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Schulbetrieb

Bildungs- und Lehrplan

Grundsätze

Im Bildungs- und Lehrplan Volksschule ist der Bildungsauftrag der Volksschule vom Kindergarten bis zur Oberstufe beschrieben. Er zeigt auf, welche Ziele die Schülerinnen und Schüler erreichen sollen. Auf allen Stufen wird eine ganzheitliche Bildung angestrebt:

Die Schule

  • bereitet die Schülerinnen und Schüler auf die Bewältigung der Lebensbereiche Erwerb, Betreuung und Freizeit vor.
  • bietet den Schülerinnen und Schülern einen Erfahrungsraum, in welchem Leistung, Lebensfreude, Musse und Besinnung wichtige Werte sind.
  • fördert Verstand, Gemüt und Handeln der Heranwachsenden in einem ausgewogenen Verhältnis und vermittelt grundlegende Kenntnisse und Fertigkeiten.
  • achtet auf den jeweiligen Entwicklungsstand der Schülerinnen und Schüler und fördert die Bereitschaft, sich dauernd weiterzuentwickeln, Eigen- und Sozialverantwortung zu übernehmen und ein mündiger Mensch zu werden.

Fachbereiche

Der Bildungs- und Lehrplan richtet sich auf allen Stufen nach den gleichen Leitideen und Richtzielen. Im gesamten Unterricht geht es um die Förderung der Sozial-, Sach- und Selbstkompetenzen. Unterrichtet wird in den Fachbereichen:

  • Fächerübergreifendes Arbeiten
  • Mensch und Umwelt
  • Sprachen
  • Mathematik
  • Gestaltung
  • Musik
  • Sport

Im Fachbereich «Fächerübergreifendes Lernen» lernen und üben die Schülerinnen und Schüler das Lernen an sich und eignen sich Arbeits- und Lerntechniken an. Zu diesem Fachbereich gehört auch das Lernen mit dem Computer und andern technischen Mitteln.

 

Der Fachbereich «Sprachen» umfasst sowohl Deutsch wie auch die Fremdsprachen. In allen zu lernenden Sprachen geht es um die gleichen wesentlichen Ziele:

  • Sich mündlich und schriftlich verständlich machen können.
  • Gehörtes und Gelesenes verstehen.
  • Sprachliche Regeln wahrnehmen und umsetzen.

Zum Fachbereich Musik gehört auch die musikalische Grundschule. Fachlehrpersonen haben die Aufgabe, im zweiten Kindergartenjahr und in der ersten Klasse musikalische Anlagen und Fähigkeiten zu entfalten und eine positive Beziehung zur Musik aufzubauen. Die musikalische Grundschule ergänzt und vertieft den Musikunterricht auf der Volksschule.

 

Lektionentafel

Die Lektionentafeln legen die wöchentliche Unterrichtszeit in den verschiedenen Klassen fest. Sie bestimmen auch den zeitlichen Anteil, welcher für die einzelnen Fachbereiche zur Verfügung steht. Dabei steht in der Primarschule die Sprachförderung im Vordergrund. Auf der Oberstufe gewinnen der mathematische und der naturwissenschaftliche Bereich erhöhte Bedeutung. Die Bearbeitung der Lernziele erfolgt auf das Fach bezogen, indem Wissen, Fertigkeiten und Fähigkeiten dieses Fachbereichs gefördert werden. Oft wird aber auch an Themen gearbeitet, bei denen an Zielen aus verschiedenen Fachbereichen gearbeitet wird.

 

Hausaufgaben

Hausaufgaben sind ein Bestandteil des schulischen Lernens und dienen der Erweiterung von Lernformen und Arbeitstechniken. Hausaufgaben werden von den Lehrpersonen massvoll erteilt und können von der Schülerin bzw. vom Schüler selbständig gelöst werden. Bei der Bemessung der Hausaufgaben wird die gesamte zeitliche Belastung berücksichtigt. Die Richtwerte reichen von wöchentlich 60 Minuten in den ersten Klassen der Primarschule bis zu 240 Minuten im letzten Schuljahr.

Blockzeiten – Stundenplan

Im Kindergarten und in der Primarschule findet der Unterricht an den Vormittagen in Blockzeiten statt. Während vier Lektionen sind sämtliche Schülerinnen und Schüler in der Schule. Im 1. Kindergartenjahr können die Eltern ihr Kind für die erste Morgenlektion abmelden. Die Schule informiert über das Verfahren. Melden die Eltern ihr Kind von der ersten Morgenlektion ab, besteht bei unzumutbarem Schulweg kein Anspruch auf einen separaten Transport auf Beginn der zweiten Lektion. Die Anzahl Lektionen am Nachmittag variiert je nach Stufe. Am Mittwochnachmittag ist schulfrei.

 

Während der vormittäglichen Blockzeiten fällt – ausser an Tagen oder Halbtagen, die von den Schulbehörden aus besonderen Gründen für schulfrei erklärt wurden (sog. «Bündelitage») – kein Unterricht aus. Ausserordentliche Stundenplanänderungen ausserhalb der Blockzeiten oder Abweichungen der Unterrichtszeiten wegen besonderer Schulanlässe werden den Eltern rechtzeitig mitgeteilt. Bei Krankheit der Lehrperson werden die Kinder betreut oder durch eine Stellvertretung unterrichtet.

 

Für die Kinder des Kindergartens und der Unterstufe bedeuten die Blockzeiten eine erhebliche Präsenzzeit in der Schule. An den Vormittagen ist in der Regel die ganze Klasse anwesend. Um die Kinder möglichst gut fördern zu können, arbeiten in Klassen mit über 16 Kindern während einiger Lektionen zwei Lehrpersonen im Teamteaching.

 

Mittagstisch

Die Schule bietet den Schülerinnen und Schülern über Mittag bei Bedarf eine Betreuung an – entweder aus einer durch die Schule organisierten Verpflegung oder einem Aufenthaltsraum. Diese besteht darin, dass sie eine mitgebrachte Verpflegung einnehmen können. Die Eltern werden durch die Schule frühzeitig über die Organisation des Mittagstisches (Anmeldung, Dauer, Kosten, Betreuung, Verpflegung) informiert.

 

Stundenplan

Die Eltern erhalten den Stundenplan mit den Unterrichtszeiten und weiteren wichtigen Informationen vor Beginn des Schuljahres.

In der Primarschule verläuft der Unterrichtsalltag mehrheitlich nicht nach einem starren Stundenplan, der jeden Tag und jede Woche gleich ist. Die Lehrpersonen planen das Unterrichtsprogramm so, dass es insgesamt einen gut rhythmisierten Schultag ergibt. Im Stundenplan für die Kinder sind deshalb nur zeitlich fixierte Stunden eingetragen, zum Beispiel Sport, Handarbeit oder Religion. Die restliche Schulzeit wird mit «Unterricht» bezeichnet. Dieser Klassenstundenplan informiert Kinder und Eltern darüber, wann Unterricht und wann fixierte Spezialstunden stattfinden. Die Information über die Gestaltung und die Inhalte des Unterrichtsprogramms erfolgt für die Schülerinnen und Schüler über Arbeitspläne, Tages- oder Wochenübersichten. Den Eltern wird an einem Elternabend aufgezeigt, in welcher Form diese Information erfolgt.

Disziplinarmassnahmen

Von Disziplin kann gesprochen werden, wenn die Kinder in der Lage sind, eigene Bedürfnisse dem schulischen Lernen unterzuordnen. Schülerinnen und Schüler haben sich in Schule und Öffentlichkeit anständig und rücksichtsvoll zu verhalten. Dazu braucht es die lenkende und motivierende Hand der Lehrperson. Wenn das Verhalten zu Beanstandungen Anlass gibt, können erzieherisch sinnvolle Disziplinarmassnahmen angeordnet werden. Die zulässigen Disziplinarmassnahmen sind in der kantonalen Verordnung über den Volksschulunterricht (sGS 213.12, abgekürzt VVU) abschliessend festgelegt. Dazu gehören u.a. zusätzliche Hausaufgaben, Arbeit ausserhalb der Unterrichtszeit, Ausschluss aus besonderen Veranstaltungen bis hin zum Ausschluss aus der Schule in schwersten Fällen. Anlässlich des Beurteilungsgesprächs informiert die Lehrperson die Eltern über mangelhaftes Verhalten. Bei Differenzen zwischen Schule und Elternhaus über die Angemessenheit einer Strafe hilft meist ein klärendes Gespräch. Sind die Eltern mit der angeordneten Disziplinarmassnahme nicht einverstanden, ist eine Überprüfung im Rechtsmittelverfahren möglich.

Ferien / Urlaub / Absenzen

Beginn und Dauer der Ferien sind mit Ausnahme einer Woche (in der Regel Sportferien) kantonal geregelt. Die Kinder haben 13 Wochen Schulferien. Die Schulbehörde kann zusätzlich einzelne Tage als schulfrei erklären. Der Ferienplan ist unter www.schule.sg.ch einsehbar.

 

Die Eltern sind verpflichtet, für den lückenlosen Schulbesuch ihres Kindes zu sorgen. Sie melden jede Absenz des Kindes vor Unterrichtsbeginn der Klassenlehrperson. Die Lehrerinnen und Lehrer ihrerseits sind zu einer Nachfrage verpflichtet, wenn ein Kind ohne Begründung nicht in der Schule erscheint.

 

Die Eltern können ihr Kind durch vorgängige schriftliche Mitteilung an die Lehrperson an zwei Halbtagen pro Schuljahr ohne Begründung aus dem Unterricht nehmen. Für andere voraussehbare Abwesenheiten ist ein begründetes Urlaubsgesuch zu stellen. Nach gemeindeinternem Recht ist für die Bewilligung die Schulbehörde, die Schulleitung oder die Lehrperson zuständig.

Veranstaltungen und besondere Unterrichtswochen

Im Rahmen des obligatorischen Unterrichts werden zur Bereicherung des Schulprogramms besondere Unterrichtswochen angeboten. Sie bieten Gelegenheit, die Schülerinnen und Schüler erzieherisch, geistig, musisch, körperlich und damit auch gesundheitlich in besonderer Weise zu fördern und ihnen wertvolle Erlebnisse zu vermitteln. Besondere Unterrichtswochen, auch Projektwochen genannt, sind in der Regel einer bestimmten Thematik gewidmet. Zu den besonderen Unterrichtswochen gehören auch Schulverlegungen, Werkwochen, Sportwochen, Wanderlager, Klassenaustausch als Fremdsprachenaufenthalt oder musische Wochen. Mehrtägige Veranstaltungen und Berufswahlpraktika auf der Oberstufe sind wichtige Hilfsmittel bei der Berufswahlvorbereitung.

 

Die Schülerinnen und Schüler sind zum Besuch der besonderen Veranstaltungen verpflichtet, wobei die Schulbehörde aus wichtigen Gründen einzelne Kinder von einer Teilnahme befreien kann. Wer von der Teilnahme befreit ist, wird schulisch auf andere Weise beschäftigt. Die Schule kann die Eltern an den Kosten beteiligen, soweit ihnen Einsparungen erwachsen (im Wesentlichen die Verpflegungskosten).

Berufswahlvorbereitung

Die Berufswahl spielt für die Schülerinnen und Schüler während der Oberstufenjahre eine entscheidende Rolle. Sie ist ein Entwicklungsprozess. Die Eltern, die Schule und die Berufsberatung haben die Aufgabe, die Jugendlichen in dieser wichtigen Phase zu unterstützen. Grundlage für die Zusammenarbeit bilden die folgenden Leitgedanken:

  • Die Berufswahl ist Sache der Schülerinnen und Schüler. Die Jugendlichen sind in der Regel fähig, den Weg ihrer Berufsfindung zu gehen. Jede Hilfe ist darauf auszurichten, sie darin zu fördern und zu stärken.
  • Hilfe bei der Berufswahl verlangt eine wertneutrale Haltung gegenüber der Berufswelt mit ihren vielfältigen Gegebenheiten sowie gegenüber den Schülerinnen und Schülern mit ihren persönlichen Eigenheiten und Ausprägungen.

Die Berufswahlvorbereitung hilft den Jugendlichen, den Weg der Berufswahl überlegt und verantwortungsbewusst zu gehen.

Die Schülerinnen und Schüler

  • sollen ihre eigenen Erwartungen, Interessen, Fähigkeiten und Verhaltensweisen kennenlernen.
  • sollen ihre Neigungen und Fähigkeiten mit den Anforderungen der verschiedenen Berufe vergleichen und mit diesen in Beziehung bringen.
  • lernen die verschiedenen Berufsfelder sowie wesentliche Erkundungsziele kennen.
  • sind in der Lage, Informationen über die sie interessierenden Berufe möglichst selbständig zu beschaffen und auszuwerten.
  • lernen die Berufswahlhilfen der Berufsberatung kennen.

Im Mittelpunkt der Berufswahlvorbereitung der Schule steht die systematische Hinführung zu Selbständigkeit und Ich-Findung. Für Jugendliche mit erschwerten Bedingungen unterstützt «Plan B» den beruflichen Werdegang von der Oberstufe über die Berufslehre bis ins Erwerbsleben. Die Jugendlichen erhalten dank einer frühzeitigen Vernetzung der Akteure eine grössere Chance auf den Ausbildungserfolg. In diesem Prozess planen Klassenlehrpersonen, Berufsberatung, Berufsfachschule, Lehrbetrieb und weitere Beteiligte zusammen mit dem Jugendlichen und den Eltern den beruflichen Weg und koordinieren ihre Aktivitäten

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