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Thietpald

Nr. 25

 

Thietpald

 

regierte vom September 1022 bis zu seinem Tode, am 4. Januar 1034.[i]

 

Thietpald, dessen Name uns sowohl im Liber Promissionum (XXII. 17) begegnet, als auch im Reichenauer Confraternitätsbuch[ii], ist uns vor seiner Abtserhebung nicht weiter bekannt. Die Regierung trat er wohl einige Zeit nach Purcharts Tod (17. Juli 1022) an. Da der Äbtekatalog diese auf 11 Jahre und 4 Monate bemisst, so muss er – gestorben am 4. Januar 1034 – im September 1022 Abt geworden sein. Die Continuatio selber gibt ihm freilich nur 11 Jahre, was aber ungenau sein dürfte. Auch die Annales Sang. maj. setzen seinen Regierungsantritt zum Jahre 1022: «Thietpaldus abbas efficitur.» Urkundlich kommt er nur in der Immunitätsbestätigung durch Konrad II. am 19. April 1025 vor.[iii]

 

Die Continuatio Cas. sagt von Thietpald: «homo pius et mansuetus ... fratrum amator et totius ecclesiae strenuus gubernator, pauperum diligentissimus procurator ....» Damit stimmt auch, was Ekkehard in seinem Liber benedictionum von ihm sagt:

 

Abbas praeclarus male gestis semper amarus

Fratribus, admissa sibi sunt ubi rite remissa

Gratis dando, caput Thietpalt levat atque reclinat

(Interlinearbem.: quod indulgentiam accepit ab illis in gremio successoris).

Jam pater extensus, neque carnis erat sibi sensus

Sic Deus in pacem posuit mox justi tenacem

(in momento post reclinationem obiit)

Claudens labra viro paradysum mox petituro.[iv]

 

Aus den Annales Sang. maj. erfahren wir – was merkwürdigerweise die Continuatio Cas. nicht bringt – dass die Kaiserin Gisela mit ihrem 10-jährigen Sohne Heinrich (III.) 1027 St.Gallen besuchte. Wenn der Chronist des fernern sagt, dass St.Gallen unter Thietpald Ruhe und Frieden hatte[v], stimmt das nicht ganz; denn aus Wippos «Leben König Konrads III.»[vi] erfahren wir, dass im Streite zwischen dem Könige und seinem Stiefsohne Ernst, letzterer 1026 sowohl die Reichenau, als auch St.Gallen schwer heimsuchte.[vii] Hier fällt besonders auf, dass auch die Annalen, die doch den Besuch der Königin berichten, nichts davon sagen. Auffallend ist auch, dass trotz dieser Stellung Ernsts zum Kloster, das St.Galler Nekrologium den Tod des Herzogs Ernst am 17. August 1030 mit den Worten vermerkt: «Ernest dux et decus Alamannorum de hac presenti vita recessit.»

 

Thietpald starb, wie die Continuatio Cas. und die Annales Sang. maj. übereinstimmend haben, 1034, und zwar am 4. Januar.[viii] Das Necrologium von St.Emmeram in Regensburg verzeichnet seinen Tod zum 7. Januar: «Dietpaldus abb».[ix]


 

[i] Vgl. Continuatio Casuum c. 19 mit Meyers Anmerkungen

[ii] 46,2b: Tiepold abba

[iii] W. III., Nr. 821

[iv] Abgedruckt bei Meyer, Einleitung zu Ekkehards Casus, Mitteilungen XV./XVI., p. LXXX. VII.

[v] Omni pace et habundantia requievit, quem (scil. locum) ipse in omnibus ditavit et in nullo depravavit.

[vi] C. 19, M.G. Script. XI

[vii] Ernustus dux Alamanniae …. Augiensem ecclesiam nec non abbatiam sancti Galli nimium distrahendo non mediocre dampnum patriae intulit.

[viii] Obitus Thietpaldi venerandi abbatis.

[ix] Baumann, Necrologia III, p. 303

 

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