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Jodok Höslin

Nr. 67

 

Jodok Höslin (1626-1637)

 

Er war von Glarus. Profess 24. Dezember 1606. Minores 14. Juni 1607; Subdiakon 21. April 1612; Diakon 20. Dezember 1614; Priester 10. August 1616. 1623 oder 1624 wird er mit P. Augustin Stöcklin von Muri Administrator in temporalibus. Als solcher stellte er im Verein mit P. Augustin («beide Verwalter des w. Gottshaus zu Pfefers») 1624 eine Badeordnung auf.[i] Am 31. August 1626 erfolgt seine Wahl zum Abte. 1627 berichtet der Dekan den Schirmorten, dass es dem Abte bis dahin nicht möglich gewesen sei, um den Schirmbrief einzukommen, da das Gotteshaus in den bündnerischen Unruhen einen Schaden von 50'000 Gulden erlitten habe, worauf man bezüglich des Ehrengeldes Rücksicht nehmen möchte. Man antwortete ihm, dass man den Abt wie seine Vorgänger in den Schutz und Schirm aufnehmen werde, freilich hätte man gerne gesehen, wenn er darum vor der Konfirmation eingekommen wäre; das Ehrengeld soll ihm erlassen sein.[ii]

 

Während der furchtbaren Pest von 1629 besuchte der Abt persönlich überall die Kranken, tröstete und pflegte sie. 1630 begrub ein Felssturz die alten Badhäuser; deswegen liess er die Quellen etwas herausleiten und neue Bäder erstellen, die ihn auf 14'000 Gulden zu stehen kamen.[iii] Von Innsbruck erhielt er 1631 Reliquien des hl. Pirmin.[iv]

 

Auf Geheiss des Nuntius führte er am 27. November 1631 den frühern Dekan Augustin Stöcklin als Administrator in Disentis ein. Auch um dessen Einführung als Abt, 10. August 1634, machte er sich verdient.[v] Papst Urban VIII. bestätigte 1634 die Freiheiten des Gotteshauses, ebenso Kaiser Ferdinand III.[vi] Mit Bischof Josef von Chur kam 1635 ein Konkordat wegen der Benediction der Pfäferser Äbte zustande, das Rom 1637 bestätigte. Unter seinem Vorsitz, den er im Namen des Nuntius führte, fand am 1. Februar 1636 die Wahl des Bischofs Johann VI. Flugi von Aspermont in Chur statt, wofür ihm Ludwig XIII. von Frankreich «sein Vergnügen» bezeugte.

 

Eichhorn rühmt diesen Abt als einen besondern Verehrer der allerseligsten Jungfrau, der zu Ehren er in der Pfarrkirche Ragaz die Rosenkranzbruderschaft errichtete. Auch die Feste Maria Heimsuchung und Maria Aufopferung führte er als Feiertage ein. Er nahm 13 Religiosen und zwei Laienbrüder auf.[vii]

 

Abt Jodocus liess das «Goldene Buch» 1635 renovieren, wovon heute noch sein und des Klosters Wappen auf der Rückseite des Buches zeugen.[viii] Das unter ihm 1632 erneuerte Urbar findet sich im Pfäferser Archiv.[ix] Merkwürdigerweise hat sich der Briefwechsel dieses Abtes in sechs Bänden erhalten.[x] 350).

Abt Jodocus Höslin starb am 31. Mai 1637.

 



[i] In Band 106 des Pfäferser Archivs, 6 Bll.

[ii] E.A. V, 2, pag. 1658.

[iii] E.A. V, 2, pag. 1658.

[iv] Den Bericht über die feierliche Translation dieser Reliquien (vom 12. Juni 1631); siehe Pf. U.A. Nr. 678; ebendort die vom Rektor des Innsbrucker Jesuitenkollegs, Johannes Mocquetius, ausgestellte Authentik (Nr. 679).

[v] Confr. Schumacher, P.A. 1. c.

[vi] Pf. U.A. Nr. 762, 780, Blutbann.

[vii] Wahrscheinlich gehört eben Fr. Columban Waller nicht nach Pfäfers, oder starb so früh, dass Suiter ihn nicht rechnet.

[viii] Confr. St.Galler Neujahrsblätter 1883, mit 2 Tafeln und Text, pag. 45.

[ix] Nr. 43; Papier 4°, 164 Bll.; ebenso Nr. 44, gr. Fol. Papier, 288 Bll.

[x] Nr. 99-104 des Pf. A.; Nr. 99 c. 160-170 Briefe, meist a. Glarus; Nr. 100 c. 140-150 Briefe aus Glarus, Zürich, Zug, Schwyz, Luzern; Nr. 101 c. 170-180 Briefe von verschiedenen Ordensleuten (20 von P. Gabriel Buzelin aus Weingarten); Nr. 120 90 Briefe von Weltlichen; Nr. 103 c. 140 bis 150 Briefe, darunter c. 110 von P. Augustin Stöcklin aus Muri; Nr. 104 c. 130-140 von der Nuntiatur, der Curie in Chur u.a.


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