Im Religiösen Kontext beginnt Machtmissbrauch oft als eine besondere Form von emotionaler Manipulation und psychischer Gewalt, indem religiöse Gefühle, Erzählungen oder Autoritäten dafür instrumentalisiert werden. Dadurch wird die spirituelle Autonomie einer Person eingeschränkt, mit dem Ergebnis der spirituellen Not und der umfassenden Verwundbarkeit der begleiteten Person (Doris Wagner 2019 ). Der Name Gottes oder der Glaube an das Göttliche wird missbraucht, um Macht über Menschen zu gewinnen. Stimmen der Religionsvorsteher/-innen werden mit der Stimme Gottes verwechselt (Klaus Mertes 2019 ). Ein solches Verhalten ist mit der Manipulation, Unterdrückung und Ausnutzung anderer im Namen Gottes verbunden, um sie für das Erreichen eigener Zwecke und Ziele gefügig zu machen. Dies geschieht durch ungesunde emotionale Abhängigkeiten und mentale Manipulationen, bei denen Lehren, Werte und Begriffe entstellt werden, um sie zur Untermauerung von Machtansprüchen einzusetzen (Hannah A. Schulz 2019 ). Solche Formen des Missbrauchs religiöser Autorität sind oft ein wesentlicher Aspekt in der Vorbereitung von Sexualstraftaten gegenüber Minderjährigen und Erwachsenen im religiösen Kontext (Grooming-Strategie).