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Hermann von Arbon

Nr. 47

 

Hermann von Arbon (1330-1361)

 

1342 vereinbart er sich mit den Brüdern Hartmann und Rudolf von Werdenberg-Sargans wegen der Vogtei, deretwegen es wieder Streitigkeiten abgesetzt hatte. Insbesondere versprechen die beiden, die Burg Wartenstein dem Gotteshaus nicht mehr zu entfremden.[i] Neue Vereinbarungen mit denen von Werdenberg datieren von 1344.[ii] Graf Rudolf verpfändete am 26. Januar 1351 die Vogtei über das Gotteshaus, wie er sie vom Reiche hatte, um 350 fl., womit Graf Hartmann sich einverstanden erklärte.[iii] 1351, 26. Juni, inkorporiert Bischof Ulrich von Konstanz dem Kloster, das durch Schulden sehr belastet war, die Pfarrei Männedorf. Auch Busskirch muss vom gleichen Bischof damals inkorporiert worden sein.[iv]

 

1347, 2. Dezember, erhält Abt Hermann von Kaiser Karl IV. die Regalien.[v]

 

Über die Tätigkeit des Abtes in der äussern Leitung des Klosters, den Erwerb und Tausch verschiedener Güter geben eine ganze Anzahl von Urkunden Aufschluss.[vi] Über die innere Leitung erhalten wir ebenfalls mehrfach Aufschluss. Zur Hebung des Gesanges im Kloster liess er 1342 durch Gerhard von Bern, einen Priester, neue Bücher schreiben, 20 an der Zahl, wobei diesem Berchtold von Maengen, Konventual von Salem, Johann von Mendelbüren, Mönch, und Berchtold, «doctor puerorum», beide von Pfäfers, halfen.[vii] Schon 1336 hatte er von Fr. Walther, dem Prior des Predigerhauses in Chur, eine «summa confessionum» gekauft.[viii] Mit seinem Konvente traf er 1343, den 25. März, eine Vereinbarung wegen des Konventsiegels.[ix] Mit Abt Ulrich von Falkenstein und dem Konvent des Benediktinerstiftes Erlach (Kt. Bern) ging er am 20. November 1358, mit Abt Heinrich von Rüti und dessen Konvent am 28. Dezember 1359 (event. 1358) eine Gebetsverbrüderung ein.[x]

 

Unter diesem Abte wütete von Mai bis Martini 1349 eine furchtbare Pest[xi], für deren Opfer (angeblich 2000) er 1350 eine Jahrzeit stiftete.[xii] 1360 soll, wie Eichhorn berichtet, das Kloster niedergebrannt sein. Leu berichtet überdies von diesem Abte, dass er 1352 für Bischof Ulrich V. 1352 Verweser des Bistums Chur gewesen sei; Mayer[xiii] weiss nichts davon. Er soll 1360 Johannes von Mendelbüren, seinen Nachfolger, zum Coadjutoren angenommen haben. Letzteres hat auch Eichhorn, der zudem sagt, dass der Abt am 24. Juni 1330 in Einsiedeln durch Bischof Johann von Chur benediziert worden sei.

 

Keiner aber meldet, dass Hermann von Arbon Mönch von Einsiedeln war, ehe er als Abt nach Pfäfers postuliert wurde. Auch in Einsiedeln selber findet sich dafür erst bei Bonstetten (pag.209) die Bemerkung, dass er von Einsiedeln stamme. Daher hat auch Ringholz[xiv] ihn als Einsiedler Konventualen aufgeführt. Er glaubt, das ruhig annehmen zu können, «da seine Beziehungen zu unserm Stifte und die ganze Art seiner Wirksamkeit (Urkunde wegen des Konventsiegels) für seine Eigenschaft als eines Einsiedler Konventmitgliedes sprechen und das sonst ungenügende Zeugnis von Bonstetten bestätigen».[xv] Ob diese Beziehungen zu Einsiedeln aber eine solche Zugehörigkeit dieses Abtes zum Stifte Einsiedeln rechtfertigen lassen, scheint doch recht fraglich. Die von Eichhorn behauptete Benediktion durch Bischof Johannes von Chur kann nicht aufrecht erhalten werden, da Bischof Johann damals noch keine Konsekration besass.[xvi] Von den Beziehungen zu Einsiedeln wissen wir nämlich nur, dass Abt Hermann am 28. Februar 1332 mit seinem Kaplan Martin einer Büchervergabung des Pfarrers Hermann von Freienbach an das Kloster Einsiedeln beiwohnte[xvii]; ferner war er beim Abschluss des Marchenstreites Anfang Februar 1350 im Kloster Einsiedeln anwesend[xviii],und 1356 entlieh er in Einsiedeln das Chronikon Hermann des Lahmen, von dem er eine Abschrift zurückgeben liess.

 

Den Todestag des Abtes verzeichnet das älteste Nekrologium zum 12. Juni: «Anno Dni MCCCLXI obiit Reverendissimus Pater noster Hermannus Abbas Monasterii Favariensis valde nominatus in omnibus partibus Siueviae et aliis locis cujus anima requiescat in pace». Das jüngere Nekrologium bemerkt noch: «statuit unam largam dandam panperibus in Coena Dni absque illa quae datur 12 pueris».

 

Das gleiche Totenbuch verzeichnet auch auf den 7. März: «Obitus Heinrici de Arbona et Wilburga vxoris eius patris et matris venerabilis dni Hermanni Abb. Mon. Fabariens», und auf den 4. Juni: «Anna Abbatissa Monasterii Scandensis soror Reverendissimi patris Hermanni Abbatis hujus Mon. huic Monasterio specialiter graciosa».

 



[i] Wegelin, Reg. 158.

[ii] Wegelin, Reg. 170/71.

[iii] Wegelin, Reg. 197-201.

[iv] Wegelin, Reg. 203.

[v] Wegelin, Reg. 183.

[vi] Wegelin, Reg. 143-233.

[vii] Wegelin, Reg. 159.

[viii] Wegelin, Reg. 150.

[ix] Wegelin, Reg. 162.

[x] Wegelin, Reg. 220 und 226.

[xi] Wegelin, Reg. 193.

[xii] Wegelin, Reg. 196.

[xiii] Geschichte des Bistums Chur, der pag. 362, 529 von diesem Abte handelt.

[xiv] Geschichte des fürstl. Benediktinerstiftes U.L. Frau von Einsiedeln, pag. 190ss.

[xv] Anmerkung 6, pag. 190.

[xvi] Cfr. Mayer, Geschichte des Bistums Chur, pag. 345; Ringholz, Abt Johannes von Schwanden, p. 157, Anm. 491.

[xvii] Wegelin, Reg. 146.

[xviii] Wegelin, Reg. 195.

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