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Konrad von Ruchenberg

Nr. 45

 

Konrad von Ruchenberg (1282-1324)

 

Martin IV. beauftragte ihn am 1. Juni 1282, den Abt von Einsiedeln und seinen Konvent gegen fremde Eingriffe zu schützen.[i] König Rudolf verlieh ihm am 28. August die Regalien.[ii] Am 24. Februar 1289 nahm Papst Nikolaus IV. das Kloster in seinen Schutz.[iii] Bonifaz VIII. soll am 15. Mai 1296 die Kirche in Männedorf dem Kloster inkorporiert haben.[iv] Mit dem Vogte Heinrich von Wildenberg ergaben sich wieder Streitigkeiten, die Eglolf von Aspermont als Obmann am 6. Oktober 1299 schlichtete.[v] Kaiser Heinrich VII. nahm das Kloster 1310 in seinen Schutz.[vi] 1316 sollen unter Abt Konrad alle Altäre neu konsekriert worden sein, wie Stöcklin in seinen Manuskripten bemerkt.[vii] Konrad (v. Ruchenberg) erscheint mit den Klosterherren Jacob der tägan, her Egelolf von Wolfurt, h. Manstocke 1309, 11. Nov.[viii] als Zeuge.

 

In die Regierungszeit dieses Abtes fallen bei Wegelin die Reg. 103-135. Abt Konrad starb am 24. Juli 1324, wie im ältesten Nekrologium zu lesen: «IX. Kal. Aug. Anno Dni MCCCXXIIII Jndictione VII venerabilis pater et Dominus Chuonradus Abbas Monasterii Fabariensis qui sectatus miro modo hospitalitatem largiter; mansit in Abbatia XL duobus annis V mensibus et uno die. Jn cujus anniversario unicuique fratrum eo die missam celebranti praesentialiter in nostro Monasterio dantur ij solidi denariorum constanciensium ex bonis per ipsum in Ragetz et in Vatz sicut habetur in privilegio super hoc confecto, cujus anniversarium depositionis suae est semper crastino Jacobi, obitus vero ipso die Jacobi, quod potest celebrari indifferenter vel pro primo vel pro secundo, sicut tenet ecclesiastica sepultura». (Spätere Hand): «Bona autem praedicta per ipsum empta in Ragatz vocantur curtis de Severgal (in der Kopie ist von noch späterer Hand beigefügt: liegt am Vilterserberge) et pertinent missae priori et debet celebrari cum nota.»

 

Leu berichtet, dass dieser Abt nach einigen auch von Lützelstein heisse. Unter ihm sei zu Anfang des 14. Jahrhunderts «zwischen den Stiftern Pfefers, Disentis und Marienberg in Tirol ein ewige Bruderschaft errichtet worden, dass neben Gemeinderschaft der guten Werke und Andachten ein jegliches von diesen Stiftern, wann es kein taugliche Person zu der Abt-Stell hätte, ein solche von den andern Stiftern begehren möge und solle, deme zufolge auch unlang hernach Hermann von Schönstein von Pfefers zum Abt zu Marienberg postulirt worden, da bis dahin und auch lange Zeit hernach zu Pfefers der Brauch und altes Herkommen gewesen keine andere als Adeliche in das Stift aufzunehme» (p. 494). 1306 habe König Albrecht die Güter des Klosters in Weggis angegriffen und nach Belieben verwendet, wogegen sich der Abt umsonst wehrte.[ix] 1312 habe man den Bau der Kirche zu St. Leonhard unter Ragaz begonnen. 1319 sei dem Abt, seines hohen Alters wegen, Hermann von Eschbach zum Coadjutor und Statthalter verordnet worden. Auch Eichhorn berichtete letzteres. Er sagt, Konrad sei dem Nekrologium Zwifaltense zufolge am 16. Mai 1324 gestorben, was nicht richtig sein kann.

 

Leu und Eichhorn schieben auf Konrad von Ruchenherg einen Hermann von Eschenbach ein, der seit 1319 Coadjutor des Abtes gewesen sein soll. 1321 soll er auch Coadjutor des Bischofs von Chur und 1324 Abt von Pfäfers und Bischof von Chur geworden sein. Schon 1326 aber sei er gestorben. Es lässt sich aber urkundlich weder ein solcher Abt von Pfäfers noch ein Bischof von Chur nachweisen; als Bischof von Chur ist er völlig unmöglich.[x] In den Fragmenta incerta, die wir Tschudi verdanken[xi], findet sich zwar zum 15. Januar: «Hermannus ep. Curiensis ob. fuit antea abb. Fabariensis». Das Nekrologium von Chur kennt aber keinen Hermann. Auch das jüngere Nekrologium von Pfäfers bringt Hermann, gibt aber als seinen Todestag den 30. Dezember 1326 an. Auch als Mönch von Einsiedeln lässt sich kein solcher Hermann nachweisen.[xii]

 



[i] Wegelin, Reg. 103.

[ii] Wegelin, Reg. 104.

[iii] Wegelin, Reg. 109.

[iv] Wegelin, Reg. 112; es ist nur mehr eine Notiz darüber erhalten.

[v] Wegelin, Reg. 113.

[vi] Wegelin, Reg. 128; Original nicht mehr vorhanden.

[vii] Wegelin, Reg. 131.

[viii] Laut Z.U.B., VIII, pag. 268/69, Nr. 3002.

[ix] Vgl. auch Wegelin, Reg. 125.

[x] Confr. Mayer, Geschichte des Bistums Chur, pag. 342.

[xi] M.G. Necrol. I, 661.

[xii] Confr. Ringholz, Geschfr. 43, 311-315.

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