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Michael Saxer

Nr. 66

 

Michael Saxer (1600-1626)

 

Er war von Sargans. Profess ca. 1587; Minores 20. März 1591; Subdiakon 20. März 1591; Diakon 23. September 1592; Priester 22. Dezember 1593. Alle Weihen in Chur durch Bischof Peter. Zum Abte wurde er am 12. Mai 1600 gewählt. Seine Wahl bestätigte Bischof Johann von Chur am 30. April 1609, von der der resignierte Abt Adam Heer von Einsiedeln und Gregor Steiner, der bereits 44 Jahre Pfarrer zu Wallenstadt war, bezeugten, dass sie kanonisch vor sich gegangen sei.[i] Während die Schirmorte mit der Regierung seines Vorgängers sehr zufrieden waren und wir darüber in den Abschieden sehr wenig finden, setzten unter diesem Abte wieder langdauernde Streitigkeiten, besonders wegen der Bestätigung der alten Freiheiten (die im sogen. goldenen Buch verzeichnet waren) und der Anerkennung verschiedener Rechte, ein.[ii]

 

1602 erhielt er den Schirmbrief der VII Orte (Leu). Der 1602 durch die Äbte von St. Gallen, Einsiedeln, Muri und Fischingen gegründeten Benediktinerkongregation trat der Abt schon im Jahre der Gründung bei.[iii]

 

Nach Leu brannte 1611 das untere Bad nieder; doch starb in diesem Pestjahre niemand von den Badegästen. 1613 suchte Abt Michael den Reichstag von Regensburg auf, wo er von Kaiser Matthias die Bestätigung der Privilegien[iv] und für sich den Freiherrentitel erhielt. Er schrieb sich fortan Freiherr von Hohensax. Desgleichen bestätigte Kaiser Ferdinand II. die Privilegien am 16. Aug. 1621.[v] 1619 wurde der Leichnam des Erzpriesters Nikolaus Rusca nach Pfäfers gebracht und hier begraben.[vi]

 

Während der Wirren im benachbarten Graubünden stellte sich Abt Michael auf die Seite der Österreicher, wodurch er sein Stift nicht wenig gefährdete.

 

Obwohl Abt Michael die Rechte seines Stiftes mit grösster Zähigkeit festhielt, wirtschaftete er auf der andern Seite so schlecht, dass schon 1614 auf einem Tage der VII katholischen Orte Klagen darüber laut wurden.[vii] Nuntius Scappi, der im November 1623 mit Abt Joachim von Muri und einem Vertreter des Abtes von St.Gallen Visitation hielt, griff schliesslich ein und bestellte den Muri-Konventualen Augustin Stöcklin als Dekan und Administrator in spiritualibus nach Pfäfers. Stöcklin wurde später (1631) Administrator und von 1634-1641 Abt von Disentis; als Dekan von Pfäfers schrieb er die «Antiquitates lib. et imperial. monasterii Fabarien. O.S.B. 1628», deren Manuskript sich im Stiftsarchiv St.Gallen befindet[viii] und das «Nymphaeum Beatissimae V. Mariae Fabariensis seu tractatus de celeberrimis Fabarianis Thermis vulgo Pfefersbad in Superiore Helvetia etc.», das 1631 332 Seiten stark in Dillingen im Druck erschien.[ix] Die weltliche Verwaltung übernahm der Pfäferser Konventuale Jodocus Höslin. Michael behielt nur den Namen eines Abtes bei und resignierte, wahrscheinlich aus Überdruss, am 31. August 1626. Noch im Jahre zuvor (12. September 1625) schloss er mit der Gemeinde Pfäfers den wichtigen St. Evorts-Kirchenbrief ab, wonach die bisherige Pfarrkirche Sankt Evort an das Kloster überging, dieses aber der Gemeinde die Klosterkirche als Pfarrkirche öffnete. Nach seiner Resignation lebte Abt Michael noch 14 Jahre. Er starb am 30. Dezember 1640. Das Porträt des Abtes hängt heute noch in der Pflegeanstalt St. Pirminsberg, im Treppenhause zur Frauenabteilung.

 



[i] Instrument, Stiftsarchiv St.Gallen, U.A. Nr. 311.

[ii] Vgl. E.A. V, 1435-39, und V, 2, pag. 1658.

[iii] Über Pfäfers Beziehungen zur Kongregation vgl. die Akten im Pf. U.A., Nr. 374 sowie die Akten im Kongregationsarchiv zu Einsiedeln A.RF.

[iv] 12. Oktober. – Pf. U.A. Nr. 446.

[v] Pf. U.A. Nr. 517.

[vi] Vgl. darüber Suiter, pag. 660-69.

[vii] E.A. V, 1, pag. 1438.

[viii] Band I, 76f, mit Fortsetzung dazu, Band 177a.

[ix] Confr. Schumacher, P. Adelgott: Album Desertinense, pag. 38-40.

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