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Henricus [Heninricus, Heinricus]

Nr. 36

 

Henricus, Heninricus, Heinricus (1155-1158)

 

1158, 7. Februar, bestätigt Kaiser Friedrich I. die Privilegien.[i] Im Liber Viventium[ii] wird der Kirchenschatz unter Abt Heinrich aufgezählt: «Hic continetur thesaurus Fabariensis ecclesie, qui inventus est sub Abbate Henrico anno MCLV».

 

Leu berichtet, dass er von seinem Vorgänger zum Nachfolger bestimmt und von den Konventualen einstimmig angenommen worden sei. 1155 habe er einen grossen Schatz von Büchern etc. gefunden (das inventus est (siehe oben) = gefunden!) Mit Kaiser Friedrich soll er auf dem Reichstag in Regensburg gewesen und hernach auf dessen Befehl nach Italien gezogen sein; von dort habe er den vom Hunger geplagten Leuten in der Umgebung des Klosters viel Getreide gesandt. Während seiner Abwesenheit habe der Bischof von Chur, Adelgott, der ein frater adscriptus von Pfäfers gewesen sei, das Kloster verwaltet, dann aber hätten 1161 die Konventualen auf Befehl des Kaisers für den Abwesenden Rudolf zum Abte gewählt, der bis 1177 regiert hätte. 1169 sei zwar Heinrich aus dem italienischen Krieg und von einer Wallfahrt nach Jerusalem mit vielen Reliquien heimgekommen; aber erst nach dem Tode Rudolfs habe er die Abtei wieder übernommen, sei aber 1181 zum Bischof von Chur gewählt worden und als solcher 1202 gestorben.

 

Für die Regierung eines Abtes Rudolf zeugt ein Eintrag im Liber Viventium von 1161 und eine (unechte) Urkunde Friedrichs I. vom gleichen Jahre (s. u.). Dafür, dass Heinrich nach diesem nochmals an die Regierung kamen, haben wir kein sicheres Zeugnis. Im Liber Viventium findet sich p. 137 ein Eintrag: «Ego Heinricus humilis abbas hujus coenobii pro remedio anime mee ea, quae abbas Geroldus ordinauit, illibata permanere constitui et ferculum I. in dominica ad cenam et in V. feria item I. dari – anniversarium meum studiose peragere et fratribus plenum seruitium dari constitui».[iii] Warum aber Wegelin diesen Eintrag in die Zeit von 1177-1180 verlegt, ist nicht ersichtlich.

 

Mayer[iv] kennt wohl einen Bischof Heinrich II. von Arbon ca. 1180-1193 oder 1194; von einer Identität mit unserm Abte aber weiss er nichts.

 

Als seinen Todestag gibt das älteste Nekrologium den 21. Mai an (zweite Hand), das Jahr ist jedenfalls ungewiss. Das jüngere Nekrologium nennt ihn «annonae multiplicator», sagt, dass er zweimal Abt, im ganzen 13 Jahre dem Kloster und 11 Jahre dem Bistum Chur vorgestanden habe.

 



[i] Wegelin, Reg. 44; Original in St.Gallen.

[ii] Pag. 3; M.G. Confr., pag. 397.

[iii] Wegelin, Reg. 47.

[iv] Geschichte des Bistums Chur.

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