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Asylsuchende werden vorübergehend in Weesen untergebracht

Ende Januar wurde die befristete Unterkunft für Asylsuchende in der Zivilschutzanlage „Weier“ in Alt St. Johann geschlossen. Da weiterhin mit einem hohen Zustrom an Asylsuchenden gerechnet wird und günstiger Wohnraum in den Gemeinden immer schwieriger zu finden ist, sucht der Kanton geeignete Unterbringungsmöglichkeiten. Fündig geworden ist er in der Gemeinde Weesen, wo das ehemalige Alters- und Pflegeheim leer steht.


Betreuung und Unterbringung von Asylsuchenden ist nach dem kantonalen Sozialhilfegesetz grundsätzlich Aufgabe der Gemeinden. Zu ihrer Entlastung führt das kantonale Migrationsamt selber auch Kollektivunterkünfte, in denen die Asylsuchenden auf die Rückkehr in ihr Herkunftsland oder auf ein möglichst selbständiges Leben in den Gemeinden vorbereitet werden. Die allfällige Zuteilung auf die Gemeinden erfolgt dann nach einem speziellen Verteilschlüssel der Vereinigung der St.Galler Gemeindepräsidentinnen und Gemeindepräsidenten (VSGP).

 

Asylgesuchszahlen werden weiter steigen

 

Die Zahl der Asylsuchenden, die vom Staatssekretariat für Migration dem Kanton St.Gallen zugewiesen werden, ist 2014 gegenüber dem Vorjahr um 10.7 Prozent angestiegen. Die Schutzquote (Asylgewährung und vorläufige Aufnahmen) betrug 2014 ganze 58.3 Prozent. Die Auslastung der kantonalen Zentren liegt aktuell bei 98 Prozent. Gleichzeitig ist der zur Verfügung stehende Wohnraum in den politischen Gemeinden fast ausgeschöpft. Die befristete Einquartierung von Asylsuchenden in der Zivilschutzanlage „Weier“ in Alt St. Johann wurde Ende Januar vereinbarungsgemäss beendet. Der Vertrag mit der Jugendherberge „Busskirch“ in Rapperswil-Jona wird Ende März 2015 ebenfalls auslaufen. In den letzten Jahren diente diese Jugendherberge dem Kanton jeweils über die Wintermonate als Asylzentrum. Über ein weiteres Kollektivzentrum für Asylsuchende verfügt der Kanton in der Linthebene derzeit nicht.

 

Der Kanton St.Gallen muss 5.4 Prozent aller Asylsuchenden, die in die Schweiz kommen, übernehmen. Die Prognose des Staatssekretariats für Migration liegt für das Jahr 2015 bei 27'000 bis 31'000 neuen Gesuchen. Um auf den weiteren Zustrom vorbereitet zu sein, müssen zusätzliche Unterbringungsplätze geschaffen werden. Deshalb sucht das Migrationsamt überall im Kanton nach geeigneten Objekten.

 

Haus „Pelikan“ längstens bis Ende Jahr

 

Mit dem Haus „Pelikan“ in Weesen bietet sich eine Möglichkeit, die angespannte Situation temporär zu entschärfen. Die Nutzungsvereinbarung mit der Gemeinde Weesen, die Eigentümerin des Gebäudes ist, sieht vor, dass die Liegenschaft längstens bis zum 31. Dezember 2015 für die Unterbringung von 65 bis 85 Asylsuchenden genutzt werden kann. Wie in allen anderen Unterkünften des Kantons auch wird für eine 24-Stunden-Betreuung gesorgt.

 

Bevölkerung wird direkt informiert

 

Die Bevölkerung der Gemeinde Weesen wird am Dienstag mit einem speziellen Schreiben informiert. Zudem findet am kommenden Freitag, um 20.00 Uhr in der Speerhalle eine Behördeninformation mit Vertretern des Kantons und der Gemeinde statt. Dazu sind alle Interessierten eingeladen.

 


Allgemein - Asylsuchende werden vorübergehend in Weesen untergebracht (17.02.2015 08:07)


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