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Anno, Gegenabt

Nr. 18

 

Anno

 

(Gegenabt) regierte vom 24. (oder 23.) September 953 bis zu seinem Tode, am 1. Dezember 954.[i]

 

Anno – der Name findet sich mehrfach im Liber Promissionum sowie im Reichenauer Confraternitätsbuch, ist aber urkundlich nicht belegbar – soll nach Ekkehard ein Bruder Cralohs und Thietos gewesen sein, was aber weiter nicht bezeugt, ja eher unwahrscheinlich ist, da er sich ja im Gegensatz zu Craloh wählen liess. Nach den Annales Sangall. maj. wurde er 953 (am 24. oder 23. September) zum Abte bestellt: «Anno abba suscepit regimen monasterii sancti Galli et rexit illud annum unum et menses duos et ebdomadam unam,» womit der Äbtekatalog übereinstimmt, während Ekkehard ihn ungefähr anderthalb Jahre regieren lässt. Nach Ekkehard hat Liudolf Craloh verjagt (s.o.) und Anno aufgestellt; möglicherweise haben aber auch die mit Craloh unzufriedenen Mönche – die, wie es scheint, für Liudolf viel Sympathie hatten – nach dessen Flucht Anno zum Abte bestellt. Urkundlich wird Anno nur einmal[ii] genannt; indessen will das Datum dieser Urkunde nicht recht stimmen.

 

Nach Ekkehard, der Anno sehr gewogen ist,[iii] begann er die Befestigung der um das Kloster entstandenen Siedlung, d. h. der spätern Stadt Sankt Gallen.

 

Anno starb schon am 1. Dezember 954; das Necrologium hat: Kal. Dec. Obitus beatae memoriae Annonis abbatis venerandi; die Annales Sangall. maj. zu 954: et heu pro dolor Anno abba obierunt. Diese Stellen sowie Ekkehards Worte (am Schluss des 72. Kapitels): sed et Anno lacrimandus suis obierat, sprechen für die grosse Beliebtheit Annos.[iv]


 

[i] Ekkehard, Casus c. 71; dazu Meyers Anmerkungen, bes. n. 877 u. 880

[ii] W. III., Nr. 803

[iii] Homo dignissimus, si digne esset electus, frugi abbatis egerat opera et virtutes apud Deum et homines.

[iv] Vgl. Meyer, p. 279, n. 946. – Vgl. Histor.-biogr. Lexikon der Schweiz I, 381

 

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