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Traditionsurkunde in alemannischer Urkundenminuskel

Eine Schenkung von Besitz eines Podal im Elsass an die Kirche des heiligen Gallus an der Steinach (Urkunde vom 15. Dezember 756)

Das St.Galler Stiftsarchiv hütet nicht weniger als 751 Privaturkunden des 8. bis 10. Jahrhunderts. Die Güterschenkungen an das Gallusstift sind darauf auf relativ kleinen Pergamentstücken rechtsgültig festgehalten. Die nach ganz bestimmten Formularen lateinisch abgefassten Urkunden tragen teilweise noch vorkarolingische Schriftzüge. Als Motiv für die Güterstiftungen reicher Grundbesitzer wird immer wieder das Seelenheil genannt. Es existieren aber auch Übergabeformen von Gütern, bei denen der Besitzer das Gut wieder zur Nutzung gegen einen Zins zurückerhielt (sogenannte Prekarienverträge).

 

Unser Dokument, das eine der frühesten original erhaltenen St.Galler Schenkungsurkunden darstellt, datiert vom Jahre 756 und betrifft Grundstücke im Elsass. Es wurde in Kembs ausgestellt. Zur Beglaubigung bedienten sich die Aussteller der Privaturkunden jener Zeit noch nicht des Siegels; hingegen wird normalerweise eine Reihe von Zeugen aufgezählt, deren Namen jeweils, mit einem Kreuzeszeichen verbunden, gegen Schluss der Urkunde stehen. Ausdrücklich ist als Empfänger der Schenkung die Galluskirche am Flüsschen Steinach ("super fluviolum Steinaha") im Thur-Gau genannt.

 

Signatur: StiASG, Urk. I 13.

Chartae latinae antiquiores I, Nr. 49, S. 48f.

Chartularium Sangallense I, Nr. 24, S. 24f.

 

Text nach: Werner Vogler, Kostbarkeiten aus dem Stiftsarchiv St.Gallen in Abbildungen und Texten, St. Gallen 1987, S.16.

 

 


Urkunde des Podal von 757

Stiftsarchiv St.Gallen, Urkunde I 13. Die Urkunde des Podal stellt ein ungregelmässig beschnittenes Pergamentstück dar. Sie ist in einer typischen alemannischen Urkundenminuskel des 8. Jahrhunderts geschrieben.


Schenkung des Podal in Habsheim

Stiftsarchiv St.Gallen, Urkunde I 13. Der Rückvermerk oder die Dorsualnotiz, die im 9. Jahrhundert vom Archivar angebracht wurde, lautet: "Traditio Podali de Habuchinesheim, in Alsatia, Cap. XVII." [Schenkung des Podal in Habsheim, im Elsass, Kapitel 17.]


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