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Hartmannus

Nr. 23

 

Hartmannus (ca. 1020-1030)

 

Nach Eichhorn bis 1026) (de Planaterra). Nach einer sehr unsichern Urkunde vom 27. Mai 1019[i] soll Kaiser Heinrich II. das Kloster, «cui praestantissimus vir Hartemann, tanquam singulare et insigne Romani imperii membrum praesidet», in seinen Schutz genommen und dessen Privilegien bestätigt haben. Im Liber viventium[ii] findet sich: «Hartmannus eps. et mon.» Das älteste Nekrologium hat zum 8. April: «Hartmannus Eps. et abbas». Der Eintrag in den Fragmenta incerta[iii] zum 15. Januar: «Hermannus eps. Curiensis ob. fuit antea abb. Fabariensis» bezieht sich jedenfalls auf Hartmann.

 

Suiter berichtet, dass Hartmann 1028 von König Konrad II. zum König von Frankreich gesandt worden sei und dann das Haupt des hl. Justus mitgebracht, es aber in Flums gelassen habe. Als Todestag gibt er den 8. April 1039 an.

 

Leu sagt, Hartmann hätte 1019 Kaiser Heinrich aufgesucht, der Einweihung des Bamberger Domes beigewohnt, vom Kaiser die Bestätigung der alten Freiheiten erlangt und von ihm und der Kaiserin reiche Güter erhalten. Auch sonst hätte unter ihm das Kloster von rätischen Adeligen, so besonders 1021 von einer Menga Veduza reiche Güter erhalten.

 

Nach Eichhorn war er zuerst Dekan in Einsiedeln, wurde dann als Abt nach Pfäfers postuliert. 1026 sei er Bischof von Chur geworden.

 

Die Einsiedler Überlieferung haben wir schon kennen gelernt. Er soll als Bischof die Häupter der h1. Sigismund und Justus, resp. Teile derselben nach Einsiedeln gebracht haben. Sicher ist, dass das Haupt des hl. Justus schon zu Anfang des 12. Jahrhunderts in Einsiedeln war.[iv]

 

Mayer in seiner Geschichte des Bistums Chur[v] schliesst sich der Ansicht an, dass Hartmann erst Mönch von Einsiedeln, dann Abt von Pfäfers war und 1026 Bischof wurde. Sein Vater, Kerhart, habe dem Kloster Einsiedeln die Kirche in Wagen und vier Huben daselbst geschenkt (Ringholz weiss nichts davon). Bischof Hartmann habe dann neue Schenkungen an Einsiedeln in Wagen und Eschenbach dazugefügt. Nach Hartmann (Annales Eremi) habe der Bischof dem Geschlechte der Plantair (Planaterra), nach Aegidius Tschudi den Grafen von Kyburg oder denen von Rapperswil angehört. 1026 wurde er Bischof und erfreute sich als solcher der besondern Gunst Konrads II. Für diesen Herrscher habe er auch eine Gesandtschaft nach Frankreich übernommen und von Auxerre die Reliquien der hl. Sigismund und Justus mitgebracht, die er zum grössten Teil dem Kloster Einsiedeln, das Haupt des hl. Justus (resp. einen Teil desselben) aber nach Flums brachte. Nach der Legende hätte er diese Reliquien für Pfäfers bestimmt gehabt, aber bei Flums sei man damit nicht mehr weiter gekommen, so dass er das Haupt hier lassen musste, wo es jetzt noch verehrt wird. Übrigens finden wir heute noch Reliquien vom Haupte des hl. Justus in Pfäfers auf dem Hochaltar.



[i] Wegelin, Reg. 23.

[ii] Pag. 25; M. G. Confr., pag. 360.

[iii] M. G. Necrologia, pag. 663.

[iv] Ringholz, Geschichte des f. Benediktinerstiftes U.L.F. von Einsiedeln, pag. 53, Anm. 7 und pag. 57.

[v] Pag. 148ff.


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