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Lohngleichheit

«Mann und Frau haben Anspruch auf gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit» lautet Art. 8, Abs. 3 der schweizerischen Bundesverfassung. Doch die Realität sieht oft anders aus: Im Vergleich zu Männern verdienen Frauen im schweizerischen Durchschnitt 15,1 Prozent weniger; in der Ostschweiz beträgt die Differenz sogar 18,1 Prozent. Der grössere Teil dieser Lohnunterschiede ist nachvollziehbar: Viele Frauen arbeiten in Niedriglohnbranchen, seltener in Kaderpositionen, verfügen über kürzere Ausbildungen und weniger Berufserfahrung als Männer. Doch mehr als ein Drittel der Lohndifferenz ist gemäss Bundesamt für Statistik (BFS) nicht erklärbar und somit diskriminierend.

 

Der Bund hat diverse Kampagnen lanciert, um die breite Öffentlichkeit, die Arbeitgeberschaft und die öffentlichen Verwaltungen zum Thema Lohngleichheit zu sensibilisieren. 


Das können alle tun:

  • sich umfassend informieren
  • über Löhne sprechen
  • über den Wert der Arbeit nachdenken
  • Arbeits- und damit verbundene Rollenvorstellungen überdenken

Informationen für Arbeitnehmende

Gerechtere Löhne stützen die finanzielle Absicherung beider Geschlechter und tragen dazu bei, dass die Leistungen von Frauen und Männern auf dem Arbeitsmarkt gleichermassen anerkannt und honoriert werden. Faire Löhne für beide Geschlechter erlauben es auch, die Aufteilung von Erwerbs- und Familienarbeit ausgeglichener zu gestalten.

 

Die Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern wirken sich auch auf die Altersvorsorge aus. So kann bis zur Pensionierung ein Lohnunterschied bis zu einer halben Million Franken entstehen.

 

Um sicher zu stellen, dass Sie einen gerechten Lohn für Ihre Arbeit erhalten, können Sie Folgendes tun:

  • sich bei einem Stellenwechsel rechtzeitig über den für diese Tätigkeit üblichen Lohn informieren, via www.salarium.ch oder www.lohnrechner.ch;
  • sich im eigenen Betrieb erkundigen, nach welchen Kriterien Löhne festgelegt werden;
  • Lohnfrage ins Mitarbeitergespräch integrieren und auf Erfolge im vergangenen Jahr hinweisen.


Informationen für Arbeitgebende

Die Lohngleichheit nimmt in der Frage um die Gleichstellung von Frau und Mann eine wichtige Rolle ein. Der Grundsatz «Gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit» ist in der Bundesverfassung sowie im Gleichstellungsgesetz klar verankert und bezieht sich auf die Bedingungen innerhalb eines Unternehmens. Die Lohngleichheit gilt auch für das Beschaffungswesen.

 

Ungleichbehandlung von Frauen und Männern bei den Löhnen geschieht meist unwillentlich. Viele Unternehmen sind sich nicht bewusst, dass das Gesetz nicht nur gleichen Lohn für gleiche Arbeit verlangt, sondern auch gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit.

 

Die Einhaltung eines Gesamtarbeitsvertrags (GAV) ist kein Garant für die Lohngleichheit zwischen Frauen und Männern, doch gibt es diverse rechtlich und wissenschaftlich anerkannte Methoden, um mit einem vertretbaren Aufwand die eigene Lohnpraxis zu überprüfen.

 

Das können Sie als Arbeitgebende tun:



Kontakt

  Brigitte Meyer
Adresse: Spisergasse 41
9001 St.Gallen
Telefon: 058 229 21 62