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Aufbau der Volksschule

Die Volksschule umfasst die Schultypen Kindergarten, Primarschule sowie die Oberstufe, welche ihrerseits in Realschule und Sekundarschule aufgeteilt ist. Die Kinder treten im fünften Altersjahr in den Kindergarten ein. Die Schulpflicht besteht bis zum Ende der dritten Oberstufe und dauert inklusive Kindergarten in der Regel elf Jahre. Schülerinnen und Schüler, die wegen einem besonderen Bildungsbedarf nicht in der Regel- oder Kleinklasse beschult werden können, besuchen staatlich anerkannte Sonderschulen. Bei Sonderschülerinnen und Sonderschülern kann die Schulpflicht im Einzelfall bis längstens zum vollendeten 20. Altersjahr verlängert werden, wenn zu erwarten ist, dass dadurch bezüglich Sach-, Selbst- und Sozialkompetenz relevante Ziele für die Eingliederung in die Arbeitswelt und Gesellschaft erreicht werden können.

Eintritt in die Schule

Die Schulpflicht beginnt mit der Einschulung in den Kindergarten am 1. August nach Vollendung des vierten Altersjahres. Ein Aufschub der Einschulung in den Kindergarten ist möglich; entscheidend ist der Entwicklungsstand des Kindes. Die Schulbehörde entscheidet auf Antrag der Eltern. Bei Bedarf werden dazu der Schulpsychologische Dienst oder ein Kinderarzt bzw. eine Kinderärztin beigezogen. Sodann kann die Schulbehörde ein Kind nach Anhören der Eltern und der Lehrperson in den ersten drei Monaten des Schuljahres um ein Jahr zurückstellen. In beiden Fällen sind die Lehrperson, der Schulpsychologische Dienst und der Schularzt oder die Schulärztin antragsberechtigt.

Primarschule

Kindergarten

Der Kindergarten ist die erste Stufe der Volksschule und dauert zwei Jahre. Die Kinder werden in ihrer geistigen, sozialen und körperlichen Entwicklung gefördert. Sie sammeln vielfältige Erfahrungen, indem sie Geschichten hören, Lieder singen, Verse lernen und sich in verschiedene Rollen versetzen. Sie turnen, tanzen, konstruieren, zeichnen und malen. Diese verschiedenen Tätigkeiten erweitern die motorischen und gestalterischen Fähigkeiten, die Wahrnehmung, das mathematische Denken, die Phantasie und die Sprache. Die Kinder lernen ihre Gedanken auszudrücken, sich in eine grössere Gemeinschaft einzufügen, Fragen zu stellen und anderen zuzuhören.

 

Das Spiel nimmt im Kindergarten eine wichtige Stellung ein. Das Spielen zu Hause oder auf dem Spielplatz wird ergänzt durch das Spielen in einer grösseren Gruppe von Kindern, das in einer pädagogisch gestalteten Spielumgebung stattfindet. Spielen und spielerisches Lernen bieten dem Kind einen wichtigen Zugang zu sich selbst und zur Umwelt.

 

Im Verlauf der beiden Kindergartenjahre entwickelt sich ein Kind weiter. Es erfolgt eine Verschiebung vom Spielen zum spielerischen und systematischen Lernen. Der Kindergarten ermöglicht mit den zahlreichen Erfahrungen in der Gemeinschaft und durch gezielte Lern- und Beschäftigungsangebote jedem Kind, seine Persönlichkeit zu entfalten.

 

Unterstufe

Die Unterstufe schliesst an den Kindergarten an. Sie führt in Grundfertigkeiten wie Lesen, Schreiben und Rechnen ein und erweitert die Fähigkeiten im sprachlichen, musischen, handwerklichen und sportlichen Bereich. Neben dem Einsatz von spielerischen Arbeitsformen beginnt ein systematisches Lernen, unterstützt durch verschiedene Arbeits- und Lerntechniken. Damit werden Grundlagen zu einer guten Arbeitshaltung und zur Entwicklung von Eigenverantwortung gelegt. Die kindgemässe, anregende Lernatmosphäre und Lernumgebung erhalten und fördern die Spontanität sowie die Freude am Lernen und Entdecken. Beziehungen zwischen Kindern innerhalb der Klasse und im Schulhaus bilden den Ausgangspunkt zur Pflege der Gemeinschaft und zur Förderung sozialer Verantwortung.

 

Mittelstufe

In der Mittelstufe werden die Grundfertigkeiten, Kenntnisse und Arbeitstechniken gefestigt und erweitert. Die Entwicklung vom konkreten zum abstrakten Denken wird unterstützt und gefördert. In zunehmendem Masse erfolgt eigenständiges Arbeiten und Lernen in Selbstverantwortung. Die Schülerinnen und Schüler beginnen, bewusster über ihr Lernen und das Gelingen von Zusammenarbeit nachzudenken. Dies unterstützt die Entwicklung zu einer positiven Arbeitshaltung und Leistungsbereitschaft. Während dieser Zeit entwickeln die Schülerinnen und Schüler vermehrt selbständiges Urteilen und werden dadurch eigenständiger.

Oberstufe – Sekundarstufe I

Die Oberstufe der Volksschule schliesst an die 6. Primarschulklasse an und dauert drei Jahre. Die Oberstufe bereitet die Schülerinnen und Schüler auf eine Berufsausbildung oder den Besuch einer weiterführenden Schule und auf die Bewältigung des Lebensalltags vor. Sie ist gegliedert in die Real- und die Sekundarschule. Die Gliederung der Oberstufe trägt dazu bei, den Schülerinnen und Schülern eine ihren Begabungen und Lernvoraussetzungen angemessene Bildung zu ermöglichen.

 

Beide Schultypen auf der Oberstufe vermitteln eine breit abgestützte Allgemeinbildung. Die Oberstufe fördert die Lernbereitschaft und stärkt das Vertrauen der Jugendlichen in ihre eigene Leistungsfähigkeit. Sie fordert von den Schülerinnen und Schülern stufengemässe und ihren Begabungen entsprechende Leistungen in der Sach-, Sozial- und Selbstkompetenz. Die Jugendlichen erhalten zunehmend Gelegenheit, selbst gesetzte Ziele anzustreben und persönliche Schwerpunkte zu setzen. Diese Erweiterung von Selbständigkeit und Selbsttätigkeit fördert eine zuverlässige Arbeitshaltung und die Bereitschaft für lebenslanges Lernen. Soziale Lernformen festigen die Teamfähigkeit.

Auf der Suche nach dem eigenen Ich und bei der Beantwortung von Sinnfragen finden die Jugendlichen auf der Oberstufe Gelegenheiten, sich mit anderen Meinungen auseinanderzusetzen und die Beziehungen zu den Mitmenschen und der Umwelt zu vertiefen.

Die Unterschiede der beiden Schultypen bestehen in den Ansprüchen an die intellektuellen Fähigkeiten, in der Art und Weise der Förderung der elementaren Bildung, der Lernkompetenz und der Leistung.

 

Realschule

Die Realschule vermittelt eine breit abgestützte Allgemeinbildung im sprachlichen, mathematischen, naturwissenschaftlichen und musischen Bereich. Sie bereitet auf das Erwerbsleben für handwerkliche, industriell-gewerbliche und dienstleistungsorientierte Berufe vor. Bei besonders guten schulischen Leistungen können Realschülerinnen oder Realschüler nach einem Jahr Realschule die erste Sekundarklasse besuchen oder nach zwei Jahren Realschule in die zweite Sekundarklasse übertreten.

 

Sekundarschule

Die Sekundarschule eignet sich für Schülerinnen und Schüler, welche gute schulische Leistungen, Ausdauer, erhöhte Lernbereitschaft und Interesse vorweisen können. Sie vermittelt eine Grundausbildung mit erhöhten Anforderungen in sprachlicher, mathematischer, naturwissenschaftlicher und musischer Richtung. Sie bildet die Grundlage sowohl für Berufslehren mit oder ohne Berufsmaturität als auch für weiterführende Schulen.

 

Niveaugruppen

Oberstufen haben die Möglichkeit, Englisch und/oder Mathematik in leistungsgetrennten Niveaugruppen zu unterrichten. Die Schülerinnen und Schüler sind weiterhin einer Stammklasse in der Real- oder Sekundarschule zugeteilt. Sie besuchen aber unabhängig davon den Unterricht in Englisch und/oder Mathematik je nach persönlicher Leistungsfähigkeit in Lerngruppen mit unterschiedlichem Anforderungsniveau. Wechsel zwischen den Niveaugruppen und zwischen Real- und Sekundarschule können am Ende jedes Semesters erfolgen. Bei Oberstufen, die ohne Niveaugruppen geführt werden, ist ein Wechsel zwischen Real- und Sekundarschule in der Regel nur am Ende der Probezeit oder jeweils am Schuljahresende möglich.

 

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