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Adalbertus

Nr. 1

 

Adalbertus (vor 762)

 

Der hl. Pirmin soll ihn, der bei Pfungen sein Schüler war, als ersten Abt seiner Gründung eingesetzt haben . Die Bestätigungsurkunde König Rhodericus vom 12. Juli 721, die Suiter[i] gibt, ist eine Fälschung. Unter Adilbert soll S. Pirmin nach Suiter 721 und wiederum 722 das Kloster besucht haben. Der Liber viventium, der Liber aureus, sowie das älteste Nekrologium zählen ihn als ersten Abt auf. Das Nekrologium gibt seinen Tod auf den 26. Januar an, die Überlieferung setzt ihn ins Jahr 724. Suiter sagt: «Exantlatis propter Deum multis laboribus decessit ex mortalibus B. Adilbertus 26. die Jan. postquam mortem suam Gibbae et fratribus praedixisset; praefuit fratribus suis 3 annis et aliquibus mensibus. Verus fuit Vir apostolicus sub quo plurimi ob miracula et prodigia ad fidem Christi adiunguntur.» Leu gibt seinen Todestag irrtümlich auf den 20. Januar an.

 

Eichhorn sagt, der sel. Adalbert soll unter Pirmin und Etho 731 mit 11 andern Mönchen von der Reichenau nach Pfäfers geschickt worden sein. Ob er identisch ist mit Adilbert, der 750 Bischof von Chur wurde, ist fraglich. In den Konstitutionen des Abtes Gerold wird er 1099 Episcopus genannt. Eichhorn lässt ihn darum bis 766 leben und 750 Bischof von Chur werden, jedoch die Abtei beibehalten. Nach vier Jahren soll er ins Kloster zurückgekehrt sein. 765 habe er die Synode Attigny besucht und unterschrieben.

 

Eichhorn hält die Äbte, die gewöhnlich als Nachfolger Adalberts aufgezählt werden, für dessen Gefährten und schaltet Gibba, Anastasius, Lupicinus, Vincentius und Martianus aus, da sie sonst nur kurze Zeit hätten regieren können. Er sagt zwar, Suiter führe sie laut einem Dokument des 12. Jahrhunderts als Äbte von Pfäfers an, doch sei damit nichts bewiesen, ausser das Dokument handle ausdrücklich von Pfäferser Äbten. Dieses Dokument aus dem 12. Jahrhundert ist jedenfalls das älteste Nekrologium, das in Wirklichkeit aus dem 14. Jahrhundert stammt und das die genannten wirklich als Äbte von Pfäfers aufzählt. Abschliessend sagt Eichhorn von Adilbert: «Fuit Adalbertus inter illustres illustrissimus cognominatus, magni vir nominis spiritu sui magistri S. Pirminii plenus. – Extat ad S. Ursum Solodori in Helvetia antiquum sacramentarium, ab anonymo quodam monacho conscriptum, quod ille Adalberto dedicavit. Pingitur abbas librum hunc S. Pirminio offerens, ipsum vero scriptor sic alloquitur:

 

Pastor Adalberte! summa date coelitus arte,
Qui meritis constas vitae venerabilis abbas.
Praebeo quod unus, gratanter suscipe munus
Exorans vilis, tibi tota mente fidelis.
Quo tu, cum sanctum celebres Christicola cultum
Tecum scriptori pia praemia mereri.

 

Pertenuis sub primo hoc abbate fuit fratrum .Fabariensium suppellex, magna vivendi austeritas, studium virtutis ingens et tenax disciplinae rigor.[ii] Nach den Monumenta Germ.[iii] und Hefeles Konziliengeschichte[iv] wohnte ein Adalbertus 765 der Synode von Attigny bei, doch steht keineswegs fest, dass er identisch mit unserm Adalbert, denn die Annahme Eichhorns dürfte kaum richtig sein.

 

Auf Eichhorn stützt sich Dr. J. G. Mayer in seiner «Geschichte des Bistums Chur»[v], wo er Adalbert oder Baldebert als Bischof von Chur aufführt, ohne aber für dessen Existenz etwas weiteres zu erbringen.

 



[i] Pag. 20.

[ii] Eichhorn, pag. 268-269.

[iii] SS. pag. 26, 27.

[iv] III, S. 563.

[v] I, 63.

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