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Bonifaz Pfister

Nr. 73

 

Bonifaz Pfister (1738-1769)

 

(Viktor) Er war von Tuggen. Geboren: 14. Oktober 1700. Eltern: Säckelmeister Johann Kaspar und Maria Ursula Huber. Profess 21. März 1720. Subdiakon 19. September 1722; Diakon 1. April 1724; Priester 25. Juli 1725.

 

Abt wurde er am 10. September 1733. Nach Leu war er vor seiner Wahl Professor der Philosophie und Theologie, sowie Statthalter. Am 19. Oktober erteilte ihm Bischof Josef Benedikt von Chur die Abtweihe, im Beisein der Äbte Benedikt Ledergerber von Rheinau und Plazidus Vogt von Fischingen. Die Festpredigt hielt Pfarrer Gugelberg von Lachen, der schon bei der Profess und Primiz gepredigt hatte. Es wurde am folgenden Tag im obern Konventgang eine Comoedie (deren Verfasser nicht genannt wird): Fabaria, Amoris, in Lusum assumpta Amor ludente aufgeführt, die drei Stunden dauerte. Von Kaiser Karl V. erhielt er die Bestätigung der Regalien, von den Schirmorten 1739 den Schirmbrief. Am 5. September und folgenden Tagen 1744 besuchte der Abt seine Heimat, wo er sehr feierlich empfangen wurde. Über seine weitere Tätigkeit berichtet P. Hieronymus Witta in seinen Aufzeichnungen[i], gestützt auf ein lateinisches Dokument von der Hand P. Hermann Heges: «Er erbaute in Ragaz den Torkel, das Fruchtgebäude, die Kirche in Valens, welche 1754 verbrannte, den Pfarrhof in Mels, die Kapelle in Quinten. Während seiner Regierung wurde Ragaz 1750 und wiederum 1763 von der Tamina überschwemmt, im Jahre 1754 verbrannte Valens samt Kirche und Pfarrhaus, und endlich ward auch Ragaz ein Raub der Flammen mit allen Gebäuden des Klosters, den Scheunen, dem Torkel, dem Fruchtgebäude mit allem Vorrat, einzig der alte Hof blieb verschont. Durch diese Vorgänge wurde das Kloster sehr zurückgebracht, und unvermögend demselben aufzuhelfen, resignierte Fürstabt Bonifazius, altersschwach, die weltliche Verwaltung in die Hände des Kapitels; die hochwürdigen Kapitularen verhiessen dem ergrauten Abte allen schuldigen Gehorsam in geistlichen Dingen und wählten im Einverständnis mit dem Abt den hochw. P. Benedikt Boxler, dazumal Pfarrer und Ökonom in Eschen, zum Administrator, welcher gehalten wurde, seiner Zeit dem Kapitel oder wenigstens den Vorstehern des Klosters über Schuldentilgung und den Zustand des Klosters Rechenschaft zu geben.» – Sein Nepot, Abt Plazidus Pfister, schreibt ins Sterbebuch: «per ignem et aquam eductus est in refrigerium, durch Feuer und Wasser gelangte er zur Ruhe.» Zur Charakteristik des Abtes fügt Hege bei: «Fuit praeterea characteris optimi, variis autem intestinis motibus agitabatur aliquali diffidentia erga Capitulares et nimiae largitati ansam dedisse praetenditur.» Eine von Abt Bonifaz 1752 aufgestellte Regula Parochiae Fabariensis findet sich in Band 14 des Pfäferser Archivs. Das auf seinen Befehl 1767 neu erstellte Urbarium enthält Band 49 (Pap. Imperialfolio, 61 Bll.). Über seine Regierungszeit gehen die Missiven-Protokolle Nr. 90 (1735-1741; 23 Bll., 332 u.23 S.); Nr. 91 (1741-1753; 334 S. u. 23 Bll.); Nr. 92 (1754-1768; 2 Bll., 676 S., 23 Bll., geschrieben von Franz Rudolf Xaver Anton de Nideroest). Ein vom Kammerdiener und spätern Sekretär dieses Abtes, J.B.G. Tschudi, von 1746-1751 geschriebenes Diarium (Pap. Fol. 143 u. 49 S.) findet sich ebenfalls im Pfäferser Archiv (Nr. 97b). Ein anderes von J.S. Custor von 1738-1753 geschriebenes Diarium enthalten die Bände 94-96 des Pfäferser Archivs. Abt Bonifaz starb am 20. Januar 1769. Unter Abt Bonifaz kam am 29. September 1747 Kardinal Quirini nach Pfäfers, der bis zum 3. Oktober hier blieb. Martin Leonz Züger von Lachen malte 1749 mehrere Porträts des Abtes; ein solches befindet sich in Tuggen bei Familie Janser zum «Schlüssel». Ein Bruder des Abtes war 1744 Kaplan in Weesen.

 



[i] Stiftsarchiv Einsiedeln.

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