halten, ist zunehmend der wichtigste Erfolgsfaktor im härteren Umfeld. Lösungen und Verständnis für Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind dabei für Steinemann Technology ein wichtiges Element.“

 

Bundesrat Johann Schneider-Ammann zeigte sich am Schluss seines Besuchs erfreut über die positiven Beispiele in St.Gallen: „Wir müssen das inländische Fachkräftepotenzial besser nutzen. Diese Beispiele zeigen, wie dies zusammen mit den Betrieben, den Kantonen und den Sozialpartnern gelingt.“


Allgemein - Bundesrat Johann Schneider-Ammann zu Besuch in St.Gallen (26.11.2015 15:07)


Servicespalte