Accesskeys

Die Jahrzeitbücher des Bistums St.Gallen

Jahrzeitstiftungen und Jahrzeitbücher

 

Jahrzeitbücher gibt es seit dem Spätmittelalter. In Kalenderform wurden darin die Namen von Verstorbenen verzeichnet, die einem Kloster oder einer Kirche Stiftungen gemacht hatten. Dafür sollte immer am Todestag für ihr Seelenheil gebetet werden, und zwar 'auf ewige Zeiten'. Die Höhe der Stiftungen war nicht festgelegt. Ob jemand 'nur' eine Handvoll Kernen als Jahreszins stiftete oder aber eine ganze Pfründe oder einen wertvollen Kelch, hing von den finanziellen Möglichkeiten, bisweilen vielleicht aber auch von der gefühlten Last der Sünden einer Person ab. Der Erlös von Jahrzeitstiftungen wurde in der Regel für den Unterhalt des Pfarrers, der Kirche oder der Armen verwendet.


Jahrzeitbücher als historische Quellen

Noch heute werden in der Katholischen Kirche Jahrzeitmessen gestiftet und zelebriert – ihre Laufzeit ist jedoch auf 25 Jahre beschränkt. Dabei kommen auch heute noch Jahrzeitbücher zum Einsatz. Die Jahrzeitbücher gehören mit ihrer jahrhundertealten Tradition zu den interessantesten Quellen der Sozialgeschichte. Mit ihrer Hilfe können Historikerinnen und Historiker die Lebensweisen und Lebensformen seit dem Mittelalter erforschen, und zwar quer durch alle sozialen Schichten: In Jahrzeitbücher konnten sich Männer und Frauen, Bauern und Könige eintragen lassen.

Ein Inventar der Jahrzeitbücher des Bistums St.Gallen

 

Im Stiftsarchiv St.Gallen wird heute eine Vielzahl von Jahrzeitbüchern aufbewahrt. Etliche befinden sich aber auch in anderen Archiven, insbesondere Pfarreiarchiven. Das Stiftsarchiv hat die weit verstreuten Jahrzeitbücher des Bistums St.Gallen in ein Inventar aufgenommen. Zahlreiche Pfarreien und Kirchgemeinden haben dabei mitgeholfen. Mit dem Inventar sollen die Jahrzeitbücher nicht nur der Forschung bekannt gemacht werden, sondern auch den Pfarr- und Kirchgemeinden vor Augen geführt, welche Schätze sie in ihren Archiven bis heute hüten.


Klostermauer

Servicespalte

Literatur zum Thema

Bücher des Lebens - Lebendige Bücher

Bücher des Lebens - Lebendige Bücher, ed. Peter Erhart/Jakob Kuratli Hüeblin, St.Gallen 2010.