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Beurteilung

Beurteilung und damit auch Noten und Zeugnisse gehören zum Schulalltag von Lehrpersonen, Eltern und Kindern. Für manche Kinder sind Noten Ansporn, Belohnung, Motivation – für andere bedeuten sie aber auch Enttäuschung, Strafe, Misserfolg. Die Lehrpersonen sind sich dieser besonderen Bedeutung bewusst und gehen entsprechend sorgfältig damit um.

 

Grundsätze der Beurteilung

Die Beurteilung im Kanton St.Gallen stützt sich auf die Leitideen des Bildungs- und Lehrplans sowie die Weisungen des Erziehungsrates zur Beurteilung in der Schule vom 16. Januar 2008. Sie orientiert sich an folgenden Grundsätzen:

  • Die Beurteilung dient vor allem der Förderung. Sie soll von der Schülerin bzw. dem Schüler als Unterstützung des eigenen Lernens erlebt werden.
  • Grundlage für die Beurteilung bilden die im Lehrplan festgelegten Ziele.
  • Die Schülerinnen und Schüler sowie die Eltern werden über Form und Kriterien der Beurteilung informiert.
  • Entsprechend den Leitideen des Lehrplans werden sowohl die Fachleistungen als auch das Lern-, Arbeits- und Sozialverhalten beurteilt.
  • Die Schülerinnen und Schüler sowie die Eltern werden in die Beurteilung einbezogen.
  • Die Schülerinnen und Schüler erhalten regelmässig Gelegenheit, sich selber zu beurteilen.

Wozu beurteilen?

Beurteilung soll

  • den Lernprozess des Kindes begünstigen und fördern.
  • Auskunft über den Leistungsstand des Kindes geben.
  • Voraussagen zur weiteren Schullaufbahn und zur Berufswahl ermöglichen.

Das Beurteilungsgespräch

Das Beurteilungsgespräch verstärkt die Zusammenarbeit zwischen den Eltern und der Schule im Hinblick auf die Förderung sowie auf die Gestaltung der Schullaufbahn des Kindes.

Im Beurteilungsgespräch werden

  • Lernfortschritte und Defizite in den verschiedenen Fachbereichen aufgezeigt.
  • Aussagen zum Lern-, Arbeits- und Sozialverhalten gemacht.
  • Beobachtungen ausgetauscht.
  • Massnahmen zur Förderung des Kindes geplant und vereinbart.
  • Fragen im Zusammenhang mit der künftigen Schullaufbahn und der Berufswahl besprochen und geklärt.

Damit die Eltern differenzierte Rückmeldungen zum Lernen ihres Kindes erhalten, wird in allen Klassen jährlich mindestens ein Beurteilungsgespräch geführt.

Die Schülerinnen und Schüler können beim Beurteilungsgespräch anwesend sein. Ihre Sicht wird in angemessener Form miteinbezogen.

Die Aussagen im Beurteilungsgespräch beziehen sich auf konkrete Beobachtungen

und Arbeitsergebnisse.

In der Regel findet das Beurteilungsgespräch frühestens gegen Ende des ersten Semesters statt.

Zeugnis und Promotion

Am Ende eines Semesters wird ein Zeugnis ausgestellt. Darin werden die Leistungen in Form von Noten bewertet. Im Kindergarten, in den ersten drei Semestern der Unterstufe sowie in der Einführungsklasse werden im Zeugnis keine Noten, sondern am Schluss des Schuljahres eine Bestätigung der Beurteilungsgespräche eingetragen.

 

Die Zeugnisnoten geben Auskunft über den Grad der Lernzielerreichung in den verschiedenen Fachbereichen:

6
  • Lernziele deutlich übertroffen
  • löst Aufgaben mit erhöhtem Schwierigkeitsgrad erfolgreich

5
  • Lernziele gut erreicht
  • löst Aufgaben mit erhöhtem Schwierigkeitsgrad teilweise erfolgreich

4
  • Lernziele knapp erreicht
  • löst Aufgaben im Bereich Grundanforderungen zureichend

3
  • Lernziele nicht erreicht
  • löst Aufgaben im Bereich Grundanforderungen unzureichend

2/1
  • keine Lernziele erreicht
  • löst keine Aufgaben im Bereich Grundanforderungen

Zeugnisnoten werden nicht ausschliesslich aufgrund des Durchschnittes der verschiedenen Teilnoten berechnet. Sie stellen eine Gesamtbeurteilung dar, die sich auf schriftliche, mündliche und praktische Leistungen der Schülerinnen und Schüler stützt.

 

Am Ende des Schuljahres entscheidet die Schulbehörde über den Übertritt in die nächsthöhere Klasse. Bei ungenügenden Leistungen erfolgt eine provisorische oder keine Promotion. Schülerinnen und Schüler, die provisorisch promoviert werden, haben in der nächsten Klasse eine Probezeit zu absolvieren. Erfolgt keine Promotion, ist die Klasse zu wiederholen.

 

In Oberstufen mit Niveauunterricht sind Übertritte sowohl zwischen Real- und Sekundarschule als auch zwischen den Niveaugruppen am Ende jedes Semesters möglich.

Übertritte

Übertritt vom Kindergarten in die Primarschule

Nach den zwei Kindergartenjahren erfolgt der Übertritt in die Primarschule. Die Primarschule umfasst das dritte bis achte Schuljahr.

Ob ein Kind nach den beiden Kindergartenjahren in die Primarschule übertreten kann, entscheidet die zuständige Schulbehörde nach Anhören der Eltern und der Lehrperson. Das Kind kann zudem in den ersten drei Monaten des Schuljahres nach Anhören der Eltern und der Lehrpersonen in das zweite Kindergartenjahr zurückgestellt werden.

 

Übertritt von der Primarschule in die Oberstufe

Nach der sechsten Primarklasse erfolgt der Übertritt in die Oberstufe (Sekundarstufe I). Die Oberstufe (Sekundarschule und Realschule) umfasst das neunte bis elfte Schuljahr.

Ob ein Kind nach der sechsten Primarklasse in die Real- oder Sekundarschule übertreten kann, entscheidet die zuständige Schulbehörde. Die folgenden Grundlagen sind massgebend:

  • die Empfehlung der Lehrpersonen der sechsten Primarklasse. Die Empfehlung wird an den Gesprächen mit den Eltern erläutert. Diese wird den Eltern vor der Verfügung schriftlich bekanntgegeben.
  • das Notenbild in allen Fachbereichen der sechsten Primarklasse.

Eltern, die mit der Empfehlung der Primarlehrperson nicht einverstanden sind, haben das Recht zur Stellungnahme. Wenn sie mit dem Entscheid der zuständigen Schulbehörde nicht einverstanden sind, können sie bei der Rekursstelle Volksschule Rekurs einlegen.

Einen wichtigen Anhaltspunkt bilden Entwicklungsstand und Noten. Zusätzliche Hinweise ermöglichen gezielte Beobachtungen des Schülerverhaltens. Kriterien für die Zuweisung in die Real- oder Sekundarschule sind unter anderem die Auffassungsgabe, das Leistungsvermögen, die Arbeitshaltung, die Motivation sowie der Durchhaltewillen. Die Ergebnisse werden in gemeinsamen Gesprächen zwischen der Lehrperson und den Eltern erörtert.

 

Übertritt in eine weiterführende Schule

Nach der zweiten oder dritten Sekundarklasse können motivierte und schulisch besonders begabte Schülerinnen und Schüler in das Gymnasium eintreten. Nach drei Jahren Sekundarschule besteht die Möglichkeit, in eine Wirtschafts- oder Fachmittelschule überzutreten beziehungsweise eine Berufsmittelschule als zusätzliche Ausbildung während der Berufslehre zu besuchen.

Voraussetzung für den Besuch einer weiterführenden Schule ist eine erfolgreich absolvierte Aufnahmeprüfung. Dabei haben sich die Schülerinnen und Schüler über vertiefte Kenntnisse des Sekundarschulstoffs auszuweisen. Die Sekundarschule unterstützt die Schülerinnen und Schüler bei der Vorbereitung dieser Prüfungen.

 

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