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Manegold von Mammern

Nr. 31

 

Manegold von Mammern

 

(Gegenabt) begann seine Regierung nach dem 13. Dezember 1121 und regierte bis zu seinem Tode, am 1. Mai 1133.[i]

 

Manegold wurde, wie oben gesagt, von der Gegenpartei Heinrichs, die in den Zähringern ihre feste Stütze hatte, wohl etwas nach Heinrich gewählt. Er gehörte dem angesehenen Geschlecht der Herren von Mammern an, das sich allmählich am Untersee eine bedeutende Stellung geschaffen hatte. Seine Einsetzung fällt sicher nach dem Tode Ulrichs III. (13. Dezember 1121), möglicherweise sogar nach dem September 1122; denn dort – beim Abschluss des Wormser Konkordates – lebte Berthold II., Herzog von Zähringen, noch, während nach der Continuatio Cas. Herzog Konrad von Zähringen (1122-1152) sich vor allem für ihn einsetzte. Bei diesem mag, neben der Fortführung der Politik seines Vaters, auch ein Familiengegensatz gegen den erstgewählten Abt Heinrich von Twiel mitausschlaggebend gewesen sein. Konrad erschien gegen Ende 1122 mit 600 Mann in St.Gallen und forderte dort die Aufnahme Manegolds, der offenbar ihn aufgesucht hatte. Da Heinrich mit seinem Anhang – man wusste jedenfalls auf dieser Seite nichts von Manegolds Unterfangen und war auf einen Angriff nicht gefasst – geflohen war, war es für Konrad ein leichtes, den Gegenabt in das Gotteshaus einzuführen. Manegold brachte in der Folge mit Gewalt die Besitzungen des Klosters an sich, auch jene in Schwaben, zu deren Schutz er den festen Platz Prassberg erbaute. Dann gelangte er an Kaiser Heinrich, der indessen mit der Kirche Friede geschlossen, gab vor, er allein sei nach dem Tode Ulrichs kanonisch rechtmässig gewählt worden, während sein Gegner noch zu dessen Lebzeiten auf eine gefälschte Abdankungsurkunde desselben hin gewählt worden sei. Diese Behauptungen entziehen sich nun jeder Kontrolle. Auf den Ausspruch des Hofgerichtes hin, dass der Kaiser in seiner Verfügung frei sei, entschied Heinrich nun zu Gunsten Manegolds, obwohl dies gerade den eben getroffenen Bestimmungen des Konkordates zuwiderlief. Wieso der von der kaiserfeindlichen Partei aufgestellte Manegold diese günstige Wendung erreichte, ist nicht klar. Jedenfalls konnte er, nachdem sein Gegenabt Heinrich sich nach Zwiefalten zurückzog, ungehindert in den Besitz von St.Gallen eintreten.

Diese Streitigkeiten haben aber das Gotteshaus, wie die Continuatio Cas. berichtet, weiter sehr geschädigt. Jeder Abt verlieh Lehen, um sich Anhänger zu sichern; aber auch die Vasallen und Beamten machten sich vielfach über das Klostergut her. Manegold, nun allein Herr der Abtei, suchte nach Möglichkeit diesem Unwesen zu steuern, worin er offenbar von seinen mächtigen Angehörigen unterstützt wurde. Freilich hinderte ihn der Tod an der vollständigen Erreichung seines Zieles. Den Tempel des hl. Gallus schmückte er mit verschiedenen Malereien; so liess er an der Kirchendecke einen Stammbaum Christi, an die Aussenseite des Münsters aber ein jüngstes Gericht malen.

 

Manegold starb am 1. Mai[ii] im Jahre 1133. Der Äbtekatalog gibt ihm nämlich 11 Jahre, 4 Monate, 2 Wochen und 4 Tage Regierungszeit, was auf den Anfang zurückgerechnet genau den 13. Dezember 1121, also Abt Ulrichs Todestag ergibt. Diese Berechnung stimmt nun wohl nicht genau, denn da Ulrich in Aquileja starb, war es doch kaum möglich, dass man seinen Tod schon am gleichen Tag in St.Gallen wusste und dort einen Nachfolger wählen konnte. Überdies wurde ja Heinrich vor ihm gewählt. – Begraben wurde Manegold, wie die Continuatio ausdrücklich sagt, vor der Türe der Kirche des hl. Gallus; gemeint ist damit wohl die Türe, die in den Kreuzgang führte, wo wir auch in der Folge die Grabstätte der Äbte und Mönche finden.

 

Urkundlich wird Manegold nur einmal erwähnt, in einer Urkunde Bischof Ulrichs von Konstanz[iii], der Bischof schlichtete darin einen Streit zwischen der st.gallischen Kirche in Zarten und dem Kloster St.Märgen.


 

[i] Contin. Cas. c. 35 und 36; vgl. Meyers Anmerkungen dazu

[ii] Manegolt abb. mit der spätern Bemerkung: iste fecit picturam genealogiae et ultimi iudicii in monasterio

[iii] 30. August – 23. September 1125; W. III., Ap. 13., p. 693

 

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