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Gebene

Nr. 22

 

Gebene (nach ca. 1000)

 

Gebene starb am 6. April. So das älteste Nekrologium von Pfäfers. Das Totenbuch von St.Gallen[i] hat zum 12. November: «Gebene Fabariensis abba co. ob.» Zum gleichen Datum geben auch die Fragmenta incerta von Tschudi[ii]: «Gebene abb. Fabariensis». In den Fragmenten der Einsiedler Totenbücher[iii] heißt es im Oktober: «Gebene Fabariensis ob., dedit praedium Lintzikoven». Das Confraternitätsbuch von Pfäfers nennt: «Gebene Abba».[iv]

 

Er soll aus reicher, angesehener rätischer Familie gewesen sein und dem Kloster große Vergabungen gemacht haben. Als Abt führte er die Beschlüsse der Aachener Synode durch. 819, 12. Juni, bestätigt Ludwig der Fromme seinem Kaplan und Abt von Pfäfers Gebene das Diplom seines Vaters. Unter ihm soll Graf Roderich von Montfort dem Kloster die Kirchen von Montlingen, Rankweil, Frastenz und andere Güter geraubt haben.[v]

 

Eichhorn sagt überdies, dass seine Mutter Imma[vi] nach dem Tode ihres Mannes ins Kloster Kazis eingetreten sei. – Der gleiche sagt auch, dass von einigen, da nicht feststehe, in welchem Jahr Gebene gestorben sei, zwischen ihm und seinem Nachfolger Johannes noch andere Äbte, wieWipertus, Mönch von St.Gallen, Victor und Cunibert eingeschaltet werden, doch ohne gewichtigen Grund; möglicherweise sei Viktor II. vor seiner Erhebung zum Bischof von Chur zuerst Abt in Pfäfers gewesen. Mayer schließt sich dieser Ansicht Eichhorns an.

 

In der Einsiedler Handschrift 254 findet sich aus dem 11. oder 12. Jahrhundert ein Eintrag: «lsti promoti sunt ab ecclesia Heremitarum ad Fhabarias: domnus Harmannus, qui postea factus est episcopus Curiensis, domnus Eberhardus, domnus Gebene dive memorie.» Ganz richtig bemerkt Suiter, es komme ihm kurios vor, dass «ein gewisser von den Herren aus dem Closter Einsiedeln» diesen Abt unter die aus Einsiedeln postulierten Äbte zähle, da doch damals noch gar kein Kloster Einsiedeln existierte und später kein Abt dieses Namens mehr vorkomme.

 

Nach Ringholz[vii] 25) wären diese Äbte zu Anfang des 11. Jahrhunderts postuliert worden. Der obige Eintrag in Codex 254 sowie die Notiz in den Nekrologien zeugen für eine solche Tradition in Einsiedeln. Es ist nicht ausgeschlossen, dass diese Äbte regierten, freilich nicht zur Zeit, wie man in Pfäfers annahm, denn keiner lässt sich für die angegebene Zeit nachweisen, Hartmann ausgenommen. Bei der grossen Unsicherheit, die in der Aufstellung der Reihenfolge der Pfäferser Äbte überhaupt herrscht, ist die Einsiedler Tradition nicht ohne weiteres abzuweisen. Abt Eberhard und Gebene wären dann in die Nähe Hartmanns zu rücken.

 

Wegelin[viii] gibt die Urkunde Ludwigs von 819, bemerkt aber, daß die Echtheit dieser Urkunde, die nur im Transsumpt vorhanden ist, sehr angefochten werde, so dass sie Böhmer nicht in·die Karolinger Regesten aufgenommen habe.



[i] Libri annivers. et Necrol. Monrii S. Galli, M.G. Necrol. I, 484.

[ii] M. G. Necrol. I, 663.

[iii] M. G. Necrol. I, 361.

[iv] M. G. Confr. 383, III, 110, 9.

[v] Leu, S. 486.

[vi] Das Nekrologium berichtet: Opera et studio Matris ejus Immae monialis in Cazes ut alter Augustinus conversus.

[vii] Geschichte des fürstl. Benediktinerstiftes U.L. Frau von Einsiedeln etc., pag. 53.

[viii] Wegelin, Reg. 4.

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