Accesskeys

Veranstaltungen

Kulturelles Erbe bewegt

Eine fünfteilige Veranstaltungsreihe des Amtes für Kultur

Schriften, Fotografien, Bauteile, archäologische Funde und Kunstwerke erzählen oft überraschende Geschichte(n). Diese beweglichen Zeugnisse gehen jedoch gerne verloren oder vergessen. Sie sind fragiler als ihre gebauten Gegenstücke, die Baudenkmäler, die fest im Boden verankert sind. Seit Anfang 2018 sind bewegliche Kulturgüter im Kanton St.Gallen besser geschützt. Das Amt für Kultur widmet den Geschichten rund um das bewegte Kulturerbe aus Anlass des neuen kantonalen Kulturerbegesetzes eine kleine Veranstaltungsreihe.

 

Jeden Dienstag vom 13.11. bis 11.12.2018, im Café St.Gall in der Bibliothek Hauptpost, St.Gallen, jeweils von 19.00 bis 20.00 Uhr, mit anschliessendem Apéro. Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.


13.11. Die Krux mit den Beweglichen - Räubergeschichten im Kunstkontext der Kulturförderung

Erbe sammeln

Ursula Badrutt, Leiterin Kulturförderung

 

Erbe rauben

Dr. Andrea F. G. Raschèr, Berater, Lehrbeauftragter für Kulturrecht und Kulturpolitik

 

Erbe schützen

Kurzvorstellung der neuen Fachstelle Kulturerbe im Amt für Kultur

Dr. Christopher Rühle, Leiter Recht im Amt für Kultur

 

Dienstag, 13.11.2018, im Café St.Gall in der Bibliothek Hauptpost, St.Gallen, jeweils von 19.00 bis 20.00 Uhr, mit anschliessendem Apéro. Der Eintritt ist frei.

Zeichnung von Giacomett

Die Universität St.Gallen vermisst eine Kunstmappe aus den 1970er-Jahren mit Werken von Jean Arp, Alberto Giacometti, Antoni Tàpies und anderen mehr. Eine Spur führt ins Staatsarchiv, eine allerletzte Hoffnung in die Kunstsammlung des Kantons. Diese verzeichnet nichts dergleichen, doch der Blick in einen Grafikschrank befördert ein Mappenwerk ans Tageslicht, das wir gerne (unlauter) behalten hätten. Räubergeschichten: «Lappi tue t’Auge’n’uf»: Den Ratschlag auf dem Schwabentorturm in Schaffhausen sollte nicht nur der Tourist beherzigen, sondern auch der, der Kulturgüter erwirbt oder verkauft. Sonst läuft er Gefahr, mit einem halben Bein im Diebesturm zu landen. Blauäugigkeit beim Kunstkauf kann ganz schön ins Auge gehen. Welches sind die Mechanismen des illegalen Kunsthandels? Welches die Risiken im Umgang mit Kunst? Wichtige Stichworte: Nazi-Raubkunst, Raubgrabungen, Fälschungen sowie Geldwäscherei.


20.11. Alte Fotos: Restaurieren oder digitalisieren? - Wie das Staatsarchiv St.Gallen alte Fotografien langfristig sichert

Begrüssung

Stefan Gemperli, Staatsarchivar, Staatsarchiv St.Gallen

 

Restaurierung

Nadine Reding, Fotorestauratorin

 

Digitalisierung und langfristiger Erhalt

Jared Hevi, Staatsarchiv St.Gallen

 

Dienstag, 20.11.2018, im Café St.Gall in der Bibliothek Hauptpost, St.Gallen, jeweils von 19.00 bis 20.00 Uhr, mit anschliessendem Apéro. Der Eintritt ist frei.

Anhand eines aktuellen Beispiels aus dem Staatsarchiv soll der Frage nachgegangen werden, ob sich die Restaurierung alter Fotografien im Zeitalter der Digitalisierung noch lohnt. Mit welchen Aufwänden ist bei einer Restaurierung zu rechnen und wie wird dabei vorgegangen? Und ist die Überführung analoger Bilder in binäre Repräsentationsformen wirklich frei von Problemfeldern? Fragen, die es vielleicht auch beim nächstmaligen Durchblättern des Familienfotoalbums zu beantworten gilt.


27.11. Die Wirren um die Fundstücke aus der Kathedrale - Kulturerbe, das die Kantonsarchäologie seit Jahrzehnten bewegt

Die Wirren um die Kathedralgrabungen

Dr. Martin Schindler, Leiter Kantonsarchäologie Kanton St.Gallen

 

Mein Lieblingsstück

Dr. Guido Faccani, Schaffhausen / Mainz Inventarisator der Werkstücke vor 1000 aus St.Gallen

 

Dienstag, 27.11.2018, im Café St.Gall in der Bibliothek Hauptpost, St.Gallen, jeweils von 19.00 bis 20.00 Uhr, mit anschliessendem Apéro. Der Eintritt ist frei.

Die Ausgrabungen in der Kathedrale 1963 – 1967 bewegen St.Gallen bis heute. Denn die Wirren um die Dokumentationen dieser Ausgrabungen sind bislang nicht abgeschlossen. Nach langen und zähen Verhandlungen sind sie doch ein Fall für die Gerichte. Die zahlreichen Funde konnten 2013 in die Obhut des Kantons übernommen werden. Von besonderem Wert sind die vielen karolingerzeitlichen Bauskulpturen. Ein Teil ist seit langem im Lapidarium ausgestellt. Eine wissenschaftliche Bearbeitung stand bislang aus. Die Neugestaltung des Lapidariums gab Anlass, vom Spezialisten Guido Faccani einen Katalog der St.Galler Werkstücke vor dem Jahr 1000 erarbeiten zu lassen. Neben den grossen Kapitellen sind darin auch kleinere Stücke vertreten, die von der Ausstattung der Klosterkirche zeugen. Als eindrückliches Beispiel wird der karolingerzeitliche Schrankenbalken präsentiert.


4.12. Auf dem Latrinenweg - Die Wiederverwendung von Bauteilen in der kantonalen Denkmalpflege

Begrüssung

Michael Niedermann, Leiter Denkmalpflege des Kantons St.Gallen

 

Bauteillager

Urs Neuhauser, stellvertretender Betriebsleiter der Denkmalstiftung Thurgau

 

Dienstag, 4.12.2018, im Café St.Gall in der Bibliothek Hauptpost, St.Gallen, jeweils von 19.00 bis 20.00 Uhr, mit anschliessendem Apéro. Der Eintritt ist frei.

Das Ziel ist nicht, eine möglichst grosse Sammlung anzulegen, sondern den verwaisten historischen Bauteilen ein «zweites Zuhause» zu vermitteln. Dort sollen sie bestehende Lücken eines Kulturobjektes ergänzen und in einen sinnvollen Kontext gebracht werden. Toilettenschüsseln, Dachziegel, Türen, Beschläge, Schlösser, Kachelöfen sind wertvolle Zeitzeugen und vermögen überraschende Geschichten zu erzählen. Das Zwischenlagern und spätere Weitervermitteln dieser Objekte ist aufwändig und bedarf eines grossen Fachwissens.


11.12. Salcia Landmann (1911 - 2002) - Dokumente aus dem Nachlass in der Kantonsbibliothek und persönliche Erinnerungen ihres Sohnes Valentin Landmann

Begrüssung

Dr. Sonia Abun-Nasr, Leiterin Kantonsbibliothek Vadiana

 

Was der Nachlass erzählt

Wolfgang Göldi, Leiter Historische Bestände, Kantonsbibliothek Vadiana

 

Persönliche Erinnerungen

Dr. Valentin Landmann, Anwalt, Zürich

 

Dienstag, 11.12.2018, im Café St.Gall in der Bibliothek Hauptpost, St.Gallen, jeweils von 19.00 bis 20.00 Uhr, mit anschliessendem Apéro. Der Eintritt ist frei.

Foto Kantonsbibliothek Vadiana Salcia Landmann

Der 2010 übernommene Teilnachlass dokumentiert ein eindrückliches, vielfältiges, kämpferisches und eigenwilliges Leben. Wer weiss zum Beispiel, dass Salcia Landmann während des Studiums der Philosophie auch als talentierte Modegrafikerin arbeitete? Als erfolgreiche Schriftstellerin und Publizistin sorgte sie sich um die Bewahrung des ostjüdischen Selbstverständnisses und setzte ihrer untergegangenen Heimat verschiedentlich literarische Denkmäler. Das Schicksal der Ostjuden sensibilisierte sie für jede Art von Bedrohung, auch ausserhalb der jüdischen Welt. Ihre Leserinnen und Leser forderte sie mit provokanten, auch polemischen Arbeiten unermüdlich zum Dialog auf.


Servicespalte