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Konrad von Zwiefalten

Nr. 40

 

Konrad von Zwiefalten (1206-1217)

 

Papst Innozenz III. bestätigt durch Bulle vom 23. Januar 1216 die Besitzungen des Klosters und nimmt sie in den Schutz des hl. Petrus.[i] Nach einer Notiz Ekkehards des Jüngern in den Casus S. Galli[ii] verpfändet Otto IV. die Vogtei über Pfäfers an Heinrich von Sax um 300 Mark. 1210 verpfändete Heinrich von Sax die Vogtei über Pfäfers und die Burg Wartenstein weiter seinem Verwandten Heinrich von Wolkenstein.[iii] Im Juli 1214 soll Egilolph von Montfort auf Bitten des Abtes das Kloster, das von seinen Vögten schwere Unbill erlitten, in seinen und des Kaisers Schutz genommen haben; die Urkunde erweist sich aber als Fälschung.[iv] – Der Liber Aureus verzeichnet eine Reihe von frommen Stiftungen, die unter diesem Abte gemacht wurden.[v] Unter ihm wurden ums Jahr 1220 die Rechte des Meiers in Ragaz aufgezeichnet.[vi]

 

Abt Konrad erscheint mehrfach auch als Zeuge in Zürcher Urkunden, so am 16. April 1209: «C. abbate Fabariensi consentiente»[vii]; 1212, vor dem 24. September: «sancti Galli et Fabariensis abbatum» (ohne Namen).[viii] 1217, 13. Januar: «et Chuonrado Abbate Fabariensi».[ix]

 

Seinen Tod finden wir im Nekrolog von Zwiefalten eingetragen: «16. Mai Cuonradus m.n.c. abb. Fabariensis».[x] Im Pfäferser Nekrologium (zweite Hand) findet sich als sein Todestag der 15. Mai: «Cuonradus Abb. datur simula, staupus, ij fercula de colono in vatz quem tenet plebanus.» Auch der Todestag seines Bruders ist hier eingetragen: 26. Mai: «Hermannus abbas in Ziwiltun. Hic vinctus fraterna dilectione venerabilis Abbatis Chuonradi constituit simulam, ij fercula, staupum vini fratribus de Colonia in Schin.»

 

Nach Leu baute dieser Abt 1208 das Schloß Wartenstein. 1214 erhielt er die Befreiung vom Zoll in den Montfortschen Landen. – Eichhorn sagt, er sei aus Zwiefalten postuliert worden, ein Bruder des dortigen Abtes Hermann und des Mönches Berchtold gewesen. Ob er 1202 oder erst später nach Pfäfers gekommen, da das Chronicon von Zwiefalten zum Jahre 1209 sagt:

 

«Abbas Fabariae non vi, sed iure coactus

Huic cedens oneri, Conradus praeripit illud»

 

will er nicht entscheiden. Die Mönche hätten viel unter den Vögten zu leiden gehabt, wie aus den zeitgenössischen Urkunden hervorgeht (siehe oben). Gegen seine Bedränger habe der Abt Wartenstein gebaut, sei aber 1219 von seinen Feinden darin eingeschlossen worden.

 



[i] Wegelin, Reg. 65.

[ii] Goldast Ed. 1730 I, pag. 81. Wegelin, Reg. 55.

[iii] Wegelin, Reg. 60.

[iv] Wegelin, Reg. 64.

[v] Wegelin, Reg. 54, 56, 57, 58, 59, 61.

[vi] Wegelin, Reg. 66.

[vii] Z.U.B. I, 242, Nr. 363.

[viii] Z.U.B. I, 257, Nr. 375; vgl. auch Wegelin, Reg. 63.

[ix] Z.U.B. I, 267, Nr. 382.

[x] Necrol. Zwifaltense, M.G. Necrol. I, pag. 252; die Notiz stammt aus dem Nachtrag des vor 1150 angefangenen Cod. A, pag. 241.

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