Professen unter Abt Beda Angehrn (1767-1796)


1. Br. Johann Nepomuk Gresser

Br. Johann Nepomuk (Gall Josef Leopold) Gresser von Wil. Geboren am 15. November 1750. Eltern: Johann Jakob Gresser und Maria Barbara Josefa Bridler. Profess 7. Juni 1767. Subdiakon 20. Dezember 1771; Diakon 25. März 1773. Er starb schon am 8. April 1773 an einem heftigen Fieber. «Fuit animula innocens et fervidus religious.»[i] (595)

 

[i] Abt Beda, Diarium II, 6


2. Franz Sales Lindenmann

P. Franz Sales (Franz Constantius) Lindenmann von Goldach. Geboren am 2. Mai 1744 als Sohn des Ammann Josef Anton Lindenmann und der Maria Jakobea Stürmin. Profess 7. Juni 1767. Subdiakon (?.) April 1770; Priester (?.) März 1773. Primiz 13. April 1773.

 

Von 1781-1785 war P. Franz Sales Pfarrer in Hemberg (Rothenflue), wurde am 25. Juni 1785 Propst und Pfarrer in Peterzell, bis er am 13. Juni 1795 als Moderator der Schule nach St.Gallen zurückkam. Am 3. Juni 1796 wurde er Kustos. Beim Einbruch der Franzosen floh er im Mai 1798 nach dem Kloster Ochsenhausen. Im Juli 1803 finden wir ihn in Untereggen, wo er sich im dortigen Pfarrhof aufhielt. Er starb am 4. November 1809 in Untereggen, wo er begraben wurde. Die Regierung übernahm es, die von ihm hinterlassenen Schulden im Betrage von 55 fl. zu tilgen[i].

 

Eine Schwester, Maria Scholastica, war in Magdenau eingetreten. (596)

 

[i] K.A.R. 147, 7.


3. Leodegar Crauer

P. Leodegar (Jodocus Josef Alexius Aloysius) Crauer von Luzern. Geboren am 7. Juni 1750 als Sohn des Anton Crauer und der Maria Verena Stocker. Subdiakon 20. März 1771; Diakon 25. März 1773; Priester 22. September 1774. Primiz 29. September 1774.

 

P. Leodegar kam am 22. September 1775 nach St.Johann. Von 1780 an war er Pfarrer in Stein[i]. Am 11. September 1783 wurde er Pfarrer in Neu St.Johann; kam von dort am 2. Oktober 1784 nach St.Gallen. Im Mai 1787 war er in Ebringen, von wo er am 6. Oktober 1788 zurückkam, um am folgenden 26. Oktober die Pfarrei Altstätten anzutreten. Vom 9. September 1789 bis zum 23. Oktober 1792 war er Subprior in St.Johann. Am 13. Juni 1795 wurde er Direktor der Stiftsdruckerei und am 7. Oktober 1796 Pfarrer von St.Gallen. Als er nach der Schlacht von Zürich, Ende September 1799 floh, fand er im Kloster Weissenau einen Zufluchtsort. Im Juni 1802 war er Pfarrhelfer in Haslach, kam dann aber nach Inneringen, von wo er anfangs April 1805 zu seinem Bruder, Anton Crauer, Kürschner, in Luzern, ging. Die Regierung von Luzern verwandte sich für ihn um eine Pension in St.Gallen. Seit 1814 finden wir ihn als Beichtiger in St.Maria bei Wattwil, wo er am 31. März 1829 starb, «ein lieber und rechtschaffener Mitbruder.»[ii] (597)

 

[i] Wie Rothenflue hat, der ihn bis 1785 dort lässt, was ganz unmöglich ist

[ii] Abt Pankraz, Diarium III, 274


4. Blasius Immenott

P. Blasius (Nikolaus Thaddäus) Immenott von Feldkirch. Geboren am 5. Dezember 1746. Eltern: Martin Johann Immenott und Salome Kessler. Profess 16. Oktober 1768. Priester 22. September 1774.

P. Blasius kam am 22. September 1775 nach St.Johann. Am 28. Januar 1777 wurde er Pfarrer in Stein, wo er am 9. Mai 1778 starb «anno aet. 32 adhuc non inutilis esse potuisset, si Deo placuisset.»[i] Er fand seine letzte Ruhestätte in Neu St.Johann. (598)

 

[i] Abt Beda, Diarium II, 338


5. Pankratius Vorster

P. Pankratius (Franz Anton Ignaz Eduard Aloys) Vorster von Wil. Er wurde geboren am 31. Juli 1753 zu Neapel als Sohn des Josef Zacharias Vorster, Hauptmann im Regimente Jauch, und der Anna Maria Rosa Berni. Profess 19. Mai 1771. Subdiakon 22. September 1774; Diakon ?; Priester 13. Juli 1777. Primiz 20. Juli 1777, wobei Pfarrer Müller von Jonschwil predigte.

 

Am 12. Juni 1780 ging P. Pankraz mit P. Bernhard Hannes nach Einsiedeln zu einer Disputation; ein Zeichen, dass er damals schon an der höhern Schule tätig war. Am 28. November 1780 wurde er (wieder) zum Professor der Philosophie für zwei Neuprofessen und 3 Scholaren bestimmt. Mit Pater Johann Nepomuk ging er am 9. August 1783 nach Rheinau zu einer Disputation. Am 26. November 1783 wurde er Professor der Moral und Pastoraltheologie. Im März und Oktober 1784 und Januar 1785 wurde er mit zu den Verhandlungen über P. Notker Grögle (s. o.) beigezogen. Mit P. Johann Nepomuk unternahm er im Juli/August 1784 eine Reise nach Neresheim. Am 3. November 1784 wurde er Brüderinstruktor. Am 15. August 1785 bemerkt Abt Beda in seinem Tagebuch, dass schon seit einiger Zeit eine Gärung im Konvente vorhanden sei; P. Pankraz[i] habe eine Schrift aufgesetzt, wonach der Konvent verlange, dass der finanzielle Stand des Klosters durch vier Deputierte untersucht würde. Der Abt drohte zunächst mit Abdankung, ernannte dann aber doch eine Kommission für den Untersuch,[ii] worauf wieder etwas Ruhe eintrat. Am 5. September übergab der Abt eine Aufstellung der Finanzen, doch zweifelte er, ob P. Gerold Brandenberg und P. Pankraz, den er als Urheber aller Unruhe bezeichnet, sich ergeben würden.[iii] Am 23. November 1785 reichte P. Pankraz im Verein mit den Patres Benedikt, Tutilo und Ambros einen Protest ein gegen die Errichtung einer Pfarrei in Ricken; nach dem Abte handelte es sich aber nur um die Errichtung einer Filiale, die von Wattwil abhängig sein sollte. Am 1. Dezember 1785 kam P. Subprior zum Abte und meldete, dass die Patres Pankraz, Benedikt, Tutilo, Euseb und Ambros neuerdings eine Remedur der Ökonomie oder dann die Zusammenberufung eines Generalkapitels verlangt hätten. Die Unzufriedenen korrespondierten, wie der Abt schreibt, hinter seinem Rücken mit dem Visitator in Einsiedeln. Er meint, es gebe keine Ruhe, bis er abdanke. Am 3. Dezember 1785 ersuchte P. Pankraz den Statthalter P. Deicola, er möchte sorgen, dass er einmal mit dem Abt allein nach Rorschach oder Wil fahren könnte, um sich so unauffällig mit ihm bereden zu können; er wolle sich ja gerne belehren lassen und dann für Ruhe im Kloster sorgen. Der Abt war bereit dazu. Er bemerkt überdies: «Es scheint, er wolle zurück und reue ihne seine bisanhin begangenen Ungeschicklichkeiten. Doch traue ich noch nit; habe mir aber nichts zu förchten.»[iv] Am 11. Dezember 1785 kam es auf einer Heimfahrt von Wil zu der gewünschten Unterredung zwischen dem Abt und «dem Anführer der Mißvergnügten». «Er redete aber zugleich vil falsches und batte mich, daß man untersuchen solte, wie man etwas erhausen und in den ämbteren erspahren könnte; aber das ist einfältig: ich thue ja, was ich kann und werde es allzeit thun; kurz, wan mann unruhig ist, so critisiert mann alles.»[v] Die Sache kam in der Folge vor den Abt von Einsiedeln als Visitator, den Nuntius in Luzern und schliesslich nach Rom. Vom 15. bis 23. März 1786 war der Abt mit Schreiben nach Rom beschäftigt, über den Status, «welcher von einigen aus den unsrigen praecipue a P. Geroldo Brandenberg, P. Pancratio Vorster, die sich als die Häupter wider mich bey Herren Decan ungescheut angegeben, so mißlich und gefährlich angeschrieben worden.» Wieder trat P. Pankraz, der am 4. August 1786 nach St.Moritz gereist war, «das Wasser alldort zu trinken», anlässlich des Generalkapitels vom 26. September 1787 hervor. «Ware zimlich stürmisch und ohne respect auf mein person, doch nur von P. Geroldo, Pancratio, Ambrosio und ihren iungen anhängeren, praesertim fratrum, excepto fratre Othmaro.» Am 17. September 1788 versammelte der Abt das Kapitel, dem er bekannt gab, wie er habe resignieren wollen, was Rom aber nicht angenommen hätte. Er legte nun allen Teilen Stillschweigen auf, und damit dieses wohl umso besser beachtet würde, befahl er P. Gerold und P. Pankraz, nach Ebringen zu gehen, wo sie sich bis zum 25. September einzufinden hatten. Die Beiden erklärten freilich mit den Patres Ambros und Ildephons, das römische Schreiben für erschlichen. «Sie müßten eben zu Rom fragen, wohin ich diesen ihren Schritt schon angezeigt habe,» bemerkt der Abt.[vi] P. Pankraz sollte sich zunächst zu seiner Erholung in Ebringen aufhalten, dann aber dort einige Güter vermessen, wie die Kapitelsakten sagen. Am 9. August 1789 ernannte ihn der Abt zum Unterstatthalter daselbst, während P. Gerold Statthalter wurde.[vii] P. Pankraz selbst war unzweifelhaft ein sehr fähiger, tüchtiger Kopf, ob aber die von ihm eingeschlagenen Wege immer die richtigen waren, ist doch zu bezweifeln. Als Pater Pankraz nach Ostern 1796 nach St.Gallen kam, nahm ihn Abt Beda sehr gut auf, versöhnte sich vollständig mit ihm, hiess ihn aber doch wieder nach Ebringen zurückkehren. Der Tod des Abtes, 19. Mai 1796, rief ihn alsbald zurück. Am 1. Juni wurde er dessen Nachfolger.[viii] Abt Pankraz sollte der letzte in der glänzenden Reihe der St.Galler Abte sein. Nach einem äusserst wechselvollen Leben starb er am 9. Juli 1829 im Kloster Muri, wo er auch sein (vorläufiges) Grab fand.[ix]

 

Schriften:

 

a) Gedruckte:

 

1. Philosophia Nevvtono-Boschocichiana, quam (Praeside P. Pancratio) . . . propugnandam suscipiunt Columbanus Ferch, Blasius Müller, Dominicus Rischti . . . die l. Augusti Anno MDCCLXXXI. Typis pr. mon. S. Galli. 4°, 18 S. – Stiftsarchiv St.Gallen R 29 F 4/5. – Zürich. Zentralbibliothek RRi 215 Adl. 7 (Grolig).

 

2. Attractio universalis seu systema physicum Newtonianum quod . . . (Praeside P. Pancratio) propugnabunt (. . .) Della Torre et (. . .) Scherer. Die 22. Octobris Anno MDCCLXXXIII. Typis pr. mon. S. Galli 1783. 4°, 11 S. – Zürich. Zentralbibliothek RRi 215 Adl. 18 (Grolig). – P. Pankraz hielt auch 1780 und 1782 Disputationen ab, deren Thesen aber offenbar nicht mehr vorhanden sind.

 

b) Ungedruckte:

 

Tagebücher von 1796-1829. 4 Bände. Bei den Akten des Abtes im Stiftsarchiv Einsiedeln. (599)

 

[i] «N.B. Wilensis, » wie der Abt beifügt

[ii] P. Dekan, die Patres Augustin, Gerold, Maurus und Pankraz

[iii] Siehe P. Gerold

[iv] Diarium III, 344.

[v] Diarium III, 349

[vi] Diarium III, 551

[vii] Über diese Vorgänge, die noch nicht restlos abgeklärt sind, vergl. die sehr einseitigen Darstellungen Weidmanns in: St.Gallen unter den zween letzten Fürstäbten etc. Abt Beda mag insofern wohl recht gehabt haben, als die gesammt finanzielle Lage des Stiftes eine solche Belastung, wie sie unter ihm erfolgte, ertragen mochte und sich bei Sparsamkeit noch etwas herauswirtschaften liess; anderseits war aber sein Finanzgebahren doch derart, dass es grossen Bedenkten rufen musste.

[viii] Siehe Äbte.

[ix] Über sein Vorleben vergl. Weidmann, St.Gallen unter den zween letzten Äbte, p.77 ff., ferner Dr. J. Müller: Beda Angern, Abt von St.Gallen. Vortrag 1920. S. A. Zu der Seite 183, Anm. 837 gegebenen Literatur ist noch hinzuzufügen: (Dr. Fäh) Die Rückkehr eines Verbannten in seiner Heimat. Artikelserie in der «Ostschweiz», Nr. 288 – 291, Dezember 1923. Ebendaselbst erschien auf den 100. Todestag des Abtes (9. Juli 1929) eine kürzere Biographie des Abtes von Dr. A. Scheiwiler.


6. Franz Heer

P. Franz (Johann Bapt.) Heer von Rorschach. Geboren am 19. Oktober 1748. Eltern: Johann Georg Heer und Maria Rosa Sartori. Profess 19. Mai 1771. Subdiakon März 1773; Diakon September 1774. Primiz 21. März 1776.

P. Franz befand sich zunächst in St.Johann, von wo ihn der Abt am 3. September 1781, da er erkrankte, nach St.Gallen zurücknahm. Am 2. Oktober 1784 kam er aber wieder hin. Dort fand man ihn am 21. März 1790 tot im Bette. «Fuit pius Religiosus», sagt Abt Beda kurz von ihm.[i] (600)

 

[i] Diarium III, 599


7. Valentinus Hagge

P. Valentinus (Josef Anton) Hagge von Wasserburg. Geboren am 9. Mai 1753. Eltern: Anton Hagge und Maria Anna Spiler. Profess 19. Mai 1771. Subdiakon 22. September 1774; Priester 13. Juli 1777. Primiz 22. Juli 1777, wobei P. Franz Uebelhör von Petershausen predigte.

 

P. Valentin wurde am 21. Dezember 1786 Pfarrvikar in Altstätten. Am 23. November 1787 kam er als Pfarrer nach Neu St.Johann, wo er bis 1796 blieb.[i] Am 7. Oktober 1796 wurde er Pfarrer von Ebringen. Er assistierte am 18. November 1804 bei der Abtweihe des Abtes Pankraz in Offenburg.[ii] Ende März 1805 unternahm er im Auftrage des Abtes eine Reise in die Schweizer Klöster,[iii] um Unterstützung für eine geplante Romreise des Abtes zu suchen. Am 26. September des gleichen Jahres trat er mit dem Abte die Reise an, die diesen fluchtartig über Agram und Verocza in Slavonien nach Wien führte, wo sie am 6. Februar 1806 eintrafen. Von dort reiste er am 21.März 1807 wieder auf seine Pfarrei zurück. Er blieb auch nach dem Verlust dieser Herrschaft als Pfarrer dort und starb daselbst am 15. Februar 1814. «Er wurde ein Opfer seines hl. Eifers, mit welchem er den Kranken bei Tag und Nacht beygestanden. Schon im Dezember vorigen Jahres war er für die kranken Soldaten äußerst besorgt, welche auf eine kurze Zeit in das Schloß, wie in ein Lazareth gelegt wurden. Er munterte sie auf, hörte sie Beicht, legte oder setzte sich zu jedem hin etc. Im Jänner riß das ansteckende Nervenfieber in der Pfarrei und in den benachbarten Orten fürchterlich ein. Wir hatten Tag und Nacht wenig Ruhe. Der sel. Mitbruder that mehr, als seine Kräfte zuließen. Endlich erlag er dem Uebel. Er war aus allen hiesigen Kranken und Sterbenden von dem Gifte am heftigsten angesteckt. Und deswegen war auch seine Krankheit kurz und sein Tod schnell. Am 13. Februar that er sich noch Gewalt an und setzte sich mit mir zu Tische, allein der herbeigerufene Doktor befahl ihm sogleich, das Bett zu hüten, erklärte seinen Zustand äußerst gefährlich. Ich wollte den 14. darauf, als an seinem hl.Namenstag, als sein Gewissensfreund, alles in Ordnung bringen. Allein ich konnte mit Noth ihm noch die hl. Sterbsakramente beybringen; er kam vom Verstand, und den 15., abends um halbe 8 Uhr, war er schon eine Leiche. Er starb als ein wahrer armer Religios, der weder seinen Habit mutiert, noch die von Rom provocierte Dispensation in Voto paupertatis annehmen wollte. Diese liegt noch verschlossen in seinem Pult.»[iv] «Dieser liebe Mitbruder und mein Comprofeß war von Jugend auf der Frömmigkeit sehr ergeben, ein Religios, derley man nicht viele finden wird; moriatur anima mea morte justi hujus,» schreibt Abt Pankraz.[v] (601)

 

[i] Rothenflue lässt ihn von 1792 – 1796 dort Pfarrer sein.

[ii] Abt Pankraz, Diarium II, 340.

[iii] Wettingen, Muri, Einsiedeln

[iv] Brief von P. Aemilian Hafner an Abt Pankraz vom 16. März 1814. A.P. 1957.

[v] Diarium III, 56


8. Ambrosius Epp

P. Ambrosius (Johann Franz Josef Anton Maria Aloys) Epp von Rudenz aus Altdorf. Geboren am 17. Mai 1752 als Sohn des Landschreibers Karl Anton Epp und der Maria Anna Katharina Elisabeth Sartor. Profess 19. Mai 1771. Subdiakon September 1774; Priester 13. Juli 1777. Primiz 27. Juli 1777, wobei P. Martin Schmid aus St.Blasien predigte.

 

Am 25. August 1778 schickte der Abt P. Ambros nach Rorschach, damit er dort dem kranken Pater Honorat täglich die hl. Messe lese. 1785 war er Kustos. Mit P. Benedikt, Pankraz u. a. unterzeichnete er am 23. November 1785 den Protest gegen die Errichtung der Pfarrei Ricken; ebenso war er am 1. Dezember 1785 bei jenen, die neuerdings eine Remedur der Finanzen forderten. Auch im Juli 1786 und am 26. September 1787 trat er wieder in den Reihen der Opposition hervor. Auch er wurde am 17. September 1788 nach Ebringen verordnet, wo er am 8. September 1789 zum Gehilfen des Pfarrers bestimmt wurde. Kurz vor 1796 kam er als Küchenmeister nach St.Johann. Am 7. Oktober 1796 wurde er Vizestatthalter in Ebringen. «Wegen Insubordination kam er am 25. November 1799 von Ebringen als Vizestatthalter weg;»[i] doch blieb er offenbar daselbst, denn 1801 war er im August noch dort. Über die Ursachen seiner Absetzung und seine Entfernung von Ebringen spricht er sich in einem Schreiben vom 4. Dezember 1803 an die Regierungskommission, die er um Bewilligung einer Pension anging,[ii] folgendermassen aus: «Ich hatte nach dem Ausbruch der Revolution die Entschlossenheit, meinem Fürsten gegen einige seiner Pläne Vorstellungen zu machen und selbem durch Gründe zu zeigen, daß sie dermalen nicht anwendbar seien. Dieses zog mir die gänzliche Ungnade zu. Auf der Stelle wurde ich wegen diesem von meiner Beamtung entsetzt und musste mir noch daneben Drohungen sagen lassen. Da der Fürst endlich selbst auf Ebringen kam und dort seinen Wohnsitz aufschlug, sah ich mich durch den Drang veranlaßt, mit seinem Willen Ebringen gänzlich zu verlassen und an fremdes Brod mich zu begeben.» Er weilte damals[iii] bereits über ein Jahr bei Junker Karl Schmid, Altgerichtsherr zu Böttstein (im Aargau). Am 16. August 1805 ernannte die Regierung ihn, der damals in Neu St.Johann weilte, zum Beichtvater in Glattburg.[iv] Daselbst starb er am 20. Januar 1817. Abt Pankraz bemerkt zu seinem Tode: «Er war von Jugend auf fromm, eingezogen, leutselig, sehr arbeitsam und in seinen Pflichten sehr genau und festhaltend.»[v] – Ein Bruder, Vinzenz, war Kurat in Altdorf; eine Schwester, Josepha Otmara, war Benediktinerin in Seedorf.[vi]

 

Schriften:

 

1. Annales Monasterii Veteris ac Novi Sancti Joannis in Valle Thauri ex Documentis Archivij S. Galli et aliunde collecti atque in duas partes divisi: Pars I. Monasterium S. Joannis sub propriis Abbatibus, bis 1555. Pars II. Monasterium S. Joannis sub Abbatibus Monasterii S. Galli (1556 bis 1788). Voran steht eine besondere Abhandlung: Epitome veteris ac novi Monasterii S. Joannis. Band 297 und 298 des Stiftsarchivs St.Gallen.

 

2. Verzeichnis aller beständigen Zinse und Gefälle der Herrschaft Ebringen aus den Zinsbüchern und jüngsten Bereinen herausgezogen. 1797. Band 1915a des Stiftsarchivs St.Gallen.

 

3. Jus statutarium vet. Territorii Monast. S. Galli. Gesammelt 1780 von P. Bernhard Hannes, geschrieben von P. Ambros Epp. 3 Bände. Mscr. 1315 a, b, c. Papier 4°. 667, 669-846 und 566 S. (Sch., p. 446).

 

4. Sacrarium S. Galli Tom. V.: De sacra supellectili et alia Anno 1785. 1. Illuminierte Abbildungen von 28 Kelchen, 14 Messkännchen, 3 Patenen, 15 Wappen und 11 andern Zierarten. 2. Register und Inventare von Kirchengeräthen, alten und neuen, in der Kustorei, im 18. Jahrh. (240 Bll.). 3. Rechnungen wegen Kustorei-Sachen. 4. Privilegien und Indulgenzen des Stiftes St.Gallen. Geschrieben (deutsch) von P. Ambros. Mscr. 1722 (Sch., p. 508).

 

Im Klosterarchiv Glattburg befinden sich von ihm: Verschiedene Schriften (Briefe etc., Nr. 42); Ein Gutachten über die Ökonomie (Nr. 44); Sein Testament (Nr. 54). (602)

 

[i] Abt Pankraz, Diarium II, 59

[ii] K. A. Rubrik 147, 2.

[iii] 4. Dezember 1803

[iv] K. A. R. 147, 6.

[v] Diarium III, 134.

[vi] Vergl. P. Notker Wettach, Die Urner Kapitularen im Kloster St.Gallen. Urner Neujahrsblatt 1918, p. 72 ff.


9. Br. Joachim Hannsmann

Br. Joachim (Theodor Otmar) Hannsmann von Neu St.Johann. Geboren am 4. Oktober 1744. Eltern: Fridolin Hannsmann und Anna Katharina Keller. Profess 19. Mai 1771. Er war Krankenbruder und starb am 20. April 1810 im Stifte Ottobeuren, wo er sich schon 1803 befand. (603)


10. Br. Josef Hugentobler

Br. Josef (Jakob) Hugentobler von Züberwangen (Weyern). Geboren am 24. November 1748. Eltern: Jakob Hugentobler und Anna Maria Wick. Profess 19. Mai 1771. Anfangs Januar 1799 aus St.Gallen deportiert, wurde er vom Abt am 5. Januar nach dem Kloster Isny geschickt. Dort blieb er, auch nach der Säkularisation dieses Stiftes. Er wurde Messmer in dem nahe bei Isny gelegenen Reinbach. Auf Verwenden der fürstl. Waldburg-Trauchburgischen Verwaltung bewilligte ihm die Regierung am 17. August 1805 eine jährliche Pension von 200 fl. Er starb am 11. Februar 1807 in Reinbach. (604)


11. Br. Benedikt Brendle

Br. Benedikt (Johann Georg) Brendle von Alt St.Johann. Geboren am 12. Februar 1753. Eltern: Nikolaus Brendle und Salome Egli. Profess 19. Mai 1771. Er lebte seit ungefähr 1800 im Kloster Fischingen, später in Siedwald und starb aber am 21. August 1811 in Neu St.Johann. (605)


12. Roman Frommenwyler

P. Roman (Johann Georg Balthasar) Frommenwyler von Rorschach. Geboren am 29. Dezember 1753. Eltern: Johann Bernhard Frommenwyler und Katharina Waldmann. Profess 30. Mai 1773. Diakon 13. Juli 1777; Priester 2. April 1778. Primiz 20. April 1778.

 

P. Roman wurde am 25. Juni 1785 Unterpfarrer in St.Gallen. Von 1796 (7. Okt.) bis 1799 versah er die Pfarrei Nesslau (Rothenflue). Am 18. Oktober 1799 schickte ihn der Abt mit Br. Magnus nach Schussenried.[i] Im Juli 1800 war er in Ettal, wurde dann aber Pfarrer in Lichtensteig, wo er am 7. September 1802 starb. – Sein Bruder, Bernhard Franz, war Kaplan in Oberegg.

 

Schriften:

 

a) Gedruckte:

 

Scientifica animae et Dei notitia . . . defendens Romanus Frommenwiler. Typ. pr. mon. S. Galli 1772. 4°, 14 S. – Nach Scherer Nr. 286 (Grolig).

 

b) Ungedruckte:

 

Ecclesiae Armenicae confessio. Armenisch-lateinisch von frater junior Romanus Fromenwyler 1775 Abt Beda gewidmet. Mscr. 1513. Papier 2°, 118 S. (Sch., p. 491). (606)

 

[i] Diarium II, 53.


13. Johann Nepomuk Hauntinger

P. Johann Nepomuk (Johann Baptist) Hauntinger von Straubenzell. Geboren am 30. Mai 1756 als Sohn des st.gallischen Buchdruckerei-Faktors Andreas Xaver Hauntinger, der aus Bayern stammte, und der Theresia Lüthi. Profess 30. Mai 1773. Subdiakon 13. Juli 1777; Priester 1779.

 

P. Johann Nepomuk wurde schon am 23. Oktober 1780 Bibliothekar. Mit P. Pankraz ging er Ende Juli 1784 auf eine Reise nach Neresheim. Am 4. August 1786 reiste er mit andern nach St.Moritz, um «das Wasser alldorten zu trinken». Um die Bibliothek erwarb sich P. Johann Nepomuk zunächst besondere Verdienste dadurch, dass er im Verein mit P. Ildephons v. Arx alte Fragmente sammelte und ablöste.[i] Dann arbeitete er eine grössere Arbeit über Diplomatik aus. Als die Zeiten bedrohlicher wurden, ergriff er gegen die Aufständischen scharfe Partei[ii] Er war 1796 Mitglied der Reformkommission und vom 13. März bis 12. April 1797 Abgeordneter auf der Frauenfelder Tagsatzung. Er fing schon 1797 an, die wertvolleren Sachen aus der Bibliothek in Sicherheit zu bringen, wobei ihm besonders Kaufmann J.M. Morel, der Grossvater des bekannten P. Gall Morel, behilflich war. Man brachte die Handschriften und das Archiv zunächst nach Mehrerau, wohin P. Johann Nepomuk im April 1798 selber ging. Der Abt ernannte ihn am 16. Mai 1798 von Wien aus zum Aufseher über die in Schwaben dem Stift gehörenden Gefälle und die geflüchteten Sachen.[iii] Im Herbst- und Wintermonat verbrachte er den grössten Teil der Werke und das Archiv nach dem Kloster Füeßen, der Rest kam anfangs 1799 in den Bregenzerwald. Im Sommer 1799 kehrte er in die Schweiz zurück, musste aber bald wieder flüchten und kam zunächst nach Neu-Ravensburg. Als die Franzosen 1800 in Schwaben einrückten, schaffte P. Johann Nepomuk einen grossen Teil der Bibliothek und das Archiv nach Imst im Tirol. Er selbst blieb in Füeßen, wo der zurückgebliebene Teil den Franken wohl in die Hände fiel, doch von ihnen nicht weggeschafft wurde. P. Johann Nepomuk kehrte, als in der Schweiz wieder Ruhe einkehrte, Ende 1802 zurück und nahm im Kloster Notkersegg als Beichtiger Aufenthalt, wo er schon vor dem Umsturz Beichtiger gewesen war, welches Amt er dort im ganzen 30 Jahre lang versah. Schon am 26. April 1804 wurde er von der Regierung mit der Ordnung der Bibliothek beauftragt, was er auch tat. Am 23. November 1811 wurde er zum eigentlichen Bibliothekar bestellt und erwarb sich so um die Bibliothek manche Verdienste. Er berichtet selber der Regierung,[iv] dass er von 1779-1798 der Bibliothek «weit über 5000 Volumes» einverleibt habe, ohne dafür vom Fürsten etwas zu erhalten.[v] Er starb am 18. Dezember 1823 im Kloster Notkersegg. – Ein Bruder von ihm war P. Blasius in Rheinau.[vi]

 

Schriften:

 

a) Gedruckte:

 

Wie entsprechen die ehrerbietigen Vorstellungen vom 3. Junius dem landesherrlichen Zurufe vom 16. April (1795) ? 8° (erschien anonym).

 

b) Ungedruckte:

 

1. Accessionskatalog der Stiftsbibliothek 1780-1792. Mit Vorrede, laut welcher in den genannten 13 Jahren 146 Bände Handschriften und 200 Bände Incunabeln zur Bibliothek gekommen sind. Mscr. 1285. Papier 2°, 261 S. (Sch., p. 443).

 

2. Diplomatik. Auszug aus dem «Neuen Lehrgebäude» der Benediktiner Toustain und Tassin, deutsch von Adelung, Erfurt 1759-1769. Mscr. 1499. Papier 4° (Sch., p. 488). Ein zweites Exemplar dieses Auszuges befindet sich in Einsiedeln.

 

3. Diarium S.Gallense. Stiftsakten vom 10. März bis 31. August 1798. Mscr. 1413 soll von ihm sein (?).

 

4. Reisetagebuch, von St.Gallen nach Augsburg, München, Neresheim und Ulm, im Juli 1784. Mscr. 1681. Papier 4°, 311 S., Kopie (Sch., p. 503). – Das Original befindet sich in der Manuskriptensammlung des Stiftes Einsiedeln. Mscr. 464. Meier, Catalogus Mscr. p. 377. – Es wurde durch P. Gabriel Meier in der 2. Vereinsschrift der Görresgesellschaft 1889 veröffentlicht: Süddeutsche Klöster vor hundert Jahren. Reisetagebuch des P. Nepomuk Hauntinger, O.S.B., Bibliothekar von St.Gallen. 8°, 130 S. – Im Rheinauer Archiv des Stiftes Einsiedeln befinden sich: Reise-Beschreibung von 1784, von St.Gallen nach Neresheim und zurück, von P. Nepomuk Hauntinger. 5 Stück. R 98 und Reisediarium über einen Theil des schwäbischen und bayerischen Kreises von P. Nepomuk Hauntinger. 1784, 2 Bll. R 99.

 

Die Fragmentenbände siehe bei Ildephons v. Arx verzeichnet. (607)

 

[i] Siehe bei P. Ildephons

[ii] Siehe Schrift unten.

[iii] Diarium I, 268

[iv] 3. Juli 1803

[v] K. A. 147, 6.

[vi] Über Hauntinger vergl. Weidmann, p. 171 – 203. Hist.– biogr. Lexikon IV, 89. – Baumgarter, Geschichte des Kantons St.Gallen- I-III. – Dr. J. Müller, Neugarts Briefwechsel mit St.Gallen, in Festschrift Paul Kehr, 1925, p. 691 bis 705. – In Mscr. 939 findet sich p. 379 eine Notiz von P. Ild. v. Arx über Krankheit und Tod P. Joh. Nep. Hauntingers. (Sch. p. 353.)


14. Nikolaus Lüchinger

P. Nikolaus (Josef) Lüchinger von Montlingen. (Oberriet). Geboren am 5. Januar 1753. Eltern: Johann Lüchinger und Maria Katharina Zurburg. Profess 30. Mai 1773. Diakon 13. Juli 1777; Priester 2. April 1778. Primiz 21. April 1778.

 

P. Nikolaus wurde am 10. Juni 1778 nach St.Johann geschickt, «zu docieren». Im September 1791 finden wir ihn als Pfarrer in St.Gallen, von 1795-1796 in Peterzell (Rothenflue). Am 7. Oktober 1796 wurde er Vizestatthalter und am 30. September 1797 Gerichtsherr in Neu St.Johann. Beim Einbruch der Franzosen floh er nach Mehrerau. Anfangs 1799 finden wir ihn in Klus bei Feldkirch, wo er bald darauf Pfarrvikar wurde. Im Januar 1803 wurde er Pfarrer daselbst, während sein Mitbruder, P. Burkard, Vikar war. Auf seine Bitten erhöhte ihm die Regierung am 17. November 1806 die Pension von 360 auf 440 fl. Anfangs April 1809, bei Beginn des Bauernaufstandes, ging er, wie er der Regierung berichtete, von Klus weg nach Oberried, wo er in der Folge als Privat blieb und am 28. April 1827 starb. Ein Bruder war Weltpriester.

 

Schriften:

 

Annalysis psalmi XXIII. Hebräisch-lateinisch. Von Fr. Nicolaus 1777 Abt Beda überreicht. Mscr. 1515. 2°, 237 S. (Sch., p. 491). (608)


15. Josef Stader

P. Josef Stader von Reichenau. Geboren 1717. Er war 1739 Profess der Reichenau geworden, lebte dann aber in St.Gallen, wo ihm das Kapitel am 18. Mai 1774 die Aufnahme bewilligte; die Urkunde darüber datiert vom 19. Mai. Er war Beichtiger in St.Maria bei Wattwil (Pfanneregg), wo er am 20. Mai 1784 starb und begraben wurde. (609)


16. P. Beda Gallus

P. Beda (Pankraz) Gallus von Zuzwil. Geboren am 2. September 1757. Eltern: Johann Gallus und Anna Maria Gallus. Profess 24. Juni 1774. Subdiakon Dezember 1779; Priester Juni 1781.

 

P. Beda wurde noch als Frater am 5. August 1780 zum Lehrer der Mathematik bestimmt; mit P. Heinrich sollte er abwechselnd Philosophie dozieren. Am 3. September 1781 kam er nach St.Johann; 1783 muss er aber wieder zurückgekehrt sein, denn er hielt als Professor der Philosophie 1784 und 1790 Disputationen ab. Am 3. November 1788 wurde er Brüderinstruktor und Unterpfarrer. Am 23. Oktober 1792 kam er als Subprior nach St.Johann. Seit dem 7. Oktober 1796 war er in St.Gallen Subprior. Am 4. Januar 1799 wurde er von St.Gallen ausgewiesen und kam nach Mehrerau. Am 15. April 1799 übernahm er die Pfarrei Grünenbach. 1800 finden wir ihn als Pfarrvikar in Wasserburg. Als Hoffnung auf Rückkehr nach St.Gallen bestand, ernannte ihn der Abt im Oktober 1802 zum Kornherr. Er blieb in Wasserburg bis anfangs 1807, worauf er als Pfarrer nach Peterzell kam. Als solcher wurde er bald darauf (1808) Dekan des Kapitels Toggenburg. Seit 1814 war er Pfarrer in Züberwangen und zugleich Dekan des dortigen Ruralkapitels. Hier starb er am 8. März 1816. Abt Pankraz, der die Todesnachricht in Rom vernahm, bemerkt dazu: «Beda war noch nicht alt, ein wahrer Religios, dessen Verlurst nicht ersetzen ist.» [i] (610)

 

[i] Diarium III, 110


17. Josef Bloch

P. Josef (Jodocus) Bloch von Oberbuchsiten. Geboren am 5. Januar 1754 als Sohn des Ambros Bloch und der Elisabeth Pfluger. Profess 24. Juni 1774. Subdiakon Juli 1777; Diakon 2. April 1778; Priester 7. Juni 1781. Primiz 17. Juni 1781, an welchem Tage alle sechs Neupriester ihre erste hl. Messe lasen; P. Josef hielt das Hochamt.

 

Wir finden P. Josef am 11. September 1783 als Subprior in St.Johann, dann vom 21. März 1786 bis zum 7. Oktober 1796 als solchen in St.Gallen. In dieser Eigenschaft nahm er auch im Mai 1795 an den Verhandlungen mit den Aufständischen teil, wobei er auf Seite des Kapitels gegen Abt Beda stand. Für den erkrankten P. Magnus kam er im Oktober 1796 als Vizestatthalter nach Wil. Von 1798/99 versah er die Pfarrei Libingen (Rothenflue). Er starb am 21. September 1799 in Wil. «Er war ein rechtschaffener Religios, dem Stift ganz gewidmet, unermüdet in der Arbeit, hat Vieles geschrieben und gearbeitet, lange Zeit war er Subprior und hernach Unterstatthalter in Wil. Während der Revolution versah er die Pfarrei Libingen, besorgte die Klosterfrauen als Visitator und that alles mögliche.»[i] – Seine Brüder waren: Abt Augustin von Fischingen, P. Ambros in Einsiedeln, P. Meinrad in Muri und P. Fintan, der Kapuziner war.

 

Schriften:

 

a) Gedruckte:

 

l. Das Nothwendige zu einem frommen Leben. Kempten 1790. 8°. Aarau. Kantonsbibliothek I. 184.

 

2. Patriotischer Zuruf eines Alt-St.Gallischen Landmanns an seine Mitlandsleute. 1795. 8°. Anonym.

 

b) Ungedruckte:

 

1. Die Besitzungen des fürstlichen Stifts St.Gallen, nach einigen politischen und oeconomischen Beziehungen. Ein Anhang zu: Helvetien tabellarisch dargestellt. 1789. Enthält 10 statistische Tabellen mit sehr nützlichen Notizen(Wegelin). Band 149 des Stiftsarchivs St.Gallen.

 

2. Glossarium Turgoicum medii aevi oder Erklärung der Wörter, welche in den Schriften des 13., 14., 15. und 16. Jahrhunderts nach der Schreib- und Mundart in der Gegend um den Bodensee und des Thurgaus am öftesten in Vorschein kommen. Fol. min. (Der Handschrift nach von P. Josef Bloch). Band 180 des Stiftsarchivs St.Gallen.

 

3. Burchardi I. Abbatis S. Joannis in Valle Thurana Epistolae Binae ex vetustis Manuscriptis membranaceis. 4°. Berchtoldi Abbatis Angelomontani Apologia seu opus contra Errorem Burchardi Abbatis S. Joannis in Valle Thurana ex vetustis Manuscriptis membranaceis. Zu Anfang eine Handzeichnung: Idea veteris Monasterii S. Joannis ex vetusta tabula. Kopie von P. Josef Bloch. 1785. Band 289.

 

4. Conflictus Domini Burchardi () et Dni Hugonis (Monasterii Omnium SS. Schafhus.) Abbatum super quadam sententia de Libro Augustini contra Faustum. Ex Mscr. Codice Bibliothecae Schaffhussanae saec. XII. 4°.

 

Am Anfang ein Bild: Idea Monasterii S. Joannis Bapt. Et Evang. in valle Thurana anno 1626 aedificati sed hodie in multis immutati. Band 290 des Stiftsarchivs St.Gallen.

 

5. Das Geschlecht der Edeln, jetzt Grafen von Waldkirch, aus der Geschichte, aus Urkunden und alten Handschriften beleuchtet von P. Josef Bloch. Dem pfalz-bayerischen Kämmerer, Graf Joh. Theodor von Waldkirch zugeeignet. 1793. 4°. Band 338 des Stiftsarchivs St.Gallen.

 

6. Collectanea ad Historiam Monasterii S. Mariae Angelorum in Toggio prope arcem Ibergam siti. In hunc ordinem digestum per P. J. Bloch Capitul. Monrii S. Galli ac p. t. Subpriorem et Moderatorem FF. Juniorum S. Galli anno 1787. Das voluminöse Werk umfasst in chronologischer Reihenfolge alle, das Frauenkloster betreffende Urkunden und sonstige Aktenstücke ab Anno 1411-1771. Band 699 des Stiftsarchivs St.Gallen.

 

7. Frag, was enthalten die sogenannten ehrenbietigen Vorstellungen der alten St.Gallischen Landschaft an seinen (ihren) gnädigsten Fürsten, Decan und Convent: beantwortet von einem Gotteshausmann, der weder vom fürstl. Stift, noch vom Land in diesem Geschäft gebraucht worden. 4°. In Band 1245 des Stiftsarchivs St.Gallen.

 

8. Specification und Beschreibung aller Lehenhöfe, Schupissen, Mühlen und Erblehen-Höfe der Statthalterei Wyl. Mit Register. Band 1414 des Stiftsarchivs St.Gallen.

 

9. Verzeichnis der reformierten Pfarreien, ihrer Einkünfte und Seelenzahl, welche in den fürstl. St.Gallischen Landen sich befinden oder vom fürstl. Stift vergeben werden. 1789. 4°. Band 1545 des Stiftsarchivs St.Gallen.

 

10. Verzeichnis aller reformierten Pfarreien, so unter St.Gallen stehen im Toggenburg, Thurgau und Rheinthal. 1790. Der Schrift nach von P. Josef Bloch. Band 2032 des Stiftsarchivs St.Gallen.

 

11. Die Besitzungen des fürstl. Stiftes St.Gallen nach einigen politischen, geographischen und oeconomischen Beziehungen, als Anhang zu Helvetien tabellarisch vorgestellt. 1789. Gr. Fol. Band 2032 des Stiftsarchivs St.Gallen (s.o. Nr. 1).

 

12. Notae ad historiam oppidi et monasterii Rosaceni ex archivo collectae. Von 899-1759. Von P. Josef Bloch. (2 Exemplare) Mscr. 1422 und 1423. Papier 4°, 86 und 48 S. (Sch., p. 479).

 

13. Notae ad historiam Hospitalis S. Othmari seu Acta fratres conversos S. Galli spectantia. – Der 1. Teil enthält die Geschichte bis 1470; der II. von 1470, wo Abt Ulrich VIII. die Brüder ins Konvent aufnahm, bis zur Reformation; der III. von 1520-1662, wo die Brüder in einem eigenen Hause lebten, und der IV. von 1662-1793, wo sie im Konvente lebten. Im Anhang findet sich eine Liste der Brüder von 1470 resp. 1431 an. Am Anfang findet sich eine Federzeichnung, die einen Konversen aus dem XVI. Jahrhundert darstellt. Geschrieben von P. Josef Bloch. 1793. Mscr. 1426. Papier 2°, unpag. (Sch., p. 479).

 

14. Domestica majorum nostrorum exempla virtutum ad aemulationem proposita. Das Werk enthält unter verschiedenen Titeln: Abbas, Abstinentia, adolescentia, adversitates, Angelus, Apostatas, Castitas, Cella, Charitas Dei, proximi etc. alphabetisch geordnet, die Tugendbeispiele aus dem Leben der St.Gallischen Mönche aus den verschiedensten Zeiten. Neben den alten Lebensbeschreibungen wurden die Arbeiten von Stipplin, Suter u. a. benützt. Mscr. 1427. Papier 2°, 753 S. (Sch., p. 479).

 

15. Wie die Stadt St.Gallen vom Stifte unabhängig wurde. In Mscr. 1433. Papier 2°, 15 S. (Sch., p. 480).

 

16. Civitas S. Galli qua ratione respublica sit facta von P. Josef Bloch. 1789. Mscr. 1434. Papier mit gedruckten Urkunden. 2°, 80 S. (Sch., p. 480).

 

17. Die Besitzungen des Stiftes St.Gallen von P. Josef Bloch. 1789. Mscr. 1435. Papier 2°, 36 S. (Sch., p .481). (611)

 

[i] Abt Pankraz, Diarium II, 48


18. Athanasius Sartory

P. Athanasius (Andreas Gebhard) Sartory von Fussach. Geboren am 18. Juni 1756. Eltern: Andreas Sartory und Christina Bachmeyer. Profess 24. Juni 1774. Subdiakon 13. Juli 1777; Diakon 2. April 1778; Priester 7. Juni 1781. Primiz 17. Juni 1781.

 

P. Athanasius wurde am 25. Juni 1785 Pfarrer in Hemberg, kam am 17. September 1788 nach Nesslau (resp. Neu St.Johann), wo er bis zum 4. November 1791 wirkte. 1795 wurde er Pfarrer in St.Gallen. Am 7. Oktober 1796 wurde er Pfarrer und Propst in Peterzell, kam aber schon am 29. September 1797 als Pfarrer nach Alt St.Johann. Für P. Ambros wurde er am 25. November 1799 Unterstatthalter in Ebringen. In dieser Stellung blieb er bis zum Verluste der Herrschaft in Ebringen, wurde dann aber daselbst Frühmessvikar (1806). 1807 kam er als Pfarrer nach Fussach. Von 1812-1828 war er Pfarrer in Thal. Seit 1828 lebte er im Kloster Grimmenstein, wo er am 24. Juni 1831 sein goldenes Priesterjubiläum feierte und am 3. Juni 1837 starb. (612)


19. Ildephons von Arx

P. Ildephons (Urs Josef Nikolaus) von Arx aus Olten. Geboren am 3. Oktober 1755 als Sohn des Urs von Arx und der Anna Maria von Rohr. Er besuchte zunächst die Elementarschulen seiner Vaterstadt, kam 1769 nach St.Johann und 1771 nach St.Gallen. Profess 24. Juni 1774. Subdiakon 13. Juli 1777; Diakon 2. April 1778; Priester 7. Juni 1781. Primiz 17. Juni 1781.

 

In seinen ersten Priesterjahren wirkte P. Ildephons im Auftrag des Abtes besonders für die Durchführung der Normalschulen; so hielt er 1785 darüber Predigten in Gossau und Andwil, in Magdenau eröffnete er im November 1785 einen eigenen Lehrkurs für sechs Schulmeister und vier Knaben. Am 9. März 1786 bemerkt der Abt: «Habe R. P. Ildephonsum ex consilio als Beneficiatum der St.Sebastianpfrund zu Altstetten bestellet, daß er unter diesem praetext die Kind, welche freywillig ihme zugeschickt würden, in der normal unterweisete; nichts desto weniger aber R. P. Parocho verhilflich seye in cura animarum, in concionando etc. – Ich möchte halt gehrn, so ganz verlohrener weis, die Altstetter und andere Rheinthaler zu der normal schuhl und neu aufgelegten catechismo bringen, welch beiden Stucken sie sich bis anhin widersetzt haben.»[i] Von Altstätten kam er – da die Sache offenbar nicht recht gedeihen wollte – am 21. Dezember 1786 nach Neu St.Johann. Anfangs Januar 1787 finden wir ihn in Peterzell, wo er wieder einen Lehrkurs für die Schulmeister von Peterzell, Hemberg, Kappel und Mogelsberg erteilte; die Schwierigkeiten waren aber auch hier gross.[ii] Am 23. November 1787 kehrte er nach St.Gallen zurück. In dem berühmten Kapitel vom 17. September 1788, wo Abt Beda seine Gegner – zu denen möglicherweise auch P. Ildephons zählte, sein Name wird zwar nicht genannt – ausserhalb des Klosters versetzte, kam er als Pfarrer nach Hemberg.

 

«Schon als junger Religiose verlegte er sich mit entschiedener Vorliebe auf das Quellenstudium der vaterländischen Geschichte und auf die demselben entsprechenden Hülfswissenschaften. Durch die Umstände begünstigt, erhielt er bald auch den Zutritt ins Archiv, dessen kostbare Urkundenschätze seiner Wißbegierde und seinem Forschungstrieb eine reichhaltige Nahrung darboten und den Entschluß, die st.gallische Stifts- und Landesgeschichte nach diesen Quellen selbständig zu bearbeiten, in ihm zur Reife kommen ließen. Seine ebenfalls in jüngern Jahren zum Selbststudium angelegten diplomatischen Collektanea erregten selbst die Aufmerksamkeit des berühmten Philipp Ernst Spieß, als derselbe auf einer gelehrten Reise (1788) auch das Stift St.Gallen besuchte.» «Aus dem dasigen Archiv – heißt es in der Beschreibung dieser Reise – hat sich der Herr P. Aldefons ab Arx eine schätzbare Sammlung von Handschriftproben, die in Urkunden von Jahrhundert zu Jahrhundert vorkommen, gemacht, die mich sehr ergötzte. Er besitzt auch ausgezeichnete Siegel, Monogrammen, Canzler- und Notarienzeichen. Zu meinem wahren Betrüben wurde dieser vortreffliche Mann, dem man das Archiv hätte anvertrauen sollen, noch während meiner Anwesenheit auf eine Landpfarrei versetzt.»[iii]

 

Am 8. September 1789 wurde er Pfarrer in Ebringen, wo er bis zum 7. Oktober resp. 26. November 1796 wirkte. Dann wurde er seit dem 2. Dezember 1796 Archivar in St.Gallen. Als solcher half er das Archiv flüchten. Am 30. Juli 1797 wurde er Mitglied der Interims-Regierung. Im August 1798 finden wir ihn in Ebringen, im Oktober in St.Trudpert. Dann kehrte er wieder nach St.Gallen zurück, wurde aber am 4. Januar 1799 ebenfalls über die Grenze geschafft. Der Abt wollte ihn am folgenden Tage nach St.Trudpert schicken, doch P. Ildefons erklärte ihm, dass er, da das Stift aufgehoben sei, ihm nicht mehr zu gehorchen habe. Er ging dann aber doch wieder nach St.Trudpert, kehrte jedoch bald wieder in die Schweiz zurück, wo er die Pfarrei Grub versah. Am 19. September 1799 wurde er Gehilfe des kranken Statthalters P. Josef in Wil. Doch schon Ende des Monats musste er fliehen und kam am 29. September nach Neu-Ravensburg. Von hier sandte ihn der Abt am 19. September 1802 nach Solothurn und Bern, um dort für die Erhaltung des Stiftes zu wirken. Kurze Zeit war er darauf in Lostorf bei Olten, welchen Aufenthalt er benutzte, um das Archiv seiner Vaterstadt zu ordnen und sich mit deren Geschichte zu beschäftigen. Schon Ende 1802 war er aber in St.Gallen. Am 16. Juli 1803 lud ihn die Regierung ein, «ad interim» als Beichtiger nach Berg Sion zu gehen. Am 31. August 1803 wurde er sodann zum Pfarrer in Grub ernannt. Am 30. April 1804 kam er nach St.Gallen, um dort beim Auspacken des Archivs behilflich zu sein. Er wurde am 1. September 1804 mit der Ordnung des Archivs in St.Gallen betraut. Nach der endgültigen Aufhebung des Stiftes ersuchte er die Regierung am 19. Juni 1805, als er ihr die «Erklärung» zustellte, seine Pension im Kanton Solothurn verzehren zu dürfen, fügte aber bei: «Im Falle aber, daß meinem Wunsche nicht könnte entsprochen werden, würde ich mich dennoch dadurch gemeinnützig machen, daß ich eine ausführliche Geschichte des Kantons St.Gallen und nebenhin ein Historisches, Geographisches Lexicon über alle Ortschaften eben dieses Kantons verfassen und zum Drucke befördern würde. Aus der Druckschrift: Die Ursachen der Aufhebung des Stifts St.Gallen, derer ich mich hier der Hochlöbl. Regierung als Verfasser erkläre, kann Hochselbe entnehmen, ob und wiefern ich eine solche Geschichte zu liefern im Stande wäre.»[iv] In der Folge wurde er 1805 dem Archivar Konrad Meyer als Gehilfe beigegeben. Damals schrieb er seine Geschichte des Kantons St.Gallen, die seinen Ruf als Historiker begründete. Zugleich wirkte er als Seelsorger im Zuchthaus. 1813 wurde ihm die Leitung des Priesterseminars übertragen, dessen Vizeregens er schon vorher war. 1817 wurde er Mitglied der katholischen Erziehungskommission. Anfangs 1824 wurde er zum Stiftsbibliothekar ernannt. 1825 erfolgte seine Berufung in das Domkapitel; zugleich war er Mitglied des geistlichen Rates. Er starb am 16. Oktober 1833 und wurde in St.Fiden begraben, wo heute noch folgendes Epitaph an ihn erinnert:

 

«D. O. M. Memoriae Ildephonsi ab Arx, Oltensis Eccles. Cathedr. Canonici et Capitularis Monrii Sti Galli, Seminarii Clericor. Regentis, Historiographi Pagi Sangallensis, Armarii Diplomat. et Bibliothecae Custodis. De veterum Manuscriptorum ibidem asservat. felici indagine, De Eruditorum Germaniae summa observantia, De Studia colentium Cleri et Concivium Veneratione Et sua in Pauperes Benevolentia Vivit celeber, candidus, integer, pius. Ann. LXXVIII. Obiit XVI. Octobr. MDCCCXXXIII. R. I. P.».[v]

 

Schriften:

 

a) Gedruckte:

 

1. Die Ursachen der Aufhebung des Stiftes St.Gallen. In zwei Briefen. Annonym. 1805, 8° (Nach Morel).

 

2. Geschichten des Kantons St.Gallen. 3 Bände. 1810 bis 1813. St.Gallen. I. XVI, 554 S. II. VI, 665 S. III. VIII, 669, LV S. – Dazu: Berichtigungen und Zusätze, 1830.

 

3. Geschichte der Herrschaft Ebringen. Von Josef Booz, Pfarrer zu Ebringen, dem Druck übergeben. Freiburg i. Br. Wangler. 1800, 8° (Nach Morel).

 

4. Geschichte der Landgrafschaft Buchsgau, mit Hinsicht auf den Hauptort Olten. Gedruckt . . . (Nach Morel).

 

5. Scriptores rerum Sangallensium edente Ildef. ab Arce. In Monumenta Germaniae. Ed. Pertz. Tom. II. p. 1-183. 1829. Fol.

 

6. Reimchronik des Appenzellerkrieges, mit Anmerkungen und Erläuterungen herausgegeben. St.Gallen, Wegelin und Kätzer. 1825, 8°.

 

7. Tagebuch des P. Ildefons von Arx von 1790-1796. Historische Mitteilungen. Monatsbeilagen zum «Oltener Tagblatt». 1911.

 

8. Erlebnisse des P. Ildephons von Arx, O.S.B., als Pfarrer von Ebringen im Breisgau, nach seinen Tagebuchaufzeichnungen von 1789-1796. Von Hermann Oechsler im Freiburger Diözesan-Archiv, Band 28, 1900, S.102-130.

 

b) Ungedruckte:

 

l. Copien und Excerpte einiger diplomatisch wichtiger und seltenen Membranen und Urkunden. Band 150 des Stiftsarchivs St.Gallen.

 

2. Epistolae ad Albertum de Bonstetten. 88 Briefe in dreifacher Kopie, davon eine von P. Ildephons. Mscr. 1428, Papier 2°, 308 S. (Sch., p. 479).

 

3. Catalogus monachorum S. Galli. Enthält nur die Namen aus dem Liber Promissionum. Mscr. 1433, Papier 2°, 40 S. (Sch., p. 480).

 

4. Geschichte des Kantons St.Gallen. Autograph. Mscr. 1438-1440. Papier 4°. – Eine Kopie des ersten Buches durch P. Mauritius Hohenbaum van der Meer von Rheinau befindet sich im Rheinauer Archiv Einsiedeln R 237. Eine weitere Kopie dieses ersten Teils, nebst Katalog der St.Galler Äbte und Ortsregister zu Neugarts Cod. Diplomat. Alemann. und dem Codex Traditionum findet sich in Mscr. 1441, Papier 4°, 234 S. (Sch., p. 481, der dazu bemerkt: von Arx hatte schon als junger Klostergeistlicher in den ersten achtziger Jahren Collectana aus dem Stiftsarchiv unter dem damaligen Archivar Deicola Custor gemacht und eine Klostergeschichte entworfen, die er später, als er zweimal [1796 und 1804] selbst das Archiv übernahm, zur Kantonsgeschichte erweiterte).

 

5. Historische Lieder über Abt Caspar und Abt Ulrich Rösch. Gesammelt aus dem Stiftsarchiv von Ildephons von Arx, mit Anmerkungen. Gedruckt bei Lilienkron Histor. Volkslieder. II. 163, I. 441, II. 276, 278, 281 (s. o.). Am Ende Kopie einiger Fabeln Bonders aus Cod. Nr. 643. – Mscr. 1481. Papier 2° (Sch., p. 487).

 

6. Adelsregister nach der Folge der St.Gall. Aebte von 1162-1360 u. bis 1472. – Verschiedene St.Gall. Geschlechtsnamen, aus dem Archiv, von 1230-1638. – Toggenburgischer Adel; St.Gall. Dienstleute, Festungen und Ortschaften. Aus dem Stiftsarchiv St.Gallen gesammelt von P. Ildephons v. Arx. – Mscr. 1486, Papier 4° (Sch., p. 487).

 

7. Geschichte der Herrschaft Ebringen, aus alten Urkunden gezogen, im Jahre 1792. Mscr. 1300, Papier 4°, unpag., vorn die Silhouette des Verfassers (Sch., p. 445). Siehe oben gedruckte Schriften.

 

8. Catalogus codd. manuscriptorum bibliothecae S.Gallensis. Inventarium über Nr. l-1399 der Handschriften, mit Angabe der Ursprungszeit, des Schreibmaterials, der Seitenzahl, des Einbandes, der wichtigsten Contenta, samt den ersten und letzten Worte des Codex. Autograph von 1827. Mscr. l402, Papier 2°, Maj. 268 S. (Sch., p. 474).

 

9. Scriptores rerum Sangallensium. Die Casus S. Galli der IV Autoren und die Annales majores aus den Original-Handschriften kopiert, die deutschen Casus des Kuchimeisters aus dem Abdruck der Helvet. Bibliothek Zürich. 1736. Bd. V, p. 3. Mit Anmerkungen von P. Ildephons v. Arx. – Mscr. 1406, Papier 2°, 342 S. u. 92 S., nebst einer Anzahl unbezifferter Seiten (Sch., p. 475).

 

10. Supplementum cum notis ad Codicem Traditionum auctore P. Ildeph. ab Arx. Enthält Redditus, Census, Servitia mensae S. Galli und Wörtererklärungen. Mscr. 1407 b. Papier 2°, 87 Bll. (Sch., p. 476).

Zusamrnen mit P. Nepomuk Hauntinger fand P. Ildephons v. Arx von 1774-1781 eine Reihe von Fragmenten, die er teils von Bucheinbänden loslöste, teils sonst entdeckte. Er sammelte sie 1828 in Bände, fügte Anmerkungen bei und widmete das ganze Werk seinem Jugendfreunde P. Johann Nepomuk. Diese Veterum Fragmentorum Manuscriptis Codicibus detractorum collectio umfasst die Handschriftenbände 1394-1399; deren genaues Verzeichnis siehe bei Scherer p. 456-487.

 

Nach Weidmann hat v. Arx einige seiner diplomatischen Schriften dem Kloster St.Urban käuflich überlassen (p. 206, Anm. 485). – In Luzern, wo sich die Bestände von St.Urban befinden, ist aber nichts bekannt. (613)

 

[i] Diarium III, 369.

[ii] Vergl. seinen Brief bei Weidmann, p. 210

[iii] Wegelin, Denkschrift, p. 71.

[iv] K. A. 147, 6.

[v] Ich verdanke die Kopie der Güte von Herrn Gerichtspräsident Dr. J. Müller in St.Fiden.

 

Über v. Arx vergl. Weidmann, Bibliotheksgeschichte, p. 204. ff. – Meyer v. Knonau, P. Ildefons v. Arx, der Geschichtsschreiber des Kantons St.Gallen. Mit 1. Tafel. Neujahrsblatt des Kantons St.Gallen 1874. – Wegelin, Ein Word des Andenkens an Ildephons v. Arx. St.Gallen. Huber & Co. 1834. 80. – Allgemeine deutsche Biographie. I. 165. – Hist. –biogr. Lexikon der Schweiz. II 452. – Dr. J. Müller, Neugarts Briefwechsel mit St.Gallen. Sep.


20. Sigisbert von Arx

P. Sigisbert (Johann Peter) von Arx aus Olten. Geboren am 14. August 1756 als Sohn des Johann Peter von Arx und der Elisabeth Meyer. Profess 24. Juni 1774. Subdiakon 13. Juli 1777, Diakon 2. April 1778; Priester 7. Juni 1781, Primiz 17. Juni 1781.

 

P. Sigisbert kam am 25. August 1783 nach St.Johann. Am 27. November 1785 wurde er Pfarrer in Stein; von dort kam er am 4. November 1791 als Pfarrer nach Nesslau (Neu St.Johann), bis 1792.[i] Am 25. Oktober 1794 wurde er nach St.Gallen berufen und wurde hier am 13. Juni 1795 Kustos. Vom 3. Juni 1796-1797 versah er nochmals die Pfarrei in Stein (Rothenflue). Für Pater Ildephons kam er am 19. September 1799 als Pfarrer nach Grub. Dann treffen wir ihn seit dem 31. August 1803 als Pfarrer in Peterzell, wo er am 18. Juni 1806 starb und begraben wurde. (614)

 

[i] Nach Rothenflue.


21. Laurenz Elmiger

P. Laurenz (Johann Stephan Lukas) Elmiger von Reiden. Geboren am 26. Dezember 1753 als Sohn des Arztes Joseph Elmiger und der Anna Maria Höfliger. Profess 24. Juni 1774. Subdiakon 13. Juli 1777; Diakon 2. April 1778, Priester 7. Juni 1781. Primiz 17. Juni 1781.

 

P. Laurenz wurde zunächst im Kloster beschäftigt. Am 17. September 1788 kam er nach St.Johann, weil auch er gegen Abt Beda Stellung genommen hatte. Am 13. Juni 1795 wurde er Unterküchenmeister, am 13. Dezember 1796 Gastpater in St.Gallen. Seit 1799 lebte er in St.Scholastica zu Rorschach, wo er bis zum 10. Dezember 1806 Beichtiger war; doch blieb er dort und half dem Beichtiger und auch sonst in der Seelsorge aus. Er starb am 1. März 1831 und wurde im Kloster St.Scholastica begraben. – Er hatte 1806 sowohl mit der Kurie wie mit der Regierung Anstände, wie aus der erhaltenen Korrespondenz hervorgeht.[i] Abt Pankraz sandte ihm 1826 noch, da er in Not war, 100 Gulden.[ii] (615)

 

[i] K. A. 147, 5.

[ii]Diarium III, 256


22. Gerald Halter

P. Gerald (Georg Josef) Halter von Rebstein. Geboren am 8. September 1753 als Sohn des Chirurgen Johann Jakob Halter und der Barbara Thüringer. Profess 24. Juni 1774. Subdiakon 13. Juli 1777; Diakon 3. April 1778; Priester 7. Juni 1781. Primiz 17. Juni 1781.

 

Er wurde am 11. September 1783 Pfarrer in Stein, am 22. November 1785 Propst und Pfarrer in Alt St.Johann, wo er am 1. September 1793 starb. (616)


23. Heinrich Müller von Friedberg

P. Heinrich (Josef Maria Benignus Xaverius) Müller von Friedberg aus Näfels. Geboren am 8. September 1758 als Sohn des st.gallischen Landeshofmeisters Franz Josef Müller von Friedberg und der Anna Elisabeth Bachmann. Profess 26. Mai 1776. Subdiakon 16. Dezember 1779; Diakon 8. März 1781; Priester 19. September 1782. Primiz 6. Oktober 1782, wozu sich als nahe Verwandte Abt Gerold Meyer von Muri und dessen Bruder, P. Bernhard, der spätere Abt von Rheinau, einfanden.

 

Am 5. August 1783 wurde P. Heinrich Professor der Philosophie, am 25. Mai 1785 solcher der Theologie, am 10. November 1787 Professor des Kirchenrechts. Am 28. April 1790 ging er zu einer Disputation nach Rheinau. Seit 1791 war er Sekretär des Kapitels und der Schweiz. Benediktiner-Kongregation, welche beide Posten er bis 1805 bekleidete. Von 1790-1797 war er auch dem Archivar P. Deicola Kuster als Gehilfe beigegeben. Im Juli 1795 gehörte er mit zur Kommission, welche die Beschwerden der Landschaft prüfen sollte. Er wurde auch am 30. Juli 1797 Mitglied der Interims-Regierung. Im November 1798 war er in Mehrerau, von wo er am 22. Mai 1799 zur Besitzergreifung des Stiftes wieder nach St.Gallen geschickt wurde. Nach der erneuten Flucht kam er am 29. September 1799 nach Haslach. Bis 1803 lebte er sodann in Wasserburg. Von dort kehrte er nach St.Gallen zurück, wo er Ende 1803, in Verbindung mit Pater Martin und seinem Bruder Müller-Friedberg die sogen. «Statuta conventa» über die Umwandlung des Stiftes in ein Bistum traf, welche vom Abte verworfen wurden. Er zeigte sich überhaupt als ein willfähriges Werkzeug seines Bruders; diesem hatte er es wohl zu verdanken, dass er 1805 als Pfarrer nach Gossau kam, nachdem er als Vikar in Mörschwil gewirkt hatte. Von Gossau aus gelangte er am 6. September 1805 an die Regierung, sie möchte sich bei der Nuntiatur verwenden, damit den ehemaligen Konventualen das Ablegen des Ordenskleides erlaubt und Dispens vom Gelübde der Armut erteilt würde.[i] Er war auch Kammerer des Kapitels. Bei der Umgestaltung des Bistums wurde er 1824 Dompropst und 1829 geistlicher Rat. Als solcher lebte er in St.Gallen, kehrte aber 1834, nach der faktischen Auflösung des Doppelbistums, wieder nach Gossau zurück, wo er, von der Gemeinde als Bürger angenommen, teils aus seinem Privatvermögen, teils aus seiner Pension als ehemaliger Kapitular lebte. In den letzten Lebensjahren nahmen seine geistigen Kräfte infolge einer Gehirnentzündung bedeutend ab. Er starb am 15. März 1843 in Gossau, wo ihn Generalvikar Mirer unter grosser Anteilnahme begrub.[ii]

 

Schriften:

 

Gedruckte:

 

Scientia religionis naturalis. S. Galli 1784. 4° (Verzeichnis im Staatsarchiv St.Gallen). (617)

 

[i] K. A. 147, 6.

[ii] Ruggle, Geschichte der Pfarrgeschichte Gossau, p. 433 Vergl. «Der St.Galler Wahrheitsfund», Nr. 12 und 13 vom 17. resp 24. März 1843.

Im Band 259 werden die 1789 noch lebenden Geschwister P. Heinrichs ausgeführt: Karl Franz Aloys Mathias, Präfekt in Gossau, der nachmalige bekannte Staatsmann, geboren 24. Februar 1755; Fridolin Josef Leodegar Ignaz Felix, Hauptmann, geboren 17. März 1756; Franz Josef Anton Nepomuk Leonz, Oberlieutenant, geboren 2. Juni 1766; Benedikt Nepomuk, Unterlieutenand, geboren 9. November 1770; Johanna Maria Anna Ludovica, geboren 24. Februar 1769.

 


24. Bonaventura Rohrer

P. Bonaventura (Karl Wolfgang) Rohrer von Sachseln. Geboren am 15. Juli 1751. Eltern: Johann Franz Rohrer und Anna Maria Rohrer. Profess 26. Mai 1776. Subdiakon 13. Juli 1777; Priester 1779.

Er wurde am 17. September 1788 Küchenmeister in St.Johann und war von 1795-1796 Beichtiger in St.Maria in Wattwil (Rothenflue). Am 13. Dezember 1796 wurde er Küchenmeister. P. Bonaventura starb während dem Exil am 15. Mai 1801 im Kloster Ochsenhausen, wohin er im Mai 1798 mit P. Franz Sales gekommen war. (618)


25. Aemilian Hafner

P. Aemilian (Josef Maria) Hafner v. Reute, Tirol. Geboren am 24.März 1756 als Sohn des Johann Georg Hafner, Schulmeister und Organist, und der Anna Barbara Henggin. Profess 26. Mai 1776. Subdiakon März 1781; Priester September 1782. Primiz 13. Oktober 1782, wobei sein Bruder, Abt in Füessen, assistierte.

 

Seit 1783 (26. November) bis 1798 betätigte sich P. Aemilian als Professor der Theologie. Im November 1796 war er Präfekt der Schule. 1796 protestierte er gegen den «Gütlichen Vertrag». Abt Pankraz wählte ihn in die Reformkommission. Am 30. Juli 1797 wurde er Mitglied der Interims-Regierung. Von Wien aus bestimmte ihn der Abt am 16. Mai 1798 zum «General-Einnehmer und Dispensatoren im Zeitlichen». Im November 1798 war er in Mehrerau. Von dort aus wurde er am 1. Februar 1799 nach Neu-Ravensburg geschickt. Um diese Zeit wurde er Offizial. Am 22. Mai 1799 beorderte ihn der Abt nach St.Gallen, um vom Stift wieder Besitz zu ergreifen. Am 8. August 1799 bestellte ihn der Abt zum Superior in Neu-Ravensburg. Von dort aus besuchte er den Abt am 27. Juli 1800 in Innsbruck, um mit ihm die Lage zu besprechen. Am 9. August ernannte ihn der Abt sodann zum «Superior ad interim in Spiritualibus pro monachis suis». Seit Ende 1802 treffen wir P. Aemilian in St.Gallen. Mit P. Martin suchte er am 30. Dezember 1803 den Abt in Ebringen auf, um ihn zur Annahme der Convention vom 10. Dezember zu bewegen, was ihm freilich nicht gelang. Am 11. April 1804 berichtete er dem Abte von Wasserburg aus, dass er von der Regierung «sub rosa» aus St.Gallen entfernt worden sei. Er wollte zunächst zu seinem Bruder in Reutti. Am 30. August 1804 bat er den Abt um Erlaubnis, eine theologische Lehrkanzel in Salzburg annehmen zu dürfen, lehnte dann aber auf Wunsch des Abtes ab. Er hielt sich nun hauptsächlich in Wasserburg auf. Am 4. Juni 1805 ordnete ihn der Abt als seinen Vertreter auf die Tagsatzung in Solothurn ab. Bei diesem Anlass bemerkt Abt Pankraz:[i] «Er ist zwar furchtsam und unendlich nachgiebig, allein doch rechtschaffen und ich habe niemanden anders.» Schon am 12. Juni war aber P. Aemilian wieder zurück; denn er musste riskieren, aus Solothurn ausgewiesen zu werden. Als P. Valentin Hagge, damals Pfarrer in Ebringen, Ende September 1805 den Abt auf seiner Reise nach Österreich begleitete, trat P. Aemilian für ihn als Vikar in Ebringen ein. Anfangs September 1806 trug er sich mit dem Gedanken, mit den Patres von Wiblingen nach dem Kloster Tyniec bei Krakau zu ziehen, wozu er auch P. Kolumban bewegen wollte. Vorderhand musste er auf seiner Stelle in Ebringen bleiben, bis P. Valentin Ende März 1807 zurückkehrte. P. Aemilian übernahm nun die Frühmesserpfründe daselbst, die der ehemalige Statthalter von Ebringen, P. Beat Schuhmacher, aufgab, nachdem er sich zuerst einige Zeit in Roggenzell[ii] aufgehalten hatte. P. Valentin, der sich mit dem wessenbergischen Kirchenregimente nicht befreunden konnte, verzichtete aber um diese Zeit auf die Pfarrei Ebringen zu Gunsten von P. Aemilian; die Resignation wurde wohl angenommen, aber Pater Aemilian nur zum provisorischen Pfarrer bestellt. P. Valentin blieb bei ihm bis zu seinem Tode, am 15. Februar 1814. Hierauf wurde P. Aemilian nun definitiv als Pfarrer bestellt.[iii] Als Seelsorger entfaltete er eine ausgezeichnete Wirksamkeit. Schon 1813 hatte er auf Ostern des folgenden Jahres die Annahme der Stelle eines Regens in St.Gallen zugesagt; er war dann aber doch in Ebringen geblieben.Wie er nun älter wurde, dachte er doch daran, nach St.Gallen zurückzukehren. Am 6. September 1824 erhielt er die erbetene Entlassung. Am 11. Dezember dieses Jahres kam er als Generalvikar des Bischofs Rudolf von Buol-Schauenstein von Chur-St.Gallen nach St.Gallen zurück. Er trat diese Stelle mit Neujahr 1825 an und behielt sie bis 1833, nachdem er 1826 Mitglied des Domkapitels und 1828 dessen Dekan geworden war. Nach der Auflösung des Doppelbistums legte er im Spätherbst 1833 sein Amt nieder und zog sich nach St.Scholastica in Rorschach zurück, wo er nach dem Tode P. Konrad Scherers von 1838-1840 Beichtiger war; dann resignierte er; ein Weltgeistlicher, Johann Georg von Aarburg, folgte auf ihn Doch verbrachte er seine letzten Jahre in St.Scholastica, wo er am 20. Mai 1847, im Alter von 91 Jahren starb und begraben wurde. Das Necrol. 1442 nennt ihn: «Presbyter mitissimus». – Weidmann rühmt ihn als einen Wohltäter der Bibliothek, der er mehrere neuere und wertvolle Handschriften zuhielt (p. 148). – Ein Bruder, Aemilian, war Abt von Füessen, ein anderer, Alfons, Abt von Ettal, während zwei andere Brüder, Abraham und Jeremias, dem Franziskanerorden beigetreten waren. Von den Schwestern war eine, Maria Caecilia, Franziskanerin, eine andere, Maria Hildegardis, Äbtissin des Cisterzienserinnenklosters in Marienhofen (Amt Donaueschingen).[iv]

 

Schriften:

 

a) Gedruckte:

 

1. Lobrede auf den hl. Magnus, gehalten in dem uralten Benediktinerstift zu St.Mang in Füessen von Herrn Aemilian Hafner des Fürstl. freyen Reichs-Stiftes St.Gallen Kapitularen und der Zeit der Gottesgelehrtheit Professor. Augsburg, Bey Matthäus Riegers sel. Söhnen. 1786. 2 Bll. 3-23 S., 1 Bll. Stiftsbibliothek St.Gallen (ohne Sign.). (Grolig). – P. Aemilian war am 2. September 1786 mit P. Dekan nach Füessen gereist, um dort am St.Magnustag zu predigen.

 

2. Conclusiones ex universa theologia, quas propugnabunt Joh. Bapt. Bossart, Innoc. Bernard, Theod. Wick et Conradus Scherer. Anno 1787 die (22.) Octobr. Typ. pr. mon. S. Galli. 4°, 24 S. – Zürich. Zentralbibliothek RRi 221 Adl. 3; RRi 215 Adl. 19. – P. Aemilian hielt auch Thesen, 1785 aus der Theologie, 1700 aus dem Recht, die sich aber anscheinend nicht mehr erhalten haben.

 

3. Predigt .auf das Dankfest nach der glückl. durch die kaiserl. königl. Waffen bewirkten Befreyung und Wiederherstellung des Vaterlandes, gehalten in der Stiftskirche des fürstl. Gotteshauses St.Gallen den 2. Brachmonat 1799. Mit Erl. d. Obern. Gedruckt und zu finden im fürstl. Gotteshaus St.Gallen. 4°, 22 S. – Stiftsbibliothek St.Gallen Misc. helv. XVI. – Staatsarchiv, Sammlung Wegelin, Nr. 2. – Vadiana Misc. helv. 279 Adl. 11. – Stiftsarchiv St.Gallen, Sammlung Stiftsarchivar Dr. Müller.

b) Ungedruckte

 

1. Camera Toggica ab anno 1719 ad 1720. Dabei: Fürstl. St.Gallische Cammer für Toggenburgische Angelegenheiten aufgerichtet und erneuert von Sr. hochfürstl. Gnaden Herren Pankratius, Abten des Fürstl. Stifts St.Gallen, den 14. Sept. 1796. (Fortgeführt bis 7. Februar 1797 von P. Aemilian Hafner). Band 1437 des Stiftsarchivs St.Gallen.

 

2. Deutsche Predigten aus den Jahren 1778-1822. Autograph. – Mscr. 1695-1701. Papier 4° (Sch., p. 504).

 

3. Fortsetzung der Geschichte Ebringens von P. Ildephons von Arx. Mscr. im Pfarrarchiv Ebringen. (Zitiert bei Oechsler [s. o.]).

 

4. Gottes-Dienstordnung für Ebringen. «Außer dieser Fortsetzung der Geschichte Ebringens schrieb Hafner eine 150 Seiten umfassende Gottesdienst-Ordnung, in welcher er bis ins kleinste hinein mitteilt, in welcher Art und Weise während des ganzen Kirchenjahres der Gottesdienst und die verschiedenen Andachten zu gewöhnlichen wie zu heiligen Zeiten gehalten wurden.» (Oechsler, Aemilian Hafner, p. 133). – Pfarrarchiv Ebringen.

 

Sehr zahlreiche Briefe, die interessante Aufschlüsse über die Vorgänge von 1798 bis 1829 geben, finden sich in der Nachlassenschaft des Abtes Pankraz (Stiftsarchiv Einsiedeln).

Im Besitze von P. Aemilian Hafner befand sich auch das offizielle Nekrologium, das im Chore bis zur Aufhebung gebraucht wurde und das er weiterführte und 1841 wieder der Bibliothek zurückstellte. Mscr. 1442. (619)

 

[i] Diarium II, 378.

[ii] Juni bis August 1807.

[iii] 7. Oktober resp. 23. November 1814

[iv] Über P. Aemilian Hafner vgl. Die warm gehaltene Biographie von Hermann Oechsler in Freiburg Diözesan-Archiv (N. F. 26. Band, 1925, p. 127 – 44: Aemilian Hafner, der letzte st.gallische Regularpfarrer in Ebringen, 1814 bis 1824.


26. Robert Scheiz

P. Robert (Matthias Josef) Scheiz v. Kunde im Tirol. Geboren am 16. Februar 1754. Eltern: Anton Scheiz, Chirurg, und Katharina Edenstrasser. Profess 26. Mai 1776. Diakon 8. März 1781; Priester 1782.

 

P. Robert wirkte zuerst in St.Johann, von wo er am 23. November 1787 nach St.Gallen zurückberufen wurde. Vom 7. Oktober 1796-1798 war er Pfarrer in Hemberg (Rothenflue). Am 29. September 1799 kam er nach Wasserburg und wurde von dort nach Klus bei Feldkirch geschickt, wo er am 8. Dezember 1800 starb und auch begraben wurde. «Ein rechtschaffener Religiose», sagt Abt Pankraz kurz von ihm.[i] Ein Bruder, namens Jakob, war Weltpriester. (620)

 

[i] Diarium II, 128.


27. Martin Gresser

P. Martin (Franz Leonz) Gresser von Wil. Geboren am 13. November 1757. Eltern: Johann Jakob Gresser und Maria Barbara Josepha Bridler. Profess 16. Oktober 1778. Subdiakon 8. März 1781; Diakon 19. September 1782. Primiz 22. April 1783.

 

Vom 11. September 1783 bis zum 21. Dezember 1786 war er in St.Johann als Lehrer tätig; dann wurde er wohl Unterbibliothekar. Vom 4. November 1791 bis zum 3. Juni 1796 versah er die Pfarrei Stein, dann bis zum 30. Juli 1799 jene von Alt St.Johann. Am 29. September 1799 kam er auf der Flucht nach Neu-Ravensburg. Von dort kam er mit P. Heinrich am 27. Januar 1800 nach Mehrerau zum Abte und verlangte nach St.Gallen zurückzukehren, was der Abt nicht erlaubte. P. Martin ging indessen doch zurück und wurde bald hierauf Pfarrer von St.Gallen und als solcher ein willfähriges Werkzeug der Regierung. Über seine Gesinnung bemerkt Abt Pankraz, den er am 23. April 1803 in Ebringen aufsuchte, um ihn für den Plan eines Bistums zu gewinnen: « . . . mein Religios, aber von der Nation bestellter Pfarrer in St.Gallen, ein Mann der, neuern Grund sätze nicht ganz befreyet, nach Saecularisation und Auflösung des Stiftes zu arbeiten scheint, wenigstens zeigten dieses einige seiner Handlungen . . . Ich empfing ihn gut.»[i] Mit P. Aemilian Hafner wurde er am 30. Dezember 1803 von den Kapitularen, die in St.Gallen waren, neuerdings nach Ebringen geschickt, um den Abt zum Beitritt zum Verkomnis mit der Regierung[ii] zu bewegen. Am 7. Dezember 1812 kam er nach 12jähriger Dienstzeit, sowohl als Pfarrektor, wie auch als Mitglied und Präsident des Erziehungsrates um Entlassung ein und bat zugleich um Erhöhung der Pension, mit der Begründung, dass er s. Z. «der einzige gewesen, der es gethan hat, hat thun können und wollen, die Archive und Kirchenschatz und Bibliothek in ihre Hände[iii] zurückzuführen.» Am 10. Dezember wurde ihm die Entlassung gewährt und dazu für 1813 eine Zulage von 200 fl. zur Pension von 500 fl. Von 1812(?)-1825 war er Kaplan in Bruggen. Seit 1825 finden wir ihn bis l83l als Benefiziat in Wilen-Wartegg. Die letzten drei Jahre seines Lebens verbrachte er in der Hub zu Rorschach, wo er am 21. März 1834 starb. – Ein Bruder, Euseb, war Weltpriester; eine Schwester, Maria Agatha, Klosterfrau in Wattwil.

 

Schriften:

 

Gedruckte:

 

1. Predigt über Hiob V. Kap. 17. V., gehalten in der Kloster-Kirche St.Gallen, Sonntag den 14. Herbstmonath 1800, am allgemeinen Dank- und Bet-Tag. St.Gallen. Gedrucht bei B. Leonhard Dieth, vor Speiserthor Nr. 170. Zu finden bei Burger Scheidtli in der Stadt Nr. 91. 12°, 33 S., St.Gallen, Vadiana Ed 4478 und S. 2095 (Grolig).

 

2. Predigt über Math. VI, 33, gehalten in der Klosterkirche St.Gallen den 12. Herbstmonath 1802 am allgemeinen Dank- und Bettage. Von einem Freunde dem Druck übergeben. Gedruckt und zu haben im Kloster St.Gallen. 8°, 28 S. Nach Scherer Nr. 138 (Grolig).

 

3. Predigt über die Worte: Die Trübsal, die uns klagen machte, war dein Unterricht für sie. Isaias 26 V. 16., gehalten in der Klosterkirche St.Gallen, Sonntags den 9. Herbstmonat 1804, am allgemeinen Dank- und Bettag. Von P. Martin Gresser, Pfarrer. Von einem Freunde dem Drucke übergeben. St.Gallen 1804. 12°, 24 S. – Vadiana Ed 4478 (Grolig).

 

4. Predigt über die Worte: Lucas 7, 16: Es ist ein großer Prophet unter uns aufgetretten, und Gott hat sein Volk heimgesucht. Gehalten Sonntags den 7. Herbstmonat 1806, am allgemeinen Dank- und Bettag von M. Gresser, Pfarrer-Rektor an der Hauptkirche zu St.Gallen. Von einem Freunde dem Drucke übergeben. St.Gallen gedruckt und zu haben bey Zollikofer und Züblin. 1806. 12°, 16 S. – Vadiana Ed 4478 (Grolig). (621)

 

[i] Diarium II, 264.

[ii] Vom 10. Dezember 1803.

[iii] Das heisst der Regierung. – H.H. Registrator Schöb lässt in seinen Verzeichnissen der St.Galler Geistlichkeit P. Martin von 1821-1825 Kaplan in Bruggen sein, ohne anzugeben, welchen Posten er von 1812-1821 bekleidete. Trotz den sehr verdankenswerten Bemühungen von H.H. Erziehungsrat A. Müller war es nicht möglich, diese Frage abzuklären.


28. Basilius Brunner

P. Basilius (Urs Viktor) Brunner von Balsthal, Solothurn. Geboren am 16. Januar 1757. Eltern: Johann Brunner und Anna Maria Oser. Profess 16. Oktober 1778. Subdiakon März 1781. Primiz 27. April 1783.

 

P. Basilius kam nach der Primiz nach St.Johann, wurde aber schon am 11. September 1783 von dort zurückberufen und.wohl zunächst an der Schule in St.Gallen beschäftigt. Am 3. November 1788 wurde er dritter Pfarrer und kam am 25. September 1789 als Pfarrer nach Hemberg, wo er bis 1796 blieb. Am 7. Oktober 1796 wurde er Vikar in Altstätten, am 24. Oktober 1797 Professor der Philosophie in Neu St.Johann, um dann von 1797 bis 1806 die Pfarrei Stein zu versehen. 1806 wurde er Kaplan in Häggenschwil, später (1816) Pfarrer in Züberwangen. 1817 wurde er Beichtiger in Glattburg, wo er am 13. April 1820 starb und begraben wurde. Auf dem Klosterfriedhof erinnert heute noch eine einfache Grabplatte an ihn, mit der Inschrift: «Hic jacet Plrm. Rdus Domns Basilius Brunner, Solodor. ex Ballstall olim Princ. Monstrii S. Galli Capit. per tres annos hujus Coenobii Confessarius, obiit 13. Ap. 1820 aet. 63 A. n. 3 m. Verus Israelita in quo dolus non fuit.» (622)


29. Br. Magnus Julian

Br. Magnus (Josef Anton) Julian v. Wangen. Geboren am 19. August 1757. Eltern: Fridolin Julian und Maria Anna Müller. Profess 28. Oktober 1778. Im November 1798 finden wir ihn in Mehrerau, von wo er am 22. Mai 1799 nach St.Gallen geschickt wurde. Am 18. Oktober 1799 sodann wurde er mit P. Roman nach Schussenried bestimmt. Im Frühjahr 1802 war er in Neu-Ravensburg, zog aber viel in den benachbarten Klöstern herum; denn wie Pater Aemilian dem Abte schreibt,[i] besass er «bekanntermaßen ein Arcanum, welches er ehemals in St.Gallen bekommen, die Brüche ganz zuzuheilen.» Einem spätern Briefe zufolge war der Zulauf zu ihm deshalb immer grösser; er wollte nach seinem Heimatort Wangen gehen und dort eine eigentliche Praxis eröffnen. Man hatte ihn aber auch besonders mit der Rettung der geflüchteten Sachen betraut; in der Folge verstand er sich dazu, viele derselben der Regierung in die Hände zu spielen, weshalb er auf besondere Belohnung Anspruch erhob. Auch das kurpfalz-bayerische Stadtkommissariat von Wangen empfahl ihn deshalb am 11. Juli 1805, «in Rücksicht seiner außerordentlichen und gefahrvollen Dienstleistungen, wodurch er so viele Schätze und Kostbarkeiten in die Hände der Regierung zurückgeliefert» hätte, dem besondern Wohlwollen der Regierung. Er konnte seine Pension in Wangen verzehren. Abt Pankraz mahnte ihn zwar noch 1822 (6. Januar), seinem Beruf getreu bei seinen Mitbrüdern in St.Gallen zu leben.[ii] Doch blieb er in Wangen, wo er am 1. März 1829 starb. (623)

 

[i] 14. Juni 1802; A. P. 587.

[ii] Diarium III, 198.


30. Br. Peter Sidler

Br. Peter (Johann Michael) Sidler von Uprathsberg, Obergünzburg. Geboren am 24. November 1750. Eltern: Johann Peter Sidler und Sabina Kuffermann. Profess 28. Oktober 1778. Er starb am 4. April 1780.[i] (624)

 

[i] Alias 13. August 1790?


31. Br. Nikolaus von Flüe Sterk

Br. Nikolaus von Flüe (Franz Josef) Sterk von Karsee. Geboren am 10. April 1755. Eltern: Marius Sterk und Maria Ursula Binzer. Profess 28. Oktober 1778. Gestorben am 17. Februar 1791. (625)


32. Kolumban Ferch

P. Kolumban (Ferdinand) Ferch von Wil. Geboren am 9. April 1760. Eltern: Anton Ferch und Margaretha Bischofberger. Profess 16. Oktober 1780. Subdiakon September 1782; Diakon Juni 1784; Priester April 1786. Primiz 18. April 1786.

 

P. Kolumban kam am 4. November 1791 nach St.Johann, wo er jedenfalls, wie vorher in St.Gallen, als Lehrer wirkte. Am 7. November 1796 wurde er Musiklehrer in St.Gallen; am 11. Januar 1798 wurde er zum Professor für spekulative und Moraltheologie ernannt; am 18. Januar 1798 begann er seine Vorlesungen aus Moral zu halten. Mit den Fr. Gerald, Tutilo und Marzell floh er darum auch 1798 nach Mehrerau, wo er den Unterricht fortsetzte; ein zweites Mal aus St.Gallen vertrieben, ging er am 28. Januar 1799 mit den genannten Fratres nach dem Kloster Wiblingen. Anfangs 1801 finden wir ihn in St.Blasien, später (1802) auf der zu St.Blasien gehörenden Besitzung Oberried bei Freiburg i. Br.; dort war er noch anfangs 1805. Seit dem 18. September 1805 wirkte er sodann als Pfarrvikar in Malters (Kt. Luzern). P. Aemilian Hafner legte ihm den Gedanken nahe, mit ihm sich den Benediktinern von Wiblingen anzuschliessen und nach Tyniec bei Krakau zu gehen (Ende 1806), womit der Abt einverstanden war, doch wurde wegen der gefahrvollen Lage Europas nichts daraus. Am 26. Juli 1807 folgte er der Einladung seines Abtes, als dessen «Aufwärter» ihm zu folgen. Er begleitete ihn zunächst auf der Reise nach Wien, wo sie am 12. September 1807 eintrafen. Von dort mussten sie am 9. Mai 1809 nach Pressburg weiter; am 15. Mai kamen sie nach Tyrnau, am 19. nach Nitra, am 30. Juni waren sie im Stifte Raigern, am 10. Juli kamen sie nach Troppau, am 14. August nach Breslau, blieben dann vom 12. September 1809 bis zum 30. April 1810 im Kloster Braunau und vom 5. Mai bis 2. Juli 1810 in Prag, worauf sie am 13. Juli wieder in Wien eintrafen. Am 22. Januar 1814 verliess der Abt mit P. Kolumban Wien, um über München nach Zürich und sodann ins Hauptquartier der verbündeten Monarchen nach Chaumont zu gehen. Am 9. September 1814 trafen sie wieder in Wien zum Wienerkongress ein, von wo sie dann am 6. September 1815 nach Rom verreisten; dort blieben sie bis zum 1. Juli 1816 und trafen am 29. Juli 1816 in Muri ein. Mit dem Abte ging er am 31. August 1816 nach Arth, kehrte dann am 23. Oktober 1819 endgültig nach Muri zurück. Der Abt hatte ihm in seinem Abkommen mit dem Fürsten Esterhazy vom 8. August 1812 ebenfalls den Lebensunterhalt gesichert und sorgte auch, dass er nach seinem Tode in Muri leben konnte. Hier starb dieser treue Diener seines Herrn am 5. April 1834 und fand im dortigen Stifte seine letzte Ruhestätte. (626)


33. Johann Baptist Bossart

P. Johann Baptist (Karl Josef) Bossart von Zug. Geboren am 14. Oktober 1762. Eltern: Josef Bossart und Maria Elisabeth Moos. Profess 16. Oktober 1780. Subdiakon 3. Juni 1784; Diakon 1. April 1786; Priester 18. Dezember 1788. Primiz 27. Dezember 1788.

 

Am 7. Oktober 1796 wurde er Pfarrer in Rorschach. Im November 1798 war er in Mehrerau. Am 18. Oktober 1799 verreiste er mit P. Blasius nach Marchtal. Später (1802) war er Pfarrer in Alt St.Johann, wo er am 1. Januar 1808 am sogen. Faulfieber starb. (627)


34. Innozenz Bernart

P. Innozenz (Josef Anton) Bernart von Wil. Geboren am 21.[i] Januar 1764 als Sohn des Georg Sebastian Bernart und der Anna Margaretha Schär. Profess 16. Oktober 1780. Subdiakon 19. Mai 1785; Diakon 1. April 1786; Priester 18. Dezember 1788. Prirniz 28. Dezember 1788.

 

Wir finden ihn 1791 und wiederum 1795 als Unterpfarrer in St.Johann. Am 3. Juni 1796 kam er als Moderator nach St.Gallen, wo er am 7. November 1796 Lehrer der Grammatik und Musik wurde. Im April 1798 begleitete er Abt Pankraz nach Wien. Am 22. Mai 1799 ging er von Mehrerau nach St.Gallen, wo er später Pfarrektor, Dekan des Ruralkapitels und Administrationsrat wurde. Bis 1812 war er auch Regens. Er starb am 21. April 1820 und wurde in St.Fiden begraben.

 

«Unter unbeschreiblichem Zuströmen bestürzten Landvolks und einem noch nie so unzählbar gesehenen Begleite aus allen Ständen trug man am 24ten die sterbliche Hülle des H.H. Innozenz Bernhard, Pfarr-Rektor an der katholischen Hauptkirche und Dekans des Rural-Kapitels, nach der Grabstätte zu St.Fiden. Die schöne Mischung der zahlreichen Geistlichkeit beyder Confessionen war ein lebendes Sinnbild des Besten und Größesten (sic!), das den Kanton St.Gallen ehrt. Der Verewigte, ein guter Hirt und durch Demuth groß, hat an Berufstreue, Klugheit, Sanftmuth und Mildherzigkeit vielen vorgeleuchtet.»[ii]

 

Abt Pankraz bemerkt zu seinem Tode: «Sein allzufrüher Tod ist ein harter Schlag für die Pfarrkinder. Er war allgemein beliebt und verdiente es wegen seiner unermüdlichen Eifers und thätigen Liebe gegen jedermann.»[iii] – Eine Schwester, Maria Josepha Francisca, war Klosterfrau in Sankt Georgen.

 

Schriften:

 

In der Korrespondenz des Abtes Pankraz finden sich einige Briefe von P. Innozenz, darunter auch einen an P. Konrad Scherer, vom 20. Oktober 1815, worin er über den Besuch des Kaisers Franz II. in St.Gallen berichtet (Nr. 2244). (628)

 

[i] Alias 31.

[ii] "Der Erzähler" vom 28. April 1820, Nr. 17.

[iii] Diarium III, 179.


35. Blasius Müller

P. Blasius (Johann Nepomuk Balthasar) Müller von Wil. Geboren am 22. November 1760. Eltern: Gall Rudolf Müller und Maria Katharina Reuthin. Profess 28. Oktober 1780. Subdiakon September 1782; Diakon Juni 1784; Priester April 1786. Primiz 18. April 1786.

 

P. Blasius reiste am 4. August 1786 mit P. Pankraz, Johann Nepomuk und Br. Andreas nach St.Moritz, «das Wasser alldort zu trinken.» Später war er in St.Johann, von wo er am 4. November 1791 nach St.Gallen berufen wurde. Dort war er im Mai 1795 Theologieprofessor; er wurde damals Mitglied der Kommission, welche die Klagepunkte der Aufständischen prüfen sollte. Am 7. Oktober 1796 wurde er Pfarrer in Altstätten. Mit P. Johann Baptist wurde er am 18. Oktober 1799 nach Marchtal bestimmt; doch kehrte er bald wieder zurück, denn 1801 finden wir ihn wieder als Pfarrer in Altstätten. Am 10. Januar 1806 gab er die Pfarrei auf und zog nach Andwil. Er starb am 13. Juli 1807 und wurde in St.Fiden begraben. (629)


36. Hyazinth Rütschi

P. Hyazinth (Franz Dominik) Rütschi von Kirchberg. Geboren am 2. Dezember 1761. Eltern: Johann Baptist Rütschi und Anna Maria Enz. Profess 16. Oktober 1781. Diakon Juni 1784; Priester 1. April 1786. Primiz 18. April 1786.

 

P. Hyazinth kam am 29. Oktober 1792 nach St.Johann. Später war er in St.Gallen tätig, kam aber am 11. Juni 1796 wieder nach St.Johann, zunächst als Organist, seit dem 7. Oktober desselben Jahres als Moderator. Am 11. Oktober 1799 wurde er nach dem Kloster St.Georg in Villingen bestimmt, wo wir ihn noch im Oktober 1802 treffen. Schon am 4. Mai 1802 hatte ihm zwar der Abt erlaubt, entweder nach Ebringen, Klus, Neu-Ravensburg, St.Gallen oder in die Heimat zu gehen. Von der Regierung wurde er 1803 als Pensionär nach Neu St.Johann in Aussicht genommen; dort treffen wir ihn noch 1807 als Unterpfarrer. Am 6. Mai 1811 trat er die Beichtigerei in Wonnenstein an, die er bis zu seinem am 11. Juni 1826 erfolgten Tode inne hatte. Er war «ein sehr frommer Religioser» bemerkt Abt Pankraz kurz zu seinem Tode.[i] – Ein Bruder, Johann Baptist, war Kaplan in Rorschach; ein anderer, Rudolf, Kaplan in Frauenfeld. Eine Schwester, Anna Maria, hatte in Kalchrain den Schleier genommen.

 

Schriften:

 

Miscellanea historica: S. 1-119 Historia S. Galli ex Walafrido et aliis excerpta. S. 120-128 Appenzell. S. 156 bis 191 E chronico Wunnenstein. – Durch K. Greith kam diese Handschrift, die P. Hyazinth 1815 angelegt hatte, 1846 in die Stiftsbibliothek St.Gallen. Mscr. 1417 b. Papier 8°, 191 S. (Sch., p. 478). (630)

 

[i] Diarium III, 248.


37. Theodor Wick

P. Theodor (Johann) Wick v. Züberwangen-Weyern. Geboren am 22. Oktober 1759. Eltern: Johann Georg Wick und Anna Maria Frauenknecht. Profess 16. Oktober 1783. Subdiakon 3. Juni 1784; Diakon 31. Mai 1787; Priester 18. Dezember 1788. Primiz 4. Januar 1789.

 

P. Theodor wurde am 28. Oktober 1792 Moderator der Klosterschule. Am 31. Mai 1795 kam er als Pfarrer nach Rorschach. Daselbst war er sodann vom 7. Oktober 1796 bis zum 17. März 1797 Statthalter. Möglicherweise betätigte er sich 1798 noch daselbst als Klosterfrauenbeichtiger in St.Scholastica. Am 6. März 1799 ernannte ihn der Abt zum Statthalter in Neu-Ravensburg. Nach dem Verlust dieser Herrschaft an den Fürsten Dietrichstein meldete er sich am 20. Mai 1804 für die Kaplanei Hörbranz bei Neu-Ravensburg.[i] Anfangs 1805 übernahm er die Vikarstelle in Roggenzell (Württemberg). Als solcher bat er am2. September 1805 die Regierung von St.Gallen um Bewilligung einer Pension. Er blieb in Roggenzell bis 1818. Im Jahr zuvor hatten ihn die Klosterfrauen in Glattburg zu ihrem Beichtiger gewünscht, doch ward nichts daraus; dafür trat er am 10. Juni 1818 die Pfarrei Steinach an. Zwei Jahre später, im Juni 1820, erfolgte seine Ernennung zum Pfarr-Rektor in St.Gallen. Nach Errichtung des Bistums Chur-St.Gallen wurde er Domherr. Am 16. Oktober 1838 feierte er seine Sekundiz. Anlässlich der Feier seines 80sten Geburtstages resignierte er auf die Pfarrei. Er wollte sich nach Notkersegg zurückziehen; doch der Schmerz, das Kloster verlassen zu müssen, blieb ihm erspart. Am 28. Dezember 1838 traf ihn ein Schlagfluss, an dessen Folgen er am 21. Januar 1839 starb. Unter sehr grosser Beteiligung wurde er in St.Fiden begraben.[ii] Eine Schwester, Maria Waldburga, war in Glattburg eingetreten.

 

Schriften:

 

1. Geschäftsdiarium als Statthalter in Rorschach vom 14. Oktober 1796 bis 17. März 1797. Band 1283 des Stiftsarchivs.

 

2. Inhaltsverzeichnis zum Amtsbuch der Statthalterei Rorschach. Archivii Rosacensis Tomus IV. – Oktavheftchen in Band 1260 des Stiftsarchivs.

 

3. In den Akten des Abtes Pankraz (Stiftsarchiv Einsiedeln) finden sich zahlreiche Briefe von seiner Hand. (631)

 

[i] A. P. 1217.

[ii] Vgl. "Sanct Gallischer Wahrheitsfreund", Nr. 4 vom 25. Januar 1839: Die letzten Lebenstage des hochw. Herrn Jubilaten und Pfarresignaten Theodor Wick.


38. Br. Otmar Torriani

Br. Otmar (Felix Alexander) Torriani von Mendrisio. Geboren 1765. Eltern: Johann Torriani und Sidonia Quadrio. Profess 16. Oktober 1783. Subdiakon 31. Mai 1787. Er empfing noch die Diakonatsweihe;[i] da er geisteskrank wurde, konnte er die Priesterweihe nicht erlangen. Laut einem Brief vom 13. Juni 1805[ii] wurde er «schon bey 17 Jahre als ein wahnsinniger geachtet». Am 4. Januar 1799 ward er mit andern aus St.Gallen fortgewiesen und kam nach Mehrerau, von wo er andern Tags nach Neu-Ravensburg gebracht wurde. Von dort kam er 1803 als Pensionär nach Neu St.Johann, von wo ihn seine Familie am 9. September 1805 abholte. Am 16. August zuvor hatte man sich auf eine Pension von 30 Louisdor geeinigt; sein Bruder, Grossrat Johann Baptist Torriani, verlangte 1806 freilich von der Regierung, unterstützt vom Kleinen Rat des Tessin, dass ihm die volle Pension von 500 fl. ausbezahlt würde, unter dem Vorgeben, man hätte das Pensionsgesetz vom Mai 1805 nicht gekannt. Eine Antwort fehlt, doch scheint man abschlägig beschieden worden zu sein, denn für die Jahre 1813-1815 liegen die Forderungen für je 30 Louisdor vor. Er starb in Mendrisio am 18. November 1835. (632)

 

[i] Datum unbekannt.

[ii] K. A. 147, 6.

 


39. Konrad Scherer

P. Konrad (Franz Jakob) Scherer von Kirchberg. Geboren am 23. Januar 1764 in Steinach, wo der Vater, Fridolin Scherer, Lehrer war; die Mutter hiess Maria Elisabeth Müller. Profess 16. Oktober 1783. Subdiakon Mai 1785; Diakon Mai 1787; Priester Dezember 1788. Primiz 6. Januar 1789.

 

P. Konrad stand zunächst der untern Klosterschule vor. Am 13. Juni 1790 wurde er Professor der Philosophie für die Fratres. Am 7. November 1796 erhielt er den Auftrag, Arithmetik und Geometrie zu lehren; doch blieb er daneben Lehrer der Theologie und des Kirchenrechts; auch des Hebräischen war er kundig. Er wurde 1798 mit den Fratres Aegid, Karl, Aloys und Franz Xaver nach dem Stifte Salem geschickt, wo er den Unterricht fortsetzte. Die Thesen, über die im Januar 1802 disputiert wurde, übermittelte er dem Abte.[i] Im September 1802 schickte ihn der Abt nach Regensburg, damit er dort bei der Reichsdeputation für das Stift tätig sei. Da die Fratres an Ostern 1802 die Weihen erhielten, ging er von Salem nach dem St.Magnusstift in Füessen, wo er im November 1802 Theologieprofessor wurde. Doch musste das Kloster zufolge der Säkularisation auf den 1. März 1803 geräumt werden; so musste auch er fort. Wir finden ihn im Februar 1803 in Neu-Ravensburg. Um die Mitte 1803 kam er als Oberer der Pensionäre nach Neu St.Johann. Wegen seiner Petition um Fortbestand des Stiftes wurde er am 11. Dezember 1804 verhaftet und später durch den Nuntius nach Meersburg verwiesen.[ii] Im Herbst 1805 wieder freigelassen, hielt er sich zunächst in Steinach auf. Die Regierung bewilligte ihm am 16. November 1805 die volle Pension bis zu weiterer Anstellung, «jedoch in der zuversichtlichen Erwartung, daß ihre in Mörspurg fortgesetzte politische Correspondenzen von nun an gänzlich und ohne alle weitere Beschönigung aufhören werden.»[iii] Am 10. Dezember 1806 wählten ihn die Klosterfrauen zu St.Scholastica in Rorschach zu ihrem Beichtvater, wie es die Regierung angeordnet hatte. Hier blieb er, bis er im Juni 1826 für P. Ildephons als Regens des Seminars nach St.Gallen berufen wurde; zugleich wurde er Kanonikus.[iv] Doch 1833 kehrte P. Konrad wieder nach Rorschach zurück, wo er am 26. August 1838 in Sankt Scholastica starb und auf dem Klosterfriedhof neben seiner Mutter begraben wurde. – Ein Bruder war P. Aegidius, in Einsiedeln, der aber 1805 ins Kloster Admont übertrat, wohin er während des Exils gekommen war.[v]

 

Schriften:

 

a) Gedruckte:

 

Positiones excerptae ex universa philosophia . . . quas propugnabunt Chrysostomus Koller et Dominicus Schmidt (Praeside P. Conrado) Die (19. Nov.) Anno 1792. Cum lic. sup. Typis pr. mon. S. Galli. 4°, 15 S. – Staatsarchiv, Sammlung Wegelin 24/32. – Zürich. Zentralbibliothek RRi 215 Adl. 15.

 

b) Ungedruckte:

 

1. Epistolae ad Albertum de Bonstetten. 88 Briefe. Eine der drei Kopien in Mscr. 1428 stammt von der Hand Pater Konrads (Sch., p. 479).

 

2. Bibliotheca hebraea. Verzeichnis der hebräischen Bücher in der Stiftsbibliothek, mit Anmerkungen von Pater Konrad Scherer, 1787 angelegt. Mscr. 1528. Papier 2°, 88 S. (Sch., p. 493). (633)

 

[i] A. P. 386.

[ii] Berichte über seine Behandlung daselbst, s. A. P. 1474, 1475, 1494, 1498; ebendaselbst eine Reihe von Briefen an den Nuntius.

[iii] K. A. 147, 2.

[iv] Alias 1824?

[v] Nekrolog in "Wahrheitsfreund", Nr. 36, vom 17. September 1838.


40. Br. Peter Egger

40. Br. Peter (Johann Kaspar) Egger v. Tablat. Geboren am 15. April 1760. Eltern: Ulrich Egger und Maria Franziska Siber. Profess 19. Oktober 1783. – Im November 1798 war er in Mehrerau, später (1801) in Neu-Ravensburg. Nach 1803 liess er sich als Schreinermeister in seinem väterlichen Hause nieder. Gestorben am 31. Dezember 1835 und begraben in St.Fiden. – Seine Schwester Maria Franziska Salesia war in Notkersegg eingetreten. (634)


41. Thomas Brendle

P. Thomas (Josef Anton) Brendle von Kirchberg. Geboren am 9. Juli 1765 als Sohn des Hauptmanns und Kirchenpflegers Josef Brendle und der Elisabeth Grob. Profess 16. Oktober 1784. Subdiakon 31. Mai 1787; Diakon 18. Dezember 1788; Priester 18. September 1790.

 

Am 7. Novembe r 1796 wurde P. Thomas Lehrer der höhern Syntax und des Griechischen; am11. Januar 1798 für Kirchenrecht. Am 28. Mai 1798 erteilte ihm Abt Pankraz auf wiederholtes inständiges Bitten die Erlaubnis, Karthäuser in Ittingen zu werden; jedoch hatte er selber für die Kosten aufzukommen, auch hatte er keinen Anspruch an sein mitgebrachtes, geringes Erbe. Aus dem Plane wurde aber offenbar nichts. Am 4. Januar 1799 wurde er aus St.Gallen deportiert, kam nach Mehrerau und von dort am folgenden Tage nach dem Kloster Isny. 1802, im Mai, finden wir ihn in Weissenau. Im Oktober dieses Jahres aber vikarisierte er bereits in Lichtensteig. Am 13. November 1802 verfügt Konstanz, dass er dort Pfarrer sein soll. Auch er unterzeichnete anfänglich die Convention vom 10. Dezember 1803, das Bistum betreffend, trat aber dann davon zurück.[i] Wegen seiner Petition nach Rom ward er am 16. Dezember 1804 einem Verhör unterzogen und in der Folge polizeilich eingesperrt und mit Pater Konrad in Meersburg interniert. Er verfasste hierüber eine «Narratio historica». Von ihm stammen wahrscheinlich auch die Klagepunkte gegen Landvogt Müller-Friedberg, über dessen Beziehungen zu Künzle.[ii] Im Herbst 1805 konnte er wieder nach Lichtensteig zurückkehren. Am 21. Januar 1806 wurde er zum Pfarrer von Haslen (Appenzell I.-Rh.) gewählt. Seit anfangs 1812 versah er die Pfarrei Andwil. 1815 wurde er Pfarrer in Goldach, 1822 in Wil. Seit 1829 war er Beichtiger in St.Maria bei Wattwil. Ungefähr 1835 zog er sich nach Wil in den Ruhestand zurück, wo er am 6. März 1840 starb. – Eine Schwester, Maria Anna Kunigunda, war in St.Georgen eingetreten.

 

Schriften:

 

Die oben erwähnte Narratio historica und die Klagepunkte gegen Landvogt Müller-Friedberg, über deren Schicksale nichts weiteres bekannt ist. Über seine Gefangenschaft in Meersburg geben eine Reihe von Briefen Aufschluss (A. P. 1512, 16, 24, 41, 74, 75, 81, 98, 1630). (635)

 

[i] Brief vom 25. Juli 1804; A. P. 1247.

[ii] Vgl. Baumgartner, Geschichte des Kts. St.Gallen.


42. Ignatius Staub

P. Ignatius (Josef Kolumban) Staub von Menzingen. Geboren am 2. August 1765. Eltern: Kolumban Staub und Anna Maria Margaretha Schön. Profess 16. Oktober 1784. Subdiakon 29.(?) Mai 1787; Diakon 18. Dezember 1788; Priester 18. September 1790.

 

Am 20. Oktober 1794 kam er nach St.Johann, wo er am 3. Juni 1796 Unterpfarrer wurde. 1799 wurde er Pfarrer in Nesslau, wo er der letzte Pfarrer war, indem diese Pfarrei 1805 als solche aufhörte und mit Neu St.Johann verbunden wurde. Am 3. September 1805 wurde er Frühmesser in Schänis. Da er aber seit August 1806[i] gemütskrank war, wollte ihn die Regierung am 26. Februar 1807 im Stifte Pfäfers versorgen. Doch konnte sich der Abt daselbst, wie der Konvent nicht dazu verstehen, da nur mehr sechs Patres im Kloster, davon «einer Krankheits halben ganz und ein bekannter Blödsinniger größtentheils unbrauchbar ist, die übrigen vier haben mit der Pfarrey und Schule vollauf zu thun.»[ii] Von 1807-1809 war er Privatgeistlicher in Amden, von 1809-1810 Kaplan daselbst. Seit 1810 finden wir ihn als Kaplan im Kloster Maria Zuflucht in Weesen, wo er am 7. August 1822 starb und begraben wurde. «Er war eines sehr sanften Charakters, ein guter Religios, an dessen Lebenswandel nichts anzustellen war,» schreibt Abt Pankraz von ihm. – Ein Verzeichnis seiner Bücher[iii] und Gerätschaften finden sich nebst Briefen von ihm in A. P. 3220, 3227 vor. Er war ein guter Musiker. (636)

 

[i] Wie übrigens 1802 schon einmal.

[ii] Schreiben des Abtes Joseph vom 5. März 1707. Kantonsarchiv F. 147, Pfäfers vor der Aufhebung.

[iii] Darunter mehrere geschriebene Predigten erwähnt.


43. Augustin Bachmann

P. Augustin (Jakob Klemens) Bachmann von Menzingen. Geboren am 4. Juni 1768. Eltern: Ratsherr Klemens Oswald Bachmann und Maria Elisabeth Staub. Profess 16. Oktober 1788. Diakon 18. September 1790; Priester 1794. Primiz 29. September 1794.

 

P. Augustin wurde am 13. Juni 1795 Lehrer für die «kleinsten Knaben». Vom 7. Oktober 1796 bis 15. September 1797 war er in Neu St.Johann. Im Mai 1798 war er im Kloster St.Peter (im Schwarzwald). Von 1801-1803 soll er Kaplan in Unterägeri gewesen sein. Im Januar 1803 beabsichtigte er nach Menzingen zu gehen, um dort vom Hause seines verstorbenen Vaters Besitz zu ergreifen. Doch finden wir ihn im Juli dieses Jahres bis 1806 bereits als Kaplan in Rüeterswil bei St.Gallenkappel, von wo aus er mit der Regierung um die Pension zu markten begann. Mehrere scharfe Schreiben zogen ihm den Tadel der Regierung zu.[i] 1807 war er Kaplan in Eschenbach. 1809 kam er als Pfarrer nach Goldingen und war dann von 1819 bis 1831 Pfarrer in Jonschwil und schliesslich von 183l-1840 Benefiziat zum hl. Kreuz bei St.Gallen. Als solcher starb er am 1. Oktober 1840 und wurde in St.Fiden begraben. – Der «Sanct Gallische Wahrheitsfreund»[ii] schreibt zu seinem Tode: «Er war einer jener ehrwürdigen Kapitularen, welche ein werkthätiges, berufergebenes, wenn auch mühevolles Leben, einem pensionierten Müssigang vorzogen. Seit Aufhebung des Klosters hatte er zuerst verschiedene Kaplaneien versehen und dann während 10 Jahren in Goldingen und circa 12 Jahre in Jonschwil als Pfarrer rühmlich und heilbringend gewirkt, und als ihn seine schwindenden Körperkräfte zur Resignation mahnten, suchte er wieder eine Stätte als Benefiziat bei der Filialkirche zum hl. Kreuz, wo er bis ans Ende seiner Tage noch im Dienste des Herrn zum Heile der Gläubigen arbeitete.» (637)

 

[i] Siehe K. A. 147, 2.

[ii] Nr. 41, vom 9. Oktober 1840.


44. Anselm Caspar

P. Anselm (Josef Franz) Caspar von Lachen. Geboren am 10. März 1768. Eltern: Johann Josef Caspar und Maria Ida Roggmann. Profess 16. Oktober 1788. Subdiakon 18. September 1790. Primiz 29. September 1794.

 

Vor der Auflösung des Stiftes war er Unterbibliothekar. Am 7. Oktober 1796 wurde er «Schattenpfarrer», am 7. November 1796 Lehrer für Griechisch und am 11. Januar 1798 Lehrer der Grammatik. 1799 wurde er Pfarrvikar in Rorschach; seit 1800 war er Pfarrer daselbst bis 1826. Dann zog er sich als Beichtiger nach dem Frauenkloster St.Scholastica zurück, wo er am 18. April 1829 starb. Seine letzte Ruhestätte fand er beim Eingang zur sogen. Seelenkapelle, neben der Pfarrkirche Rorschach. Dort erinnert heute noch ein einfaches Denkmal mit der Inschrift: «Pertransiit benefaciendo. R. I. P. Anselm Caspar Cap. Mon. S. Galli per 28 annos hujus loci Parochus. nat. 1768. denat. 18. April 1829. R. I. P.» Eine Stiftung von ihm ermöglichte ca. 1830 den Ankauf des Platzes, auf dem heute die Jugendkirche steht.[i]

 

Schriften:

 

1. Verzeichnis gedruckter Bibeln der Stiftsbibliothek St.Gallen von 1795. Mscr. 1284. Papier 2°, unpag. (Sch., p. 443).

 

2. Kopie des Tagebuches einer Novizin (Caecilia Galla Braun) aus dem Kloster S. Scholastica in Rorschach vom Jahre 1712. Mscr. 1421. Papier 4° (Sch., p. 478).

 

3. Res monetaria monast. S. Galli. Geschichte des st.gallischen Münzwesens. Von den fratres juniores Abt Beda 1794 gewidmet. Mscr. 1487. Papier 4° (Sch., p. 487). Abgedruckt in Verhandlungen der Gemeinnützigen Gesellschaft. 1849. S. 17-65.

 

4. Stift St.Gallisches modernes Münzkabinett von A. C. Von den fratres juniores 1793 Dekan P. Cölestin gewidmet. Mscr. 1488. Papier 2° (Sch., p. 488).

 

5. Numismata Familiarum Romanarum. Von 1792. Mscr. 1489. Papier 2° (Sch., p. 488).

 

6. Numismata Imperatorum Rom. musaei S. Galli. Von 1792. Mscr. 1490. Papier 2° (Sch., p. 488).

 

7. Nummi aenei musaei S. Galli Partes IV. Autore Anselmo Caspar. Von den fratres juniores 1791-1794 Abt Beda dediziertes Verzeichnis. Mscr. 1491-1494. Papier 2° (Sch., p. 488).

 

8. Numismata graeca. (Nicht von P. Anselms Hand geschrieben, möglicherweise aber doch von ihm, jedenfalls unter seinem Einfluss entstanden). Mscr. 1495. Papier 2° (Sch., p. 488).

 

9. Catalogus Nummophylacii S. Galli. Von Julius Cäsar bis Heraklius. (Ohne Autor). Mscr. 1496. Papier 2° (Sch., p. 488).

 

10. Familiarum Romanarum Numismata argentea. Autore P. Anselmo Caspar. Von den Fratres 1791 Abt Beda dediziert. Mscr. 1497. Papier 2° (Sch., p. 488).

 

11. Explication des medailles gravées par J. Dassier. (Ob von P. Anselm?) Mscr. 1498. Papier quer 4° (Sch., p. 488). (638)

 

[i] Vgl. Stähelin J., Die Pfarrgeistlichkeit von Rorschach seit 1800. Cavelti-Hubatka. Rorschach 1928. – Hist.-biogr. Lexikon der Schweiz. II. 505.


45. Burkard Egli

P. Burkard (Johann) Egli von Kirchberg. Geboren am 26. April 1769. Eltern: Johann Egli und Katharina Ohrenschmalz. Er war Waise und wurde von seinem Oheim, Konrad Egli, und den Tanten, Maria Magd. und Maria Barbara Egli, erzogen. Profess 16. Oktober 1788. Subdiakon 18. September 1790; Diakon Juni 1794. Primiz 29. September 1794.

 

Am 7. Oktober 1796 wurde P. Burkard Unterpfarrer in St.Gallen, am 7. November jedoch schon Lehrer der Grammatik und am 11. Januar 1798 der Rhetorik. Am 4. Januar 1799 ward er mit den übrigen Klosterinsassen nach Mehrerau deportiert, von wo er am folgenden Tage zu P. Johann Baptist in St.Johann-Höchst ging. 1802 finden wir ihn in Klus bei Feldkirch. Später wurde er, nach dem Tode von P. Maurus, 1812, Pfarrer in Wil, wo er am 28. September[i] 1822 starb, nachdem er, vom Schlage getroffen, ein ganzes Jahr zu leiden hatte.[ii] (639)

 

[i] Alias 29. September.

[ii] Abt Pankraz, Diarium III, 210.


46. Viktor Spielmann

P. Viktor (Franz Michael Anton) Spielmann von Zug. Geboren am 14. September 1769 als Sohn des Goldschmieds und Ratsherrn Franz Michael Spielmann und der Maria Barbara Muos. Profess 16. Oktober 1788. Subdiakon 18. Dezember 1790; Diakon 12.(?) Juni 1794. Primiz 29. September 1794.

 

P. Viktor wurde am 7. Oktober 1796 Lehrer in Neu St.Johann; 1798 übernahm er die dortige Pfarrei, die er neun Jahre lang versah, bis Kränklichkeit ihn zur Aufgabe derselben zwang. Von 1807 bis August 1847 war er Koadjutor in Sankt Georgen, resignierte dann altershalber, blieb aber inmitten seiner Gläubigen. Von 1807 bis 1816 war er Aktuar des ehemaligen Kantonal-Erziehungsrates. Nach langem Leiden starb er am 20. Januar 1849 als der letzte Konventuale des Stiftes St.Gallen.[i] – Seine Schwester, Maria Aloysia war Priorin im Kloster Frauenthal. – Weidmann rühmt ihn als Wohltäter der Bibliothek, der er mehrere Schriften des P. Ildephons v. Arx zuhielt (p. 148). (640)

 

[i] Nekrolog in "Die Neue Schweiz, Nr. 7, vom 24. Januar 1849.


47. Br. Markus Büehler

Br. Markus (Johann Konrad) Büehler von Alt St.Johann. Geboren am 20. Juli 1755. Eltern: Johann Konrad Büehler und Elisabeth Stump. Profess 28. Oktober 1788. Am 4. Januar 1799 wurde er aus St.Gallen deportiert, kam dann nach Ebringen, wo er bis 1812 weilte. Gestorben am 8. Dezember 1831; begraben in St.Fiden. (641)


48. Chrysostomus Koller

P. Chrysostomus (Johann Theodor) Koller von Neu St.Johann. Geboren am 10. Oktober 1770. Eltern: Nikolaus Koller und Katharina Schmid. Profess 16. Oktober 1790. Subdiakon Juni 1794; Diakon Juni 1795; Priester 1798.

 

Am 7. November 1796 wurde er Musiklehrer. 1803 finden wir ihn als Kaplan in Lichtensteig, später (1817) in Wil. Er starb am 10. Januar 1825 als Pfarrer von Goldach. «Er war ein rechtschaffener Religios und von jedermann geliebt.»[i] (642)

 

[i] Abt Pankraz, Diarium III, 235.


49. Dominikus Schmid

P. Dominikus (Nikolaus Josef) Schmid von Fischingen. Geboren am 14. Januar 1774. Sein Vater, Plazidus Benedikt Schmid, stammte aus Altdorf und war Wirt zum «Löwen» in Fischingen, wo er sich mit Anna Maria Schneider verehelicht hatte. Profess 16. Oktober 1790. Subdiakon Juni 1795; Diakon 5. Juni 1796; Priester 1798.

 

Er wirkte von 1800-1836 als Coadjutor (das heisst Pfarrer) in St.Fiden. 1800 wurde er Erziehungsrat. «Nachdem er 1816 Kammerer und 1820 Dekan des Kapitels geworden, trat er oft an die Öffentlichkeit in Sachen der st.gallischen Diözesanregelung. 1823 wurde er Präsident der Deputiertenkonferenz, die St.Gallens Anschluss an die Diözese Chur betrieb. Als Karl Rudolf von Buol-Schauenstein, Bischof von Chur, selbst nach St.Gallen kam, hielt P. Dominikus die Begrüssungsrede, deren Wortlaut noch erhalten ist. Er trat an der Spitze der St.Galler Geistlichkeit auf gegen das Bestreben, ein Kollegiatstift aus dem Kloster zu machen und war geistlicher Rat von Kanonikus Zürcher, der St.Gallen einige Zeit als bischöflicher Kommissar verwaltete. Mit seinen ehemaligen Konfratres scheint P. Dominikus wenig Verkehr gehabt zu haben, so daß keiner aufgezeichnet hat, wo er sich nach seiner Resignation (1835) auf St.Fiden aufhielt.»[i] Er war auch Beichtiger in St.Georgen, wo die Nonnen nach seiner Anleitung die Aufhebung ihres Klösterchens erstrebten und 1834 auch erlangten. Er starb am 14. März 1842 und wurde in St.Fiden begraben. – Ein Bruder, Pater Willibald, war in Fischingen; ein anderer, Augustin, war 1802 Kaplan in Spiringen, seit 1805 Pfarrhelfer in Altdorf. (643)

 

[i] P. Notker Wettach, Die Urner Kapitularen des Klosters St.Gallen. Urner Neujahrsblatt 1918, p. 74. – Kleiner Nachruf in Nr. 12 des St.Galler "Wahrheitsfreundes" vom 18. März 1842.


50. Br. Gabriel Henseler

Br. Gabriel (Sergius) Henseler von Gossau. Geboren am 1. September 1765. Eltern: Sergius Henseler und Anna Maria Fisch. Profess 28. Oktober 1790. Am 4. Januar 1799 wurde er aus St.Gallen weggeschafft und kam nach St.Blasien. 1805 war er im Kloster Fischingen (bis 1807?). Später lebte er in Rorschach (ca. 1810) und bei seinem Bruder, der Buchbinder in Wil war. Er starb am 4. November 1842 und wurde in St.Fiden begraben. (644)


51. Br. Notker Hager

Br. Notker (Josef Martin) Hager von Straubenzell. Geboren am 4.[i] Mai 1767. Eltern: Johann Hager und Elisabeth Gresser. Profess 28. Oktober 1790. Am 12. Oktober 1796 kam er nach Neu St.Johann. 1801 war er in Villingen, von wo er Ende 1807 nach St.Gallen ging, um die kranken P. Gerold und Br. Gall zu pflegen. Er starb am 6. August 1836 und wurde in St.Fiden begraben. Aus seinem Nachlasse kam das Antiphonarium S. Galli von 1691 wieder in den Besitz der Stiftsbibliothek.[ii] (645)

 

[i] Alias 8.

[ii] Mscr. 1452b (Sch., p. 483).


52. Benedikt Schertler

P. Benedikt (Franz Anton) Schertler von Gossau. Geboren am 27. September 1774. Eltern: Karl Justin Schertler und Anna Maria Högger. Profess 27. Mai 1792. Subdiakon 5. Juni 1796; Priester(?).

 

Er war im Dezember 1803 in Wasserburg. Seit 2. Oktober 1800 lebte er als Beichtiger im Kloster Grimmenstein, wo er am 20. April 1831 starb. (646)


53. Sebastian Enzler

P. Sebastian (Johann Baptist) Enzler von Walchwil. Geboren am 3. April 1774. Eltern: Johann Melchior Enzler und Maria Caecilia von Rickenbach. Profess 27. Mai 1792. Subdiakon 28. Juni 1795; Diakon 5. Juni 1796; Priester(?).

 

P. Sebastian wurde, nachdem er von 1798 bis 1803 (Rothenflue) Pfarrer in Hemberg gewesen war, am 31. August 1803 als Vikar im «Grünen Thurm», an die Stiftskirche in St.Gallen berufen. Er war «Prediger im Schellenwerch», wie er schreibt. Am 20. Juni 1804 erlaubte ihm der Abt, die Pfarrei Arth anzunehmen, wohin er im Dezember dieses Jahres ging. Da er die «Erklärung» von 1805 nur bedingt unterzeichnen wollte, brach die Regierung jede Korrespondenz mit ihm ab.[i] Als er am 21. April 1814 seinen Abt in Einsiedeln besuchte, bemerkte dieser in seinem Tagebuch: «Seine Rechtschaffenheit bleibt sich immer gleich, ein eifriger Religios und ein nützlicher Mann wird er zweifelsohne immer bleiben.»[ii] Von 1816 bis 1819 lebten der Abt und sein Begleiter, Pater Kolumban Ferch, bei ihm in Arth. Er war einer der wenigen Konventualen, die mit dem Abt in lebhafter Korrespondenz blieben.[iii] Am 6. Januar 1829 meldete er dem Abte seine Resignation auf die Pfarrei Arth; doch blieb er dort und starb bereits am 6. Januar 1830. (647)

 

[i] K. A. 147, 6.

[ii] Diarium III, 61.

[iii] Briefe bei den Akten des Abtes Pankraz, Stiftsarchiv Einsiedeln.


54. Franz Weidmann

P. Franz (Isidor Josef Thomas) Weidmann von Einsiedeln. Geboren am 22. Dezember 1774. Eltern: Konrad Dominik Weidmann und Maria Barbara Röllin. Er studierte in Einsiedeln. Profess 27. Mai 1792. Subdiakon 5. Juni 1796; Priester 2. Juni 1798.

 

P. Franz wirkte zwei Jahre als Unterpfarrer in St.Gallen, dann war er 12 Jahre, bis Martini 1812, Pfarrer in Berg bei Rorschach. Ein Lungenleiden zwang ihn zur Resignation. Später wirkte er als Lehrer am katholischen Gymnasium in St.Gallen. Seit 1819 war er Bibliotheksadjunkt. Um sich für diese Stellung besser auszubilden, wollte er zunächst eine Studienreise nach Italien unternehmen. Im Begriffe, diese Reise anzutreten, besuchte er am 1. September 1819 den Abt in Arth. Dieser bemerkt darüber: «Den 1. September kam unser Pater Franciscus Weidmann hierher. Schon zwanzig Jahre hatte ich ihn nicht gesehen; seine Aufführung während der Revolution war nicht die beste; und jetzt hat er sich vorgenommen, eine Reise, und zwar ganz allein, nach Italien zu machen. Ich konnte es nicht billigen, doch weil mein Verbott nichts nützen würde, zeigte ich bloß meine Mißbilligung, ermahnte ihn, Gott vor Augen zu haben und nicht zu vergessen, daß er ein Religios sei, und entließ ihn mit meinen Segenswünschen.»[i] Schon am 5. November 1819 meldete P. Innozenz dem Abte die Heimkehr Weidmanns aus Rom, wo er in 14 Tagen erreicht hätte, was er wünschte; übrigens hätten Kost und Klima ihm sehr zugesetzt.[ii] Vom 12. Oktober 1833 bis zum 4. Februar 1834 und wiederum vom 14. September 1836 bis zu seinem Tode war er sodann Stiftsbibliothekar.[iii] Er starb am 15. Oktober 1843 und wurde in St.Fiden begraben. – Eine Schwester, Maria Beata, war Klosterfrau in Fahr.[iv]

 

Schriften:

 

a) Gedruckte:

 

1. Ansichten auf der neuesten Reise nach Rom. St.Gallen. Franz Brentano. 1821. 8°, 154 S. (Stiftsbibliothek Einsiedeln X 453).

 

2. Geschichte des ehemaligen Stiftes und der Landschaft St.Gallen unter den zween letzten Fürstäbten von St.Gallen, besonders während den Jahren der helvetischen Revolution bis zur Aufhebung des Stiftes. Mit Original-Aktenstücken, Korrespondenz-Auszügen und andern Beilagen. St.Gallen 1834. Verlag von Wegelin und Wartmann. In Kommission bei Huber & Co. XVI. 332 S. 1 Bll. – Eine Tendenzschrift, eines Mönches unwürdig.

 

3. Geschichte der Bibliothek von St.Gallen seit ihrer Gründung um das Jahr 830 bis auf 1841. Aus den Quellen bearbeitet auf die tausendjährige Jubelfeier. St.Gallen 1841. IV, 494 S.

 

b) Ungedruckte:

 

1. Annales majores S. Galli. Aus Mscr. 915 und 453 und Ed. Goldast entnommen und mit Noten versehen von Franz Weidmann Anno 1795; abgeschrieben von Fr. Chrysostomus Koller und dem Subprior P. Joseph Bloch, ihrem Lehrer gewidmet von den Fratres juniores. Mscr. 1255, Papier 4°, 74 S. (Sch., p. 435).

 

2. Catalogus Codicum Manuscriptorum Bibliothecae S. Galli. Umfaßt 1399 Nummern nach der gegenwärtigen Aufstellung und Nummernfolge und der dabei befolgten Klassifikation, nebst Hinweis auf Kolbs Katalog bei jedem von diesem schon recensierten Codex. Specielles Repertorium in lateinischer Sprache über die einzelnen Stücke eines jeden Bandes, mit Angabe der Seitenzahl, nebst Angaben über Verfasser, Abdrücke etc., Untersuchungen über Authenticität und zahlreichen Textauszügen. «Utile opus et non exiguae industriae, quamvis minus proprii quam aliorum ingenii.» (Greith). Von 1840. Mscr. 1403-1405. Papier 2°, 575, 670, 671-1342 S. (Sch., p. 475).

 

3. Miscellanea Encomiorum S. Galli. Gesammelt 1839 von Weidmann. Enthält Dichtungen etc. an die Äbte Bernard, Pius, Gall und Cölestin mit Emblemen in getuschter Federzeichnung. Mscr. 1437, Papier und Druck unpag. (Sch., p. 481).

 

4. Collectanea von P. Franz Weidmann, Bibliothekar. S. 3-116: Analecta. Nachrichten von st.gallischen Personen und Lokalitäten aus Handschriften der Bibliothek und des Stiftsarchivs; S. 132-177: Vita S. Galli carminica, Kopie aus Cod. bibl. Nr. 587 et archivii Nr. 1231 mit einigen erklärenden Anmerkungen; S. 199-245: Notae majores P. Pii Kolb; S. 199-245: Notae in catalogum bibliothecae; S. 271-284: Catalogus Bibliothecae S.Galli ex cod. 267 descriptus; S. 285 bis 307: Memorabilia Bibliothecae Mscr. S. Gallensis ordine alphabetico (Realkatalog oder Entwurf eines solchen; S. 309 bis 318: Figurae. Ein Verzeichnis der Bilder in den st.gallischen Handschriften. Ein bloßer Blattweiser; S.319-362: Manuscripta (Fachregister der St.Galler Handschriften mit Index; sehr inkomplett; S. 363-394: Studia S. Gallensia ex Bibliotheca. Excerpte zur St.Galler Gelehrtengeschichte, mit einem Verzeichnis der Scriptores antiquorum nostrorum Codicum am Schluß; S. 395-403: Abschrift des Cod. 1093 Mirabilia Romae, Indulgentiae; S. 405-415: Catalogus Scriptorum codd. mscr. bibliothecae S.Galli ordine alphab.; S. 416-422: Sachregister; S. 423-424: Possessores. (Alle diese Verzeichnisse sind mangelhaft). S. 425-440: Excerpta ex Gerberto De cantu ex monumentis Germaniae. S. 441-448: Leben von P. Pius Kolb. – Mscr. 1500. Papier 2°, 448 S. (Sch., p. 489).

 

5. Catalogus manuscriptorum monasterii S. Gallensis. Codd. Nr. 1-689. Konzept. Mscr. 1689. Papier 2°, 670 S. (Sch., p. 504).

 

6. Geschichte der Bibliothek von St.Gallen Anno 1841. Autograph. 1841. Im Drucke erschienen (s. o.). Mscr. 1690. Papier 2° (Sch., p. 504). Reiches Material, das aber aus der schwülstigen Form und keineswegs übersichtlichen Anordnung nicht immer leicht herauszuschälen ist. (Sch.) (648)

 

[i] Diarium III, 171.

[ii] A. P. 2931.

[iii] Weidmann, p. 210/11.

[iv] Kurzer Nekrolog in Nr. 43 des "St.Gallischen Wahrheitsfreundes" vom 20. Oktober 1843.


55. Br. Kaspar Gschwend

Br. Kaspar (Sebastian) Gschwend von St.Georgen. Geboren am 21. Januar 1773. Eltern: Franz Anton Gschwend und Katharina Eugstler. Profess 21. Mai 1793.

 

Br. Kaspar ging Ende September 1799 nach dem Kloster Weissenau. Später weilte er in St.Georgen und versah an der Stiftskirche Messnerdienste. Da er sich dem Studium der Chirurgie widmen wollte, ersuchte er am 21. März 1804 die Regierung um einen Zuschuss von 6 Louisdor zu seiner Pension von 18 Louisdor, was ihm bewilligt wurde. Der Dekan der medizinischen Fakultät in München bezeugte ihm am 16. November 1804, dass er seit Frühjahr 1803 «die chirurgischen Schulen in allen ihren Abteilungen mit ausgezeichnetem Fleiße und dem besten moralischen Benehmen hier in München frequentiert habe.»[i] Wie weit diese Studien gediehen, ist nicht zu ersehen. Er war1806 noch in München. Er lebte später in Steinach, wo er am 11. Dezember 1840 starb; begraben in Arbon. (649)

 

[i] K. A. 147, 3.


56. Br. Mathias Tschannet

Br. Mathias (Andreas) Tschannet von Rankweil. Eltern: Lukas Tschannet und Maria Anna Dobler. Geboren am 3. Januar 1770. Profess 21. Mai 1793.

 

Wir finden Br. Mathias bis 1803 in Neu-Ravensburg, dann in Neu St.Johann. Da er ein Ausländer war, wollte ihm die Regierung zuerst keine Pension bewilligen. Der Abt von Rheinau erkrärte sich am 29. Dezember 1805 bereit, ihn aufzunehmen; doch ging Br. Mathias dann nach Fischingen, wo er 1806 weilte. Später (1811) finden wir ihn in Alt St.Johann. Gestorben 17. November 1814; begraben in Wittenbach. (650)


57. Br. Nikolaus von Flüe Fisch

Br. Nikolaus von Flüe (Benedikt) Fisch von Hagenwil. Geboren am 13. Januar 1765. Eltern: Josef Anton Fisch und Barbara Katzenmayer. Profess 21. Mai 1793.

 

Gestorben 9. Juni 1795 an spasmo (Krämpfen). «Er war ein junger Bruder, etwan dritthalb jahr professus.»[i] (651)

 

[i] Abt Beda.


58. Geraldus Egger

P. Geraldus (Josef Benedikt) Egger von Wiesen, Tablat. Geboren am 10. April 1774. Profess 16. Oktober 1794. Subdiakon 5. Juni 1796.

 

Im November 1798 war er in Mehrerau. Am 28. Januar 1799 schickte ihn der Abt mit seinen Komprofessen nach Wiblingen; P. Kolumban sollte dort mit ihnen den Unterricht fortsetzen. Dort empfingen sie auch die Priesterweihe. 1801 finden wir ihn im Mai in Neu-Ravensburg, im Juni in Primisweiler (?); 1804 war er Pfarrverweser in Fussach. 1806 bemühte er sich zuerst um die Pfarrei Altstätten (6. Jan.), dann um jene in Häggenschwil (29. April) und schliesslich um die Verwendung der Regierung, dass er in Fussach als Pfarrer angestellt werde (3. Juni), jedesmal ohne Erfolg. Endlich erhielt er im Juni 1807 die Pfarrei Neu St.Johann angewiesen, wohin er im Juli zu gehen versprach.[i] Dort starb er am 18. September 1811. (652)

 

[i] K. A. 147, 5.


59. Tutilo Braun

P. Tutilo (Jakob) Braun von Rottweil. Geboren am 18. Juli 1772. Profess 16. Oktober 1794. Subdiakon 5. Juni 1796.

 

Im November 1798 befand er sich in Mehrerau. Ende Januar 1799 kam er nach Wiblingen, wo er Priester wurde. Im April 1803 war er Vikar für den erkrankten Pfarrer von Krotenwies, das offenbar in der Nähe von St.Blasien war, wo er sich damals aufhielt. 1804 befand er sich, wie er der Regierung schrieb, schon seit längerer Zeit auf Berg Sion bei Klingnau. Im Juli 1804 verwendete sich P. Heinrich für ihn bei der Regierung, damit er nach Neu St.Johann gehen könne, was ihm am 26. Juli erlaubt wurde. Doch kam er vorerst nach St.Gallen, wo er seit dem 19. Dezember 1804 im Gefängnis und sonst in der Seelsorge aushalf. Bald darauf (1805) übernahm er die Kaplanei in Brülisau. Am 5. Oktober 1806 verwandte sich die Regierung von Appenzell in St.Gallen, dass er nicht nach Alt St.Johann gehen müsse, sondern in Brülisau bleiben könne. Die Regierung erklärte, dass sie gegen sein Verbleiben nichts einzuwenden hätte;[i] doch finden wir ihn schon im März 1807 als Pfarrvikar in Alt St.Johann. Von 1808-1811 war er Kaplan, von 1811-1816 Pfarrer in Neu St.Johann; 1816 wurde er Beichtiger in Maria Hilf zu Altstätten, dann von 1818-1831 Pfarrer in Züberwangen, wo er am 23. März 1831 starb. (653)

 

[i] K. A. 147, 5.


60. Marzellus Renner

P. Marzellus (Felix Georg) Renner von Andermatt. Geboren am 21. Juni 1773. Eltern: Franz Maria Renner und Maria Agatha Regli. Profess 16. Oktober 1794. Subdiakon 5. Juni 1796.

 

«Direkt vor der definitiven Zerstreuung der Kapitularen wurde er noch zum Priester geweiht und hatte deshalb bis 1815 stets mit dem Staat um seine Pension zu hadern. Auch die Aussteuer wurde ihm lange vorenthalten. Nach der Klosteraufhebung[i] hielt er sich drei Jahre (seit 1802) in Altheim in Schwaben auf und harrte auf eine Anstellung, um die er wiederholt devot und eindringlich nach St.Gallen schrieb. Erst nachdem er 1805 schriftlich erklärt hatte, daß er kein Klostergut in irgendwelcher Form besitze, daß er am jetzigen Stand der Verhältnisse keine Änderung betreiben oder veranlassen wolle, wurde ihm die gesetzliche Aussteuer nach Schänis[ii] geschickt, wo er inzwischen eine Stelle gefunden hatte. 1808 noch ist er ohne Pension und übersiedelt deshalb nach der Stadt. Aber auch da erhält er, obschon in der Stadtseelsorge tätig, keine volle Pension und keine Anstellung. Im Juli 1809 sollte er als Pfarrer nach Wildhaus; er weigerte sich aber, was ihm den Unwillen der Regierung zuzog.[iii] Endlich mit einer halben Pension bedacht, fand er eine Stelle in Zuzwil (Juli 1814), wo er bis 2. April 1815 blieb. Bei seiner Resignation erhielt er endlich die volle, vom Kanton zugesicherte Sustentation. Im folgenden Jahre fand er eine ihm passende Stelle im Thurgau. Von 1816-1841 wirkte P. Marzellus als treuer Seelsorger in Aadorf. In seine dortige Pfarrtätigkeit fallen die Hungerjahre 1816-1817, die sich daran anschließende Epidemie und eine große Feuersbrunst, der selbst die Kirche teilweise zum Opfer fiel. Besonders lag ihm die Schule am Herzen. Noch ehe er schied, baute er ein neues Schulhaus, dann begab er sich, 67 Jahre alt, nach Rorschach, wo sich noch andere ehemalige Kapitularen aufhielten, in den Ruhestand.»[iv] Hier machte er eine Stiftung für die Maiandacht, die damals in St.Scholastica gehalten wurde. Er starb in Rorschach am 9. Mai 1848 und wurde beim Eingang in die sog. Seelenkapelle bei der Pfarrkirche begraben, wo noch folgende Inschrift an ihn erinnert: «Hic requiescit Reverendus Dominus Marcellus Renner, Capitularis Monrii S. Galli et Parochus resignatus Adorfi Pagi Thurgoviae natus Urserae Pagi Uri Anno 1773, obiit die 9. Maij 1848 Aetatis suae 75 annorum. R. I. P.». (654)

 

[i] Er war zuerst im November 1798 in Mehrerau, dann seit Januar 1799 in Wiblingen, wo er Priester wurde; 1801, 7. Dezember, bestimmte ihn P. Aemilian als Vikar nach Hemberg, nachdem er sich vorher in Neu-Ravensburg aufgehalten hatte.

[ii] Zuerst war er an der Stiftskirche in St.Gallen angestellt, kam dann aber bald nach Schänis.

[iii] K. A. 147, 7.

[iv] P. Notker Wettach, Die Urner Kapitularen im Kloster St.Gallen. Urner Neujahrsblatt 1918, p. 75.