Professen unter Abt Gotthard Giel von Glattburg (1491-1504)


1. Br. Rudolf Bartholome

Br. Rudolf Bartholome von St.Georgen. Konvers im St.Otmarspital, 1493 und 1499 erwähnt.[i] Gestorben 20. Dezember 1521. (60)


[i] Band 97, fol. 33 und 66; Band 436, fol. 157.


2. Br. Johann Gschwend

Br. Johann Gschwend von Appenzell. Vater im St.Othmarspital 1493, 1497 und 1503.[i] Gestorben 30. November 1512. (61)

 

[i] Band 97, fol. 33 und 66; Band 436, fol. 157.


3. Br. Michael Goldast

Br. Michael Goldast von St.Gallen, erwähnt 1493, 1497 und 1503.[i] Gestorben 27. April 1519. (62)


[i] Band 97, fol. 33, 66; Band 436, fol. 157.


4. Ulrich Röss

Ulrich Röss, mon. pbr. Ist 1504 bei der Wahl des Abtes Franz Kustos. Pfarrer in Salmsach.Er wohnte 1513 den Heiligsprechungsfeierlichkeiten Notkers bei.[i] Gestorben 5. Juli 1513. (63)


[i] Ohne Datum; Band 98, fol. 129.


5. Johann Seiler

Johann Seiler, mon. pbr. Wird erwähnt 1498, 1505, 1509, 1511, 1514, 1515.[i] 1506 wird er Dekan.[ii] Als solcher erwähnt 1513. 1522 ist er Ökonom in Rorschach.[iii] Gestorben 8. März 1523, 66 Jahre alt. (64)

 

[i] Band 97, fol. 84, 161, 165; Band 96, fol. 119b, 138, 185, 195.

[ii] Bestallung Band 98, fol. 126a.

[iii] Erwähnung seiner Verwandten in Band 63a, fol. 65.


6. Berchtold Zimmermann

Berchtold Zimmermann, Custos, erscheint 1504 als Wähler. Gestorben 8. September eines unbekannten Jahres. Er war auch Bibliothekar (Weidmann, p. 55). (65)


7. Jakob Schürpf

Jakob Schürpf, mon. pbr. Erwähnt 1498,1505, 1509, 1514.[i] Als Ökonom von St.Gallen erscheint er 1507, 1509, 1511, 1513. Gestorben 17. August 1515, ca. 52 Jahre alt. (66)

 

[i] Band 97, fol. 84, 175; Band 96, fol. 119b, 185.


8. Gallus Kopf

Gallus Kopf, mon. pbr., erwähnt 1504 als Wähler, ferner 1505, 1509, 1514.[i] Abt Franz bestellte ihn 1506 zum Subdekan.[ii] War auch Bibliothekar (Weidmann, p. 55). Gestorben 3. Juli 1519. (67)

 

[i] Band 97, fol. 161; Band 96, fol. 119b, 185.

[ii] Band 98, fol. 127.


9. Kaspar Rösler

Kaspar Rösler (oder Röster) von Wil, mon. pbr. Am St.Jakobstag 1498 wird er Keller- und Küchenmeister.[i] Ist 1504 als Wähler da. 1505 ist er Ökonom in Rorschach.[ii] Gestorben 25. April 1507 (alias 1517). (68)


[i] Bestallung Band 94, fol. 323b.

[ii] Band 96, fol. 79.


10. Markus Brumann

Markus Brumann, mon. pbr. Ist 1504 unter den Wählern. Er wird ferner erwähnt 1505.[i] Er soll Pfarrer in Wasserburg gewesen sein. 1512 erscheint er als Statthalter in Wil,[ii] wo er am 15. März 1528 starb. (69)


[i] Band 97, fol. 165, 175.

[ii] Der bisherige Name Propst wird abgeschafft.


11. Ulrich Heer

Ulrich Heer, mon. pbr. Die Bestallung eines «fr. Ulrich her» zum Custos unter Abt Franz findet sich in Band 98, fol. 129 ohne Datum. Schon 1504 erscheint er unter den Wählern dieses Abtes, ebenso wird er 1509 erwähnt.[i] Er ist wohl identisch mit dem in Nekrologium 1442 erwähnten Udalricus, mon. pbr., der am 23. Dezember 1514 starb. (70)

 

[i] Band 96, fol. 119.


12. Joachim Cuentz

Joachim Cuentz, pbr., erscheint 1504 unter den Wählern. Abt Franz ernannte ihn zum Kantor. Es heisst von ihm, dass er dem Kloster viele Bücher schrieb, doch weist heute nichts mehr auf eine solche Tätigkeit hin. Gestorben 2. Februar 1515 (Weidmann, p. 54). (71)


13. Otmar Fluck

Otmar Fluck, mon. pbr., erscheint 1504 unter den Wählern und wird 1509 nochmals erwähnt.[i] Abt Franz bestellt ihn zum 2. Kantor. Gestorben am 3. September 1510. (72)

 

[i] Band 96, fol. 119b.


14. Albert Miles

Albert Miles von Lichtensteig – sein Vater, Hildebrand M., war Schultheiss von Lichtensteig und Obervogt zu Iberg, dessen Bruder der bekannte Dekan und Chronist Hermann Miles war – ist 1504 ebenfalls unter den Wählern und wird 1509 und 1514 erwähnt.[i] 1514 wird er zum Custos bestellt.[ii] Er war 1529 Subprior und verpflichtete sich noch am 20. Februar 1529 eidlich, beim alten Glauben zu bleiben; trotzdem fiel er ab und heiratete die Tochter des Burgermeisters Payer von Schaffhausen. Er empfing eine Pension resp. Abfindungssumme und erwarb sich das St.Galler Burgerrecht.[iii] (73)


[i] Band 96, fol. 119b, 180b, 184b.

[ii] Band 98, fol. 142b.

[iii] s. u. Abt Franz. – Siehe J. Müller, Die Tagebücher Rudolf Sailers, Mitteilungen zur vaterländischen Geschichte, XXXIII., p. 284, Anm. 2.


15. Petrus Muntprat

Petrus Muntprat von Spiegelberg, mon. pbr., ist 1504 bei der Wahl des Abtes Franz und wird 1509[i] nochmals erwähnt. Gestorben 13. November 1513. (74)


[i] Band 96, fol. 119.


16. Johannes Cuenz

Johannes Cuenz wohnt 1504 der Wahl des Abtes Franz bei. 1506 ist er Pfarrer in Altstetten. 1509 und 1514 wird er wieder erwähnt.[i] 1515 ist er Grosskeller.[ii] Er soll auch Subdecan gewesen sein. Gestorben 6. Mai 1525. (75)

 

[i] Band 96, fol. 119b, 185.

[ii] Band 436, p. 218.


17. Ludwig Blarer von Wartensee

Ludwig Blarer von Wartensee erscheint 1504 als jüngster auf der Liste der zur Abtwahl versammelten Kapitularen. Er war Ökonom in Rorschach. 1515 ist er Cellerar und Ökonom in St.Gallen.[i] 1516, 11. September, bestellte ihn Abt Franz zum Dekan.[ii] 1526, 8. August, postulieren die Schwyzer mit Zustimmung des resignierten Abtes von Einsiedeln, Konrad III. von Hohenrechberg, ihn als Abt von Einsiedeln und führen ihn am 14. August als solchen ein. Zuvor verzichtete Ludwig auf seine Pfründen, die Pfarrei Gossau und eine Kaplanei bei St.Leonhard zu St.Gallen. Abt und Konvent von St.Gallen versprachen ihm, für den Fall, dass er ohne Pension von Einsiedeln weg müsste, ihn wieder als Kapitularen aufzunehmen. Mit den Schwyzern, die ihn mit Umgehung des Kirchenrechtes an die Abtei brachten, schloss er ein Verkommnis, worin er versprach, die Rechte des Gotteshauses zu wahren usw. – Gegen seine Berufung erhoben die am 16. November 1526 zu Tübingen versammelten süddeutschen Grafen und Freiherren Einsprache, da er nicht dem hohen Adel angehörte und auch nicht Kapitular von Einsiedeln war. Doch kümmerte sich niemand um diese Verwahrung. – Schwieriger gestalteten sich die Verhandlungen mit Rom, das ihn nicht anerkennen wollte. Erst am 8. Januar 1528 erkannte ihn Clemens VII. als Administrator des Stiftes an, und erst durch Bulle vom 26. April 1533 ward seine Einsetzung zur kanonischen gemacht und er als Abt bestätigt. 1529 bereitete er seinen aus St.Gallen vertriebenen Mitbrüdern, die auch die Reliquien der hl. Othmar und Notker mitbrachten, in Einsiedeln ein Asil. Mit Zürich erneuerte er am 30. September 1533 das Burgrecht. Von Paul III. erhält er am 13. Dezember 1537 für die Dauer der Häresie in der Schweiz die Vollmacht, Kirchen und Altäre weihen und das Sakrament der Firmung spenden zu können. Von grösster Wichtigkeit war, dass er mit dem alten Brauche, nur hochadelige Mitglieder aufzunehmen, brach und 1536 die ersten bürgerlichen Kandidaten in den Stiftsverband einverleibte. Er selber nahm fünf Patres und zwei Laienbrüder auf. Von diesen schickte er einen Pater nach Ochsenhausen, einen andern nach Hirsau, um die dortige Observanz kennen zu lernen. In Einsiedeln führte er die Form des Habits und der Tonsur ein, wie sie in St.Gallen gebräuchlich waren. Schon er gab sich Mühe, auf den Stiftspfarreien wieder den alten Glauben herzustellen. Gestorben 26. Februar 1544.[iii] (76)

 

[i] Band 98, fol. 173a.

[ii] Band 98, fol. 126b.

[iii] Vgl. Ringholz, Geschichte des fürstl. Stifts U.L. Frau von Einsiedeln etc. (Einsiedeln, Benziger, 1904), p. 637, 643; Ringholz, Kurze chronologische Übersicht der Geschichte des fürstlichen Benediktinerstiftes U.L. Frau von Einsiedeln (Stift Einsiedeln 1900), p. 51ff.