Archivlandschaft

Das Gebiet des heutigen Kantons St.Gallen setzte sich vor 1798 aus zwölf selbständigen Verwaltungseinheiten zusammen. Der Fürstabt von St.Gallen und die alteidgenössischen Orte waren die bedeutendsten Landesherren. Ihre Verwaltungstätigkeit hat bis heute Spuren in der Archivlandschaft hinterlassen.

Das Archivwesen der ehemaligen eidgenössischen Landvogteien ist recht kompliziert. Im Staatsarchiv St.Gallen liegen nur Teile der Archivalien aus diesen Regionen. Wer sich über die Geschichte dieser Gebiete orientieren will, muss auch die Archive der früheren Herrschaftsorte besuchen. Bis heute fehlt eine Übersicht sanktgallischer Archivbestände aus der Zeit vor 1798 in anderen Schweizer Archiven.


Das Stiftsarchiv, mit dem St.Galler Stiftsbezirk zum UNESCO-Welterbe erklärt, ist gemeinsames Eigentum von Kanton und katholischem Konfessionsteil. Es umfasst die geistlichen und weltlichen Rechtsdokumente und Verwaltungsakten der Fürstabtei St.Gallen vom 8. Jahrhundert bis zu ihrer Aufhebung 1805. Als zweiten Hauptbestand verwaltet es das Archiv und die Bibliothek der ehemaligen Fürstabtei Pfäfers.


Die beiden Stadtarchive der Ortsbürgergemeinde und der Politischen Gemeinde St.Gallen dokumentieren die Geschichte der alten Reichsstadt und der modernen Stadtgemeinde St.Gallen.


Die Konfessionsteile führen eigene Archive. Das bischöfliche Archiv und das Archiv der katholischen Administration stehen unter eigener Verwaltung. Das Archiv des Kirchenrats der evangelisch-reformierten Kirche befindet sich als Depositum im Staatsarchiv.


Von grosser Bedeutung für die Heimatgeschichte vor der Kantonsgründung sind kleinere regionale Archive. Neben den historischen, im Staatsarchiv befindlichen Stadtarchiven von Rheineck und Lichtensteig sind zu erwähnen: die Archive von Wil, Altstätten, Rapperswil, Rorschach und Uznach. Seit 1803 führen alle Politischen Gemeinden ein Gemeindearchiv. Daneben bestehen Archive der Ortsbürgergemeinden, der Pfarreien, Kirch- und Schulgemeinden sowie der örtlichen Korporationen. In der Regel befinden sich Urkundenbestände und Akten aus der Zeit vor der Kantonsgründung in den Archiven der Ortsgemeinden. 

 

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