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Zukunft des öV in der Stadt St. Gallen

Aktuelle Prognosen weisen darauf hin, dass weiterhin mit einer Zunahme der Mobilität im Kanton St. Gallen zu rechnen ist. Das Mobilitätswachstum in der Stadt St. Gallen soll durch den öffentlichen Verkehr und den Langsamverkehr aufgenommen werden. Im Rahmen einer Wirtschaftlichkeitsstudie wurde erarbeitet, mit welchem Transportmittel sich die geplante Zunahme im öffentlichen Verkehr von 50 Prozent bis ins Jahr 2040 am zweckmässigsten bewältigen lässt.

 

Nachdem eine Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2012 gezeigt hatte, dass ein St.Galler Tram aus technischer Sicht machbar ist, haben Stadt und Kanton abgeklärt, ab welchem Zeitpunkt, beziehungsweise bei welchem Passagieraufkommen ein Tram zweckmässig ist. Die Studie kommt zum Schluss, dass die nötige Transportkapazität gestützt auf die aktuellen Szenarien in den kommenden 20 bis 25 Jahren auch mit einem leistungsfähigen Bus-System bewältigt werden kann. Ein Tram-System ist in diesem Zeitraum aufgrund der erwarteten Entwicklung nicht notwendig. Die Kapazität der Stadt- und Regionalbusse kann auf den Hauptachsen weiter ausgebaut werden, ohne dass sich die Busse gegenseitig behindern.

 

Ein Tram-System würde gegenüber einem gleichwertigen Bus-System erheblich mehr kosten. Die Mehrkosten würden unter Berücksichtigung eines Bundesbeitrages (40 Prozent) fünf bis 15 Millionen Franken betragen. Das würde eine Erhöhung der jährlichen Abgeltungen des Kantons und der Gemeinden von rund fünf bis 18 Prozent bedeuten. Diese markanten Mehrkosten lassen sich aus Sicht von Stadt und Kanton auch nicht durch städtebauliche und siedlungspolitische Überlegungen rechtfertigen.

 

Die Studie berücksichtigt nebst Kapazitäts- und Wirtschaftlichkeitskriterien auch städtebauliche, siedlungspolitische und imagebezogene Überlegungen. Auch wenn ein Tram-System durchaus als Generator für die Entwicklung der Stadt und ihrer Quartiere erkannt wird, sind die Vorteile  des Bus-Systems unter den heutigen Voraussetzungen als höher einzustufen.

Ein Bus-System ist flexibler und kann schneller auf Veränderungen des Strassenraums reagieren. Baustellen an Strassen und Werken haben geringere Auswirkungen auf ein Bus- als auf ein Tram-System. Dazu kommt, dass ein Tram aus Kostengründen weniger dicht verkehren würde als ein Bus. Der Bus bietet den Passagieren also einen dichteren Takt. Ebenso benötigt der Bus keine Schienen, was  einerseits tiefere Infrastrukturkosten zur Folge hat und  andererseits die Sturz- und Unfallgefahr vor allem für Velofahrende reduziert. Schliesslich können starke Steigungen mit Bussen deutlich besser bewältigt werden als mit dem Tram.

 

Die Option Tram soll jedoch langfristig offen gehalten werden. Wenn künftig entlang der möglichen Hauptachse gebaut wird oder Plätze neu gestaltet werden, wollen Kanton und Stadt eine mögliche Tramführung berücksichtigen. Dies betrifft auch den Standort eines Tramdepots. Die städtische Direktion Bau und Planung erarbeitet Grundlagen für ein notwendiges Areal. Gleichzeitig beobachten Stadt und Kanton die effektive Entwicklung des Passagieraufkommens, damit die Planung des St.Galler Trams wieder aufgenommen werden könnte.

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