Accesskeys

Burkhard von Wolfurt

Nr. 49

 

Burkhard von Wolfurt (1386-1416)

 

Die erste Urkunde mit seinem Namen datiert vom 20. Juni 1387.[i] 1391, 15. Mai, bestätigt Papst Bonifaz IX. die Privilegien des Stiftes. Derselbe Papst hiess auch die Einverleibung der Pfarrei Männedorf gut.[ii] 1409 nahm Rom·die Dienste des Abtes in Anspruch, indem Alexander V. ihm befahl, zu sorgen, dass dem Stifte Disentis die entfremdeten Güter wieder zurückgegeben würden.[iii]

 

Wegen der Vogtei ergaben sich unter Abt Burkard verschiedene Anstände. Gegen die Grafen von Werdenberg ging er mit dem Bischof Hartmann von Chur und den Grafen von Werdenberg-Sargans ein Bündnis ein.[iv] Wohl deswegen erbat und erhielt er auch den Schutz Herzog Leopolds von Österreich, 1393, 2. Dezember.[v] Um vom König Wenzel die Bestätigung seiner Rechte und Privilegien zu erhalten, will er die Urkunden kopieren lassen, da er die Originale der Unsicherheit halber nicht an die Kanzlei einsenden kann.[vi] 1396, 29. Juni, wurde das oben erwähnte Bündnis gegen die Grafen von Werdenberg-Heiligenberg und Rheinegg erweitert, indem auch Herzog Leopold darin aufgenommen wurde.[vii] Im Namen des Herzogs kam endlich am 7. August 1396 ein gütlicher Spruch wegen der Vogtei über das Gotteshaus mit den Werdenbergern zustande.[viii] Im folgenden Jahre, 1397, den 8. Februar, verkaufte sodann Graf Johann von Werdenberg-Sargans die Vogtei über das Kloster an Abt und Konvent desselben[ix], welchen Kauf König Ruprecht 1408, den 6. Juli, bestätigte und damit die Vogtei zu des Reiches handen nahm.[x] Der Abt erhält das Recht, frei sich einen Schirmer zu wählen und ihn wieder zu entlassen, ebenso werden die alten Privilegien bestätigt. Damit kamen die endlosen Streitigkeiten wegen der Vogtei zum Abschlusse, die Jahrhunderte hindurch das Kloster beunruhigt und aufs schwerste geschädigt hatten.[xi]

 

Wegen der Pfarrei Tuggen, die dem Kloster zugehörte, deren Besetzung aber Rom 1392 für sich in Anspruch nahm, ergaben sich langwierige Streitigkeiten, die erst 1399 erledigt wurden.[xii] Von Herzog Leopold erhielt das Kloster 1401, den 15. Juni, das Patronatsrecht der Kirche in Gams.[xiii]

 

Nach Eichhorn, der sich auf Oefelius[xiv] beruft, feierte der Abt seine erste hl. Messe 1375, am ersten Sonntag nach Ascensio. Zum Abte soll er am 23. Dezember 1386 mit Einhelligkeit erwählt worden sein. Bischof Johann von Chur habe ihn am 27. Dezember confirmiert und am letzten Sonntag nach Epiphanie in der Kathedrale in Chur benediziert. Wenige Tage nach der Wahl hätte er, um Geld zu erhalten, einige Güter verkauft. Seine Schwester Clara sei Äbtissin in Lindau gewesen.

 

Zu seinem Todestag, 20. Januar, findet sich folgender Eintrag im ältesten Nekrologium: «Anno Dni MCCC sexto decimo obiit (Burkar)dus de Wolfurt hujus Mon. Abbas, qui reliquit tres solidos denariorum ad priorem missam, p. celebrando ipsius anniversario cum Missa p. defunctis solita et consueta, qui tres solidi dari dent (debent) annuatim ex ipsius Dni Abbatis ordinatione de agro dicto Krumenaker in vineam producto». Das jüngere Nekrologium nennt ihn «Egregius Monachorum pater». – Zum 12. August findet sich verzeichnet: «Obitus Cuonradi de Wolfurt qui reliquit missae priori j lib. Constant. pro anniversario suo celebrando, qui fuit frater fratris Burkardi de Wolfurt Conventualis Monasterii Fabariensis». Es ist wohl unser Abt hier gemeint; der Bruder mag vor dessen Erhebung zum Abte gestorben sein.

 



[i] Wegelin, Reg. 294.

[ii] Wegelin, Reg. 303.

[iii] Wegelin, Reg. 388.

[iv] Wegelin, Reg. 315.

[v] Wegelin, Reg. 316.

[vi] Wegelin, Reg. 317, vom 2. Januar 1394.

[vii] Wegelin, Reg. 323.

[viii] Wegelin, Reg. 328.

[ix] Wegelin, Reg. 331.

[x] Wegelin, Reg. 384.

[xi] Vgl. Diebolder, Aus den Kämpfen der Abtei Pfäfers im Mittelalter, 5. Die Abtei Pfäfers im Kampfe gegen Übergriffe der Vögte. Heimatblätter aus dem Sarganserland, 1931, I, 2.

[xii] Wegelin, Reg. 308, 12, 13, 22, 24, 32, 33, 45.

[xiii] Wegelin, Reg. 357.

[xiv] Annales Suev. P.II. Lib. I, pag. 7; Wegelin, Reg. 292.

Servicespalte