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Heinrich von Twiel, Gegenabt

Nr. 32

 

Heinrich von Twiel

 

begann seine Regierung nach dem 13. Dezember 1121, trat aber schon bald nach 1122 zurück resp. wurde abgesetzt.[i]

 

Nach Ulrichs III. Tod kamen für St.Gallen umso schwierigere Zeiten, als der Konvent wieder in zwei·Parteien gespalten war. Die eine, auf Seite Heinrichs V. stehend, der in kirchenpolitischer Hinsicht die Bahnen seines Vaters weiter beschritten hatte, wählte den Mönch Heinrich von Twiel, der jedenfalls der sonst wenig bekannten Familie von Hohentwiel angehörte. Auch über ihn selber wissen wir sehr wenig. Die Gegenpartei wählte bald hernach unter dem Schutze der Zähringer Manegold von Mammern (s.o.). Nach dem September 1122 suchte Konrad von Zähringen diesen in Sankt Gallen einzuführen. Heinrich mit seinem Anhang musste nach (Ober-)Zeil bei Leutkirch in Schwaben fliehen. Manegold wusste sich nicht nur im Besitze der Abtei zu halten, sondern sich auch die st.gallischen Besitzungen jenseits des Bodensees zu sichern. Um sich hier gegenüber Heinrich zu behaupten, baute er die Feste Prassberg, nördlich von Wangen. Hierauf gelangte er an Heinrich V., der eben durch das Wormser Konkordat mit der Kirche Frieden geschlossen, um vom Kaiser seine Anerkennung zu erlangen. Auf den Entscheid seines Rates hin, dass der Kaiser frei sei in seiner Verfügung[ii], bestellte Heinrich Manegold zum Abte von St.Gallen.[iii]

 

So wurde der an und für sich kaiserlich gesinnte Heinrich fallen gelassen. Die Gründe, die uns diese Vorgänge erklärten, fehlen. Heinrich zog sich, wohl in der Erkenntnis, dass er mit seinen Ansprüchen nicht mehr durchdringen würde, nach dem Kloster Zwiefalten zurück, das freilich[iv] ein Hirschauerkloster war. Hier blieb er bis zum Tode Manegolds (1. Mai 1133). Dessen Nachfolger Werinhar rief ihn nach St.Gallen zurück und bestellte ihn dort zum Propst. Weiteres erfahren wir über ihn nicht mehr.

 

Heinrich starb wohl am 21. November[v]; denn dieser Eintrag findet sich zum gleichen Tage auch im Nekrologium von Zwiefalten[vi], was ja leicht erklärbar ist, da Heinrich eine Zeitlang hier lebte.


 

[i] Continuatio Cas. c. 35 und 36

[ii] Was allerdings dem eben geschlossenen Wormser Konkordat widersprach

[iii] Jedenfalls kurz nach 1122

[iv] Was bei Heinrichs Parteistellung auffallen muss

[v] Henricus praepositus atque monachus

[vi] Heinricus monachus S. Galli; Baumann Necrol. I., p. 265

 

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