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Handschriften

„Was mir das jahr hindurch, begegnet von dem herren, das sol nach meinem brauch mir deise bletter zieren; es sey wohl oder weh, auf dieser bilger bahn, es gehe wie es geh, ich nehme beydes an.“

 

Mit diesen Versen beginnt Ulrich Bräker (1735-1798), der „Arme Mann im Tockenburg“, sein Tagebuch für das Jahr 1773. Seine Tagebücher sind ausserordentliche Dokumente aus der damaligen bäuerlichen Volksschicht, von der es sonst kaum Texte gibt. Ulrich Bräker legt darin ganz freimütig sein Innenleben offen, berichtet aber auch über seine Lektüren, den beschwerlichen Alltag jener Zeit, über die Umwelt und das Zeitgeschehen im Toggenburg und in den angrenzenden Gebieten.

 

 

Die Kantonsbibliothek besitzt rund 1000 weitere Handschriften aus dem Zeitraum vom 17. bis ins 20. Jahrhundert. Die facettenreiche Sammlung reicht von Autobiografien, Chroniken, Genealogien und Reiseberichten über Rezeptbücher sowie Stamm- und Freundschaftsbücher bis zu Vereinsprotokollen und Vorlesungsmanuskripten. All diese Handschriften haben in ihrer Vielfalt eines gemeinsam: Sie beziehen sich auf den Kanton oder die Stadt St.Gallen, oder die Urheberin bzw. der Urheber des Manuskripts war eine St.Gallerin bzw. ein St.Galler.

 

In dieser Abteilung wird auch die wertvolle Erker-Autografensammlung aufbewahrt, in der sich Briefe, Texte oder gar Manuskripte von über 200 berühmten Literaten und Künstler des 20. Jh. befinden.

 

Ein Teil der Handschriften ist erschlossen und recherchierbar im Katalog Handschriften, Archive und Nachlässe (Katalog HAN).