Accesskeys

Engilbert

Nr. 15

 

Engilbert

 

Er begann seine Regierung nach dem 21. September 925 und trat am 28. Oktober 933 von seinem Amte zurück.[i]

 

Mönche dieses Namens werden mehrfach, sowohl im Liber Promissionum, wie auch in den Confraternitätsbüchern der Reichenau und Pfäfers erwähnt.[ii]. In dem bekannten Mönchsverzeichnis von 895 erscheint er wohl als Subdiakon. Da in den Urkunden dieser Zeit mehrere Träger dieses Namens sich befinden, ist es wiederum sehr schwer zu entscheiden, welcher der spätere Abt war.[iii] Seine Regierung begann wohl bald nach Hartmanns Tod (21. September 925).[iv] Er wurde von den Brüdern gewählt und von König Heinrich I. bestätigt.[v] Urkundlich erscheint Engilbert erstmals am 26. Mai 926.[vi] König Heinrich erneuerte am 4. November 926 auch das Immunitätsprivilegium.[vii] Was Ekkehard über die Stellung Engilberts zu Herzog Burkard von Schwaben sagt, der das Kloster mehrfach geschädigt haben soll, ist sehr vorsichtig aufzunehmen. Viel schlimmer war jedenfalls die Heimsuchung durch die Ungarn im Mai 926, die uns Ekkehard sehr ausführlich beschreibt (c. 51-57). Während Abt Engilbert mit seinen Mönchen einen befestigten Platz an der Sitter[viii] aufsuchte, wurden die Greise und Kinder nach Wasserburg am Bodensee (Bayern) geschickt, die Bibliothek aber nach der Reichenau verbracht. Am 1. Mai kamen die Ungarn nach St.Gallen, wo nur der halbblödsinnige Mönch Herribald zurückgeblieben war, mit dem die Krieger ihre Spässe trieben. Die Inklusin Wiborada wurde getötet.[ix] Nachdem keine Gefahr mehr da war, kehrte man in das Kloster zurück, das nicht allzuschwer mitgenommen worden zu sein scheint. Alles wurde wieder in Stand gesetzt und Engilbert erwies sich besonders als treuer Hüter klösterlicher Zucht und Ordnung. Er suchte auch der Hungersnot, die infolge der Ungarneinfälle allerorts sich erhob, nach Kräften zu steuern und sorgte vor allem für seine Brüder sehr gut. Krankheitshalber resignierte Abt Engilbert sieben Jahre später[x], nachdem er, wie der Äbtekatalog ziemlich richtig angibt, im ganzen acht Jahre, zwei Monate und vier Tage regiert hatte. Die Resignation erfolgte wohl kurz vor dem 28. Oktober 933, an welchem Tage sein Nachfolger Thieto gewählt wurde. Engilbert behielt sich die gleichen Güter zur Nutzniessung bei, die sich einst auch Abt Hartmut reserviert hatte.

 

Als Todestag Engilberts wird der 13. August angegeben[xi], wohl 934, wie die Annales Sangall. maj. sagen und wie es auch aus Ekkehard hervorzugehen scheint, der bemerkt, er hätte die Abdankung nicht lange überlebt.[xii] In seine Regierungszeit fallen die Urkunden W. III. 785-792.


 

[i] Ekkehard c. 49, n. 626 bis c. 63, n. 796 und 798

[ii] S. unter Mönche

[iii] S. Meyer, Ekk. Cas., c. 49, p. 179, n. 626

[iv] Die Annales Sang. maj. haben: 924 Engilbertus abba efficitur.

[v] Nicht von Konrad, wie Ekkehard sagt. – Annales Sang. maj. 925 Engilbertus abba ab Heinrico rege abbatiam suam suscepit.

[vi] W. III., Nr. 785

[vii] W. III., Nr. 786

[viii] Wahrscheinlich die Waldburg bei Tobel, Gemeinde Häggenschwil, Bezirk Tablatt

[ix] Über sie und ihr Verhältnis zum hl. Ulrich von Augsburg ergeht sich Ekkehard sehr weitläufig (c. 57-61).

[x] Nicht acht, wie Ekkehard sagt.

[xi] Ob. Engelberti abbatis

[xii] Vgl. Meyer zu Ekk. Cas. c. 63, p. 227, n. 796 u. 798

 

Servicespalte