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Bibliographie Werner Vogler

Werner Vogler (1944-2002), Stiftsarchivar 1978 - 2002

Werner Vogler wurde 1944 in Wangs im st.gallischen Sarganserland geboren. Nach den Primarschuljahren in Wangs absolvierte er das Gymnasium in der Marienburg in Rheineck und an der Kantonsschule Chur. An der Universität Freiburg im Uechtland und ein Jahr lang an der Ludwig-Maximilians-Universität in München studierte er Geschichte, Germanistik und Philosophie. Er schloss sein Studium ab mit einer Dissertation zum Thema «Das Ringen um die Reform und Restauration der Fürstabtei Pfävers 1549-1637». Nach Praktika am Staatsarchiv Basel und am Generallandesarchiv Karlsruhe trat er 1971 die Stelle eines wissenschaftlichen Assistenten am Stiftsarchiv St.Gallen an. Sein Vorgesetzter war Stiftsarchivar Franz Perret, ebenfalls ein Sarganserländer. Nach dem Rücktritt von Perret wurde Werner Vogler im Jahre 1978 zu dessen Nachfolger gewählt.

 

Im Stiftsarchiv St.Gallen hatte Werner Vogler als Hauptbestände das Archiv der ehemaligen Abtei St.Gallen und Bibliothek und Archiv des ebenfalls alten Klosters Pfäfers zu betreuen. Der für seine sarganserländische Heimat wichtigen Abtei Pfäfers und vor allem auch dem Bad Pfäfers fühlte er sich besonders verbunden. Für seine hervorragenden Verdienste um die Erforschung der Geschichte des Klosters Pfäfers und des Sarganserlandes erhielt er 1988 den Sarganserländischen Kulturpreis. Nicht weniger gross sind seine Verdienste um die Erforschung und Vermittlung von Kultur und Geschichte der Abtei St.Gallen. Auch dazu hinterlässt er ein Werk von bleibendem Wert.

 

Werner Vogler liebte den Kontakt mit Fachkollegen und auch mit den nicht-professionellen Freunden der Geschichte. Sehr verbunden war er seinen vorarlbergischen und liechtensteinischen, aber auch verschiedenen süddeutschen Kollegen. Von 1991 bis zu seinem Tod war er Präsident des Historischen Vereins des Kantons St.Gallen, eine Aufgabe, die er mit Leidenschaft und grossem Einsatz wahrnahm. Ebenfalls bis zu seinem Tod diente er der Vereinigung für Schweizerische Kirchengeschichte seit 1986 als Sekretär bzw. Aktuar. Vogler war u.a. auch ausserordentliches Mitglied der Historischen Sektion der Bayerischen Benediktinerakademie, korrespondierendes Mitglied der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg und Mitglied des Beirates des Historischen Lexikons für das Fürstentum Liechtenstein.

 

Aus der Feder des Verstorbenen stammen Hunderte von grösseren und kleineren Arbeiten. Die Palette der Themen reicht von der St.Galler Klosterküche über das Kunstgewerbe in st.gallischen Frauenklöstern, die barocken Architekturpläne des St.Galler Stiftsbezirks, den berühmten Arzt Paracelsus und die Walser im südlichen Kantonsteil bis zur Ortsgeschichte seiner Heimatgemeinde Wangs und von Vilters. Werner Vogler zeichneten zwei wesentliche Merkmale des guten Historikers aus: Zum einen war er gegenüber den Dokumenten sehr neugierig, sehr findig und fähig, interessante Fragestellungen zu kreieren, zum andern war seine Arbeit stets quellennah, suchte er doch primär Originalquellen, nicht Sekundärliteratur.

 

Beim überaus reichen Quellenmaterial des Stiftsarchivs aus einem Zeitraum von über 1200 Jahren kann ein Einzelner nicht alles selber leisten. In vielem war Werner Vogler ein Initiator, Anstossgeber und Organisator. Er hat grössere Projekte geplant, dafür die richtigen Fachleute beigezogen und wachsam, mitdenkend und tätig die Arbeit organisiert und begleitet. In diesem Zusammenhang sind etwa die Kommentarliteratur zum berühmten Pfäferser «Liber Viventium», Faksimile und Kommentar zum Pfäferser «Goldenen Buch» und zum «Grenzatlas der Alten Landschaft der Fürstabtei St.Gallen von ca. 1730» sowie der «Katalog der Handschriften der Abtei Pfäfers im Stiftsarchiv St.Gallen» zu nennen.

 

Eine besondere Leidenschaft von Werner Vogler war die Präsentation der Geschichte in Ausstellungen. Drei bedeutende Ausstellungen widmete er dem Kloster Pfäfers, der Abtei St.Johann im Thurtal und dem grossen St.Galler Abt Ulrich Rösch. Die Ausstellung über das Kloster St.Johann im Thurtal (Alt-/Neu St.Johann) war ein besonderes Kleinod: Hier gelang es Werner Vogler, das wesentliche Kulturgut dieser alten Abtei in einem Raum zu präsentieren und einen wichtigen, aber etwas vergessenen historischen Kulturträger des Toggenburg wieder ins richtige Licht zu rücken. Den Höhepunkt seines Lebenswerks realisierte Vogler in den Jahren 1990 bis 2002 mit der Wanderausstellung «Die Kultur der Abtei St.Gallen», die er an nicht weniger als 160 Orten in der ganzen Welt präsentieren konnte. Genannt seien zum Beispiel die Stationen Aachen, Barcelona, Budapest, Moskau, Rom, Paris, Zagreb, Washington, Buenos Aires, Sydney, Peking, Singapur, Kapstadt, Beirut, Jerusalem. Hier hat er in Bild und Wort den Namen St.Gallen in die Welt hinausgetragen. Begleitet von Publikationen, Fachkolloquien, Vorträgen, Führungen, Eigenaktivitäten der lokalen Veranstalter, mit Texten in den jeweiligen Landessprachen, hat diese Ausstellung st.gallische Kultur weit über das Abendland hinaus bekannt gemacht. Werner Vogler wurde so zu einem wichtigen Botschafter St.Gallens. Die Wanderausstellung hat inzwischen im Lapidarium der Stiftskirche einen festen Platz gefunden. Bleibendes Zeugnis dieser Ausstellung ist das schöne Buch «Die Kultur der Abtei Sankt Gallen», erschienen in acht Sprachen.

 

Während er anfänglich ein eher schüchterner, stiller Archivar war, entwickelte sich in Werner Vogler immer mehr die Lust und Freude am Umgang mit den Medien - gedruckte Presse, Radio, Fernsehen, Video. Er genoss es, in den Medien «aufzutreten» und dafür zu schreiben und zu sprechen. Insbesondere hat er geschichtliche Themen sehr oft mittels Zeitungsartikeln der interessierten Öffentlichkeit nahegebracht.

 

Werner Vogler verfolgte seine Ziele mit einer einmaligen Hartnäckigkeit, Zielgerichtetheit und Stosskraft. Kein Aufwand war ihm im Hinblick auf das anvisierte Ziel zu gross, von Rückschlägen erholte er sich bald, kein Hindernis hielt er für unüberwindlich. Er identifizierte sich völlig mit «seinem» Stiftsarchiv, ja es ist wenig übertrieben zu sagen, dass er das Stiftsarchiv gewissermassen personifizierte.

 

Am 30. März 2002 ist Stiftsarchivar Werner Vogler völlig unerwartet auf einer Reise in Frankreich gestorben.1 Ein Vierteljahrhundert lang hat er dem St.Galler Stiftsarchiv sein Gepräge gegeben. Seine Fachkollegen, seine Mitarbeiter, sein grosser Bekanntenkreis werden ihn in lebendiger Erinnerung behalten.

 

Das Stiftsarchiv ehrt den Verstorbenen mit seiner Bibliographie, wodurch sein Werk leichter erreichbar wird. Im Stiftsarchiv wird auch ein «Nachlass Werner Vogler» geordnet, verzeichnet und dem Archivbenützer zur Verfügung gehalten.

 

Nekrologe

Pfalz-Brief 2, 2002, S. 7 (Kathrin Hilber); arbido - Offizielle monatliche Revue des Vereins Schweizerischer Archivarinnen und Archivare (VSA), des Verbands der Bibliotheken und der Bibliothekarinnen/Bibliothekare der Schweiz (BBS) und der Schweizerischen Vereinigung für Dokumentation (SVD) 17/7-8, 2002, S. 37 (Lorenz Hollenstein); Montfort (Vierteljahresschrift für Geschichte und Gegenwart Vorarlbergs 54, 2002, S. 95-96 (Karl-Heinz Burmeister); Zeitschrift für Schweizerische Kirchengeschichte 96, 2002, S. 185-188 (Josef Osterwalder); Maria Einsiedeln 107/7-8, 2002, S. 215-218 (P. Joachim Salzgeber); Terra plana 2, 2002, S. 21-22 (Leo Pfiffner); Neujahrsblatt des Historischen Vereins des Kantons St.Gallen 142, 2002, S. 113 (Christian Gruber).

Einige Bemerkungen zur Bibliographie

Die einzelnen Arbeiten sind numeriert, wodurch Querverweise möglich sind. Der bequemen Benützung der Bibliographie dient zwischen eckigen Klammern auch die Angabe der Signatur, unter welcher die betreffende Arbeit in der Präsenzbibliothek des Stiftsarchivs St.Gallen zu finden ist. Innerhalb der einzelnen Abschnitte werden die Publikationen in der chronologischen Reihenfolge ihres Erscheinens aufgelistet.

 

Zum Abschnitt B: Die von Werner Vogler herausgegebenen Publikationen sind fast alle mit einem einleitenden oder kommentierenden Text aus seiner eigenen Feder versehen. Diese Einführungen sind in der Bibliographie nicht speziell angeführt.

 

Zum Abschnitt E: Im Historischen Lexikon der Schweiz werden noch weitere Artikel von Werner Vogler erscheinen. Hier sind diejenigen Artikel berücksichtigt, die bereits gedruckt vorliegen. In einer Internet-Fassung der Bibliographie (www.sg.ch) sollen später erscheinende Artikel indes nachgetragen werden.

 

Zum Abschnitt F: Hier sind auch einige Publikationen angeführt, die Werner Vogler nicht herausgegeben hat. Sie sind zitiert, weil sie durch Voglers Ausstellung veranlasst worden sind.

 

Voglers Wanderausstellung und die den lokalen Veranstaltern zur Verfügung gestellten Bücher und Faltbroschüren haben an manchen Orten eigene Initiativen ausgelöst. Auf der Basis von Voglers Texten sind verschiedene lokale Publikationen gestaltet worden, welche die Ausstellungspräsentation begleiteten. Diese Texte sind hier nicht aufgeführt, sie können aber im «Nachlass Vogler» im Stiftsarchiv St.Gallen eingesehen werden.

 

Die Ausstellungstexte (Einleitungen zu den Tafeln, Bildlegenden) liegen gedruckt nun in deutscher, griechischer, flämischer und bahasa-indonesischer Form vor. Fast überall sind aber die Ausstellungstafeln in der Landessprache beschriftet worden. Alle diese Übersetzungen sind im «Nachlass Vogler» im Stiftsarchiv greifbar.

 

Zur Ausstellung sind von Werner Vogler und von anderen sehr viele Zeitungsartikel, grössere und kleinere, geschrieben worden. Diese Artikel sind ebenfalls im «Nachlass Vogler» vorhanden.

 

Zum Abschnitt G: Werner Vogler hat sehr viele Zeitungsartikel verfasst. Die in der Bibliographie angeführten stellen eine Auswahl dar. Was daneben erfasst werden konnte, ist wiederum im «Nachlass Vogler» greifbar.

 

Rezensionen: Viele Arbeiten von Werner Vogler sind in Fachblättern, in Zeitschriften und in Zeitungen besprochen worden. Vogler hat selbst zahlreiche Rezensionen zu Publikationen anderer veröffentlicht. Diese Rezensionen sind bis auf wenige Ausnahmen in der Bibliographie nicht berücksichtigt. Auch hier sei wieder auf den «Nachlass Vogler» verwiesen.


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