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Oberriet, Abri Unterkobel

Vom mittelsteinzeitlichen Luchs bis zur römischen Münze: Funde aus 10'000 Jahren Geschichte im Abri Unterkobel.

Vom mittelsteinzeitlichen Luchs bis zur römischen Münze: Funde aus 10'000 Jahren Geschichte im Abri Unterkobel.

Am 4. Mai 2011 entdeckte der Architekt und Künstler Spallo Kolb aus Widnau im Gelände der Bauschuttdeponie Unterkobel eine archäologische Fundstelle. Er meldete dies umgehend der Kantonsarchäologie St.Gallen. Beim ersten Augenschein wurde das grosse Potential der rund 4.5 m hohen Abfolge von zahlreichen Fundschichten deutlich. Nach Felssicherungsarbeiten begann die Kantonsarchäologie Ende Juli 2011 eine Ausgrabung im zentralen Bereich der Fundstelle. Mittlerweile geben mehrere tausend Funde Einblick in rund 10'000 Jahre Rheintaler Geschichte, von der Steinzeit bis in die römische Zeit.

Dank der Unterstützung der Deponiebetreiberin Robert König AG konnte die Grabung gut in den Deponiebetrieb integriert werden. Die Ausgrabungen werden nach der kurzen Winterpause nun bis Mai 2012 fortgeführt. Anschliessend verschwindet die Fundstelle unter den Aufschüttungen. Dadurch wird sie für die Forschung vorläufig nicht mehr zugänglich sein. Sie bleibt aber erhalten, sodass künftige Generationen auf dieses wichtige Archiv wieder zurückgreifen können.

 

Einige Funde aus dem Abri Unterkobel:

1: Unterkiefer eines Luchses (Mittelsteinzeit); 2: Anhänger aus einem durchlochten Hirschzahn (Mittelsteinzeit); 3: verschiedene mittelsteinzeitliche Steinartefakte aus Silex, Radiolarit und Bergkristall; 4: retouchierte Silexklinge (Jungsteinzeit); 5: verzierte Randscherbe aus der Jungsteinzeit; 6: Meissel aus Knochen (Bronzezeit); 7: bronzezeitliche Keramikfragmente; 8: Boden eines eisenzeitlichen Gefässes; 9: römische Münze des Aurelian (270-275 n. Chr.).

 

Bilder zur Entdeckung und Ausgrabung in dieser Bildergalerie.

 

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