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Ambros Müller

Nr. 72

 

Ambros Müller (1725-1738)

 

(Franz Anton) Er war von Rapperswil. Geboren 30. Januar 1679. Eltern: Melchior und Elisabeth Stockmann. Profess 3. November 1695. Subdiakon 19. Februar 1701; Diakon 24. September 1701; Priester 24. März 1703. 1704 ist er Kapellmeister. 1706, 22. November, weilt er studienhalber in Salzburg. 1709 Pfarrer in Valens. 1710, 12. September, wird er Novizenmeister. 1715, 8. März, Statthalter für Pfäfers und Ragaz. 1716, 17. November, Pfarrer in Ragaz; als solcher behält er die Statthalterei daselbst bis zum 22. Mai 1717 bei. 1724, 11. Mai, kommt er, der erste Konventuale, als Pfarrer nach Mels. Im Februar 1725 übernimmt er für den gelähmten Abt die Führung der weltlichen Geschäfte. Am 12. Juli 1725 erfolgt seine Wahl zum Abte. Nuntius Passionei bestätigt am 15. Juli die Wahl[i] und benediziert den Abt am gleichen Tage, wobei die Äbte von Einsiedeln und Fischingen assistierten. Auf Ansuchen des Abtes stellten die Orte auf einer Tagsatzung in Frauenfeld am 19. Juli 1725 dem Abte einen Schirmbrief aus. Als Abt Ambros 1729, infolge Anstände mit dem Landvogte, eine ausdrückliche Bestätigung und Anerkennung der Rechte und Freiheiten des Gotteshauses verlangte, erhob zunächst Zürich, dann auch Bern Bedenken gegen die Echtheit mancher Urkunden. Schliesslich wurde der Zürcher Chorherr J.J. Scheuchzer 1734 mit der Prüfung der Pfäferser Urkunden beauftragt. Das Ergebnis dieser Prüfung war für Pfäfers nicht besonders günstig (auch eine später auf Ansuchen des Klosters durch J.U. von Salis Seewis vorgenommene Prüfung förderte ein ähnliches Resultat zu Tage). Es kam 1737 zu einem Kompromiss, der die Gerichtsrechte des Klosters über die Gemeinden Pfäfers, Vättis, Valens und Ragaz anerkannte, die Urkundenfrage aber auf sich beruhen liess. Der ganze Handel kam erst 1742 zum Abschluss.[ii] Kaiser Karl VI. verlieh Abt Ambros am 7. März 1735 die Regalien.[iii] – Mit dem Konvente ging Abt Ambros (ähnlich wie Bonifaz I.) einen neuen Vertrag ein. (Wortlaut s. Beilage II.)

 

Unter Abt Ambros wurden 1728, 29. September, die Leiber der Katakombenheiligen Flavian und Bonifaz, zu deren Ehren die beiden Altäre hinten in der Kirche erstellt wurden, in feierlicher Weise nach Pfäfers übertragen.[iv] Er baute die Kirche in Mels[v], sowie den Pfarrhof in Vättis. Als Prediger berühmt, hielt er öfters auswärts Predigten.

 

Abt Ambros starb am 31. August 1738. Seine Grabstätte fand er bei Bonifaz I., unter dessen Grabschrift zu lesen ist: «Hic quoque iacet Mortuus, in memoria aeterna nobis Vivus Princeps Ambrosius Primus, Cui Fabaria merito scribat: Bonifaz I. plantavit! II. regavit! Ambrosius incrementum dedit! Vinculis carnis Anno MDCCXXXVIII. die XXXI. Aug. absolutus, Talentum sibi creditum Dno suo duplicatum reportavit; Postquam vixit Annos LIX. Rexit XIII. Ambrosius, Coelitum Ambrosia dignus. R.I.P.[vi] Das Nekrologium rühmt ihn als: «Disciplinae amator indefessus, jurium Monasterii vindicator ac restaurator, eximius verbi divini praeco, Asceta celeberrimus. Aedificavit Ecclesiam parochialem in Mels circiter duodecim millium florenorum constantem, erexitque domum parochialem in Vettis et pro salute animarum perpetuo residentem Vettensibus parochum concessit, multaque alia laudabiliter gessit, obiit demum hoc die piissime in Domnio, habita ad confratres admonitione paternissima, erat sibi praesens quasi ad ultimum spiritus exhalationem. Erat insuper per multos annos in Congregatione Visitator vigilantissimus et ab omnnibus ut specialis Pater amatus et honoratus.»

 



[i] Pf. U.A. Nr. 1777.

[ii] Vgl. Eidgenössische Abschiede aus dem Zeitraum von 1712 bis 1743, 7. Band, 1. Abteil., bes. S. 930-39. – Pf. U.A. Nr. 1838ff., ferner 1859-67, 1882, 1968.

[iii] Pf. U.A. Nr. 1998.

[iv] Pf. U.A. Nr. 1831.

[v] Pf. U.A. Nr. 1818.

[vi] Die Kopie verdanke ich der Güte des H.H. Pfarrvikars J. Hagmann in Pfäfers.

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