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Alauuicus [Alwicus Alawich]

Nr. 20

 

Alauuicus, Alwicus, Alawich (973-997)

 

Otto II. gab 974, 13. Oktober, auf Bitten der Mönche, die auf ihre Urkunden gestützt darum baten, den Reichenauer Mönch Alwicus zum Abt, «quem idoneum et a nostris fidelibus probatum, uitam b. Benedicti monachos instruendam elegimus». Doch sollten die Mönche nach dessen Tod, gestützt auf ihre Privilegien, das Recht der freien Abtswahl haben. Zugleich bestätigte der Kaiser die Urkunden seiner Vorfahren[i] 997 wurde er Abt der Reichenau, im Jahre 1000 Bischof von Strassburg; als solcher starb er 1007. Das älteste Nekrologium hat seinen Tod zum 30. April vermerkt. Man nannte ihn «Semper in Domino glorians».[ii]

 

Leu berichtet, dass die Mönche nach Maiorinus' Tod an Otto II. gelangten, mit der Bitte, ihnen einen Abt zu geben. Dieser habe ihnen seinen Verwandten aus dem gräflichen Geschlecht derer von Sulz, Alwicus, geschickt. Die Mönche hätten ihn um so williger angenommen, als Otto ihre Privilegien bestätigte. Alwicus soll öfters beim Kaiser gewesen sein, der ihn 986 zum Bischof von Strassburg machte, doch habe Alwicus die Abtei bis 992 beibehalten.

 

Eichhorn bemerkt, dass nach dem Tod von Maiorinus ein Jahr verflossen sei, ohne dass es zu einer Wahl kam; vielleicht hätten die St.Galler Mönche wieder Schwierigkeiten gemacht. Darum sandten die Mönche zum Kaiser, wiesen ihre alten Privilegien vor und baten ihn, er möchte ihnen einen Abt geben. Nach Hermann Contractus soll er bis 992 regiert haben, 997 sei er Abt der Reichenau und ums Jahr 1000 Bischof von Strassburg geworden. Nach dem jüngern Nekrologium sei er am 29. April 1006 gestorben.

 

Merkwürdig ist, dass Alwicus im ältesten Nekrologium schlechthin «Abbas» genannt wird, ebenso im Pfäferser Confraternitätsbuch.[iii] Im «Liber viventium» findet sich[iv] ein Verzeichnis des Kirchenschatzes, von dem es heißt: «Hec omnia dedit abbas Alauicus beate memorie ad altare sancte Marie in Favariensi coenobio».[v]

 



[i] Wegelin, Reg. 20; Original in St.Gallen.

[ii] Ob Alwicus bis 992 oder 997 regierte, scheint zweifelhaft; die Urkunde für seinen Nachfolger (s.u.) spricht für 992, doch muss hier ein Irrtum vorliegen.

[iii] M. G. Confr. 383, III, 110, 11.

[iv] S. 143.

[v] M. G. Confr. in Append., pag. 397.

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