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Baldegger Schwestern vermieten dem Kanton das Kurhaus Bergruh in Amden als Asylunterkunft

Bergruh

Seit 1924 führen Baldegger Schwestern das Kurhaus Bergruh in Amden. In den 91 Jahren beherbergten die Schwestern unzählige Gäste zum Ausruhen, Entspannen und Erholen. Die personelle Situation des Ordens sowie Veränderungen im gesundheits-politischen und gesellschaftlichen Umfeld erfordern von ihnen eine Neuausrichtung. Die Schwestern werden deshalb die Bergruh im Herbst aufgeben und dem Kanton St.Gallen alsdann als Standort für ein kantonales Zentrum für Asylsuchende vermieten. Dieser will dort für vorerst fünf Jahre 100 bis 120 Asylsuchende unterbringen.


Die Baldegger Schwestern werden ihr Kurhaus Bergruh in Amden (SG) im Herbst dieses Jahres aufgeben. Die Generalleitung des Klosters Baldegg hat seit geraumer Zeit nach einer geeigneten Zukunftslösung Ausschau gehalten. Für die Weiterführung des Kur- und Ferienhauses fehlt dem Kloster Baldegg der ordenseigene Nachwuchs. Zudem ist die Nachfrage nach Kuraufenthalten in den vergangenen Jahren stetig gesunken.

 

Zurück ins Mutterhaus nach Baldegg

 

Die Schwestern, die täglich mit grosser Aufmerksamkeit und viel Hingabe für ihre Gäste besorgt sind, werden immer älter. Umso schwieriger wird es, das Kur- und Ferienhaus auch in Zukunft noch kundengerecht zu bewirtschaften. Die Generalleitung des Klosters Baldegg hat deshalb entschieden, die Bergruh als Kur- und Ferienhaus aufzugeben. Die 20 Schwestern kehren zurück nach Baldegg (LU), wo sich das Mutterhaus des Klosters befindet. Für die 15 externen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die 11½ Vollzeitstellen inne haben, werden individuelle Lösungen gesucht. Einige dieser Mitarbeitenden befinden sich bereits nahe der Pensionierung.

 

Verschiedene Nutzungen geprüft

 

Die Baldegger Schwestern prüften in den letzten Jahren verschiedene neue Nutzungsmöglichkeiten für das Kurhaus Bergruh. Hierbei wurden sie auch von externen Beratern unterstützt. Im Gespräch mit Vertretern der Gemeinde Amden wurden ebenfalls Ideen einer möglichen neuen Nutzung in den Bereichen „Pflege“ und „Alterswohnungen“ angesprochen. Bedauerlicherweise führten diese Überlegungen und Gespräche zu keinen konkreten Ergebnissen.

 

Kontaktaufnahme mit dem Migrationsamt

 

Aufgrund der zunehmenden Flüchtlingsproblematik und der positiven Erfahrungen mit den Asylsuchenden im eigenen Gästehaus im Kloster Baldegg wandten sich die Schwestern vor ein paar Monaten an das kantonale Migrationsamt in St.Gallen. Dieses prüfte die Liegenschaft als Mietobjekt für ein kantonales Asylzentrum und führte mit der Generalleitung entsprechende Vertragsverhandlungen. Betreuung und Unterbringung von Asylsuchenden sind im Kanton St.Gallen grundsätzlich Aufgabe der Gemeinden. Der Kanton entlastet die Gemeinden, indem er Kollektivzentren betreibt. Daher ist das Migrationsamt dankbar und darauf angewiesen, dass diese Möglichkeit von neuen Plätzen geschaffen werden kann.

 

Unterkunft für 100-120 Asylsuchende

 

Die 55 Gäste- sowie die 30 Schwestern-Zimmer ermöglichen zusammen mit den Aufenthaltsräumen eine Beherbergung und Betreuung von 100 bis 120 Asylsuchenden. Der Kanton beabsichtigt die Bergruh im Spätherbst zu beziehen sowie ab 1. Januar 2016 erste Asylsuchende aufzunehmen. Die Mietdauer beträgt vorerst fünf Jahre. Optionen für Verlängerungen bestehen. Solche sind aber von den zukünftigen Flüchtlingsströmen abhängig.

 

Breite Information

 

Der Kanton informierte letzte Woche den Gemeindepräsidenten. Die Medien wurden am 5. Mai um 11.00 Uhr orientiert. Die Bevölkerung von Amden erhält am 6. Mai einen ersten Informationsbrief mit Einladung zu einer speziellen Orientierungsveranstaltung, die am 11. Mai 2015, um 19.30 Uhr, unter Mitwirkung von Regierungsrat Fredy Fässler im Gemeindesaal stattfinden wird. Die Bewohnerinnen und Bewohner von Amden sind zu dieser Orientierungsversammlung herzlich eingeladen.


Allgemein - Baldegger Schwestern vermieten dem Kanton das Kurhaus Bergruh in Amden als Asylunterkunft (05.05.2015 12:16)


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