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Aktuelles aus dem Erziehungsrat

Der Erziehungsrat hat an seiner Sitzung vom 16. Februar 2017 unter anderem über folgende Geschäfte beraten:


Volksschule

 

Beurteilung «fördern und fordern», Evaluation

 

Der Erziehungsrat hat im Oktober 2016 das weitere Vorgehen bezüglich Beurteilungspraxis in der Volksschule festgelegt. Aufgrund der Rückmeldung und Reaktionen zum damaligen Beurteilungskonzept ist er zur Überzeugung gelangt, dass eine Evaluation der Beurteilungspraxis zum jetzigen Zeitpunkt sinnvoll ist. Der Erziehungsrat hat an seiner Sitzung vom Februar 2017 beschlossen eine Evaluation durchführen zu lassen. Mit der Evaluation soll belegt werden, welche Elemente und Vorgaben, die 2008 in den Weisungen zur Beurteilung, im Promotions- und Übertrittsreglement und in der Broschü­re «fördern und fordern» als verbindliche Grundlage für die Beurteilung in der Volksschule festgelegt wurden, heute umgesetzt werden und welche nicht.

Eine gute Beurteilungspraxis unterstützt das Lernen des Kindes, gestaltet die Schullaufbahn zumutbar und gerecht (Selektionsauftrag), informiert die Eltern verantwortungsvoll über die Leistungen des Kindes und stellt dafür den Lehrpersonen leistbare Verfahren und Abläufe zur Verfügung. Aufgrund dieses Kontextes fokussiert der Erziehungsrat die Evaluation der Beurteilungspraxis auf folgende Themenschwerpunkte:

  • Wirkung auf Promotion (Schullaufbahn, Kommunikation mit Eltern)

  • Unterschiede in der Beurteilungskultur der einzelnen Stufen

  • Wirkung der Beurteilungskultur auf die abnehmenden Stufen (Übertritte vom Kindergarten bis zu den Mittel- und Berufsschulen)

  • Notengebung und Interpretation des Ermessens/Gesamteinschätzung (Notenpraxis)

  • Wirkung der Lernfördersysteme auf die Beurteilungskultur 


Die Organisation und Durchführung der Evaluation wird durch das Amt für Volksschule sichergestellt. Die Evaluation wird durch eine Steuergruppe und eine Arbeitsgruppe Beurteilung begleitet. Es ist wichtig, dass alle Anspruchsgruppen einbezogen werden und die Themenfelder mit Personen aus der Praxis fachlich konkretisiert werden können. Ebenso sollen je nach Bedarf weitere Experten einbezogen werden. Bis Mitte 2018 sollten erste Ergebnisse vorliegen, damit allfällige Anpassungen auf das Schuljahr 2019/20 gemacht werden könnten.

 

Lern- und Testsysteme, weiteres Vorgehen

 

Ab dem Schuljahr 2017/18 stehen der Volksschule mit den Instrumenten «Lernlupe» und der überarbeiteten Version von «Lernpass/Stellwerk» zwei neue Lernfördersysteme zur Verfügung. Grundsätzlich sieht es der Erziehungsrat als zielführend an, die neuen Lernfördersysteme ab dem Sommer 2017 einzusetzen. Dies im Bewusstsein, dass es dadurch in einer Übergangszeit zu Überschneidungen von alten und neuen Instrumenten kommt. Unter Berücksichtigung der bestehenden Instrumente «Lernlot», «Klassencockpit» sowie «Stellwerk» hat der Erziehungsrat folgende Entscheide bezüglich des Einsatzes getroffen:

  • «Lernlot» und «Klassencockpit» stehen den Schulen im Schuljahr 2017/18 unverändert zur Verfügung. Danach werden die beiden Instrumente nicht mehr durch den Kanton finanziert. Es wird empfohlen, auf den Einsatz zu verzichten.
  • «Lernlupe» steht den Schulen ab dem Schuljahr 2017/18 zur Verfügung. Das Instrument kann von der 3. bis zur 6. Primarklasse eingesetzt werden. Der Einsatz wird empfohlen und erfolgt nach Ermessen der Lehrperson.
  • «Lernpass/Stellwerk» steht ab Schuljahr 2017/18 für die gesamte Oberstufe zur Verfügung. Der Einsatz der Lernplattform wird empfohlen und erfolgt nach Ermessen der Lehrperson. Als obligatorische Standortbestimmungen «Stellwerk» werden in der 2. und 3. Oberstufe die Sprachen und Mathematik geprüft. Im Fachbereich Natur und Technik wird vorläufig kein «Stellwerk» mehr durchgeführt.
  • Die ursprüngliche Version von «Stellwerk» steht im Schuljahr 2017/18 nicht mehr zur Verfügung. 

Der Erziehungsrat sieht vor, den verbindlichen Einsatz der Lern- und Testsysteme auf Schuljahr 2019/20 neu festzulegen. Insbesondere gilt es, den verbindlichen Einsatz von Standortbestimmungen (soziale Bezugsnorm) zu definieren. Er strebt dabei eine möglichst konsolidierte und abgestützte Lösung unter Einbezug aller Anspruchsgruppen an.

 

Weitere Informationen zu den Lern- und Testsystemen finden Sie online.

 

«Unterrichtsberechtigung ERG Schule» für Fachlehrpersonen – insbesondere für Arbeits- und Hauswirtschaftslehrpersonen

 

Der Erziehungsrat hat sich an seiner Sitzung im Februar mit erweiterten Unterrichtsberechtigungen für Fachlehrpersonen befasst. Er hat dabei eine Auslegeordnung erstellt und die Unterrichtsberechtigung für Fächer, welche immer wieder Fragen aufwerfen, einer detaillierten Prüfung unterzogen. Dabei ging es insbesondere um die Arbeits- und Hauswirtschaftslehrpersonen mit altrechtlicher Ausbildung, welche im Zusammenhang mit dem Lehrplan Volksschule den Bereich Ethik, Religionen, Gemeinschaft (ERG Schule) unterrichten wollen. ERG ist Teil des Fachbereichs Natur, Mensch, Gesellschaft (NMG). Arbeits- und Hauswirtschaftslehrpersonen haben in der Regel keine Unterrichtsberechtigung für diesen Fachbereich [vgl. «Rahmenbedingungen für den Unterricht in Ethik, Religionen, Gemeinschaft (ERG) vom März 2016, Ziff. 5. Lehrperson]. Der Erziehungsrat hat nun festgelegt, dass Arbeits- und Hauswirtschaftslehrpersonen für ERG Schule die Unterrichtsberechtigung erhalten, wenn sie die Module 1 und 2 (Fachwissen und Fachdidaktik) des Certificate of Advanced Studies (CAS) «Ethik – Fit für ERG» der Pädagogischen Hochschule St.Gallen (PHSG) im Umfang von 8 ECTS-Punkten absolviert haben. Der Besuch des Moduls 3 mit der Zertifizierungsarbeit ist fakultativ. Die Absolvierung aller drei Elemente führt zum Zertifikat. Der aktuelle Lehrgang hat bereits gestartet – ein nächster ist auf 2018 geplant.

 

Einführung und Umsetzung Lehrplan Volksschule; Berichterstattung

 

Der Erziehungsrat liess sich über den aktuellen Stand im Projekt «Lehrplan Volksschule» informieren. Die Berichterstattung zeigt, dass alle Umsetzungsarbeiten auf Kurs sind und bis zum Vollzug des Lehrplans auf Beginn des Schuljahrs 2017/18 alle Meilensteine eingehalten werden können. Mit dem Vollzug des Lehrplans Volksschule im Sommer 2017 soll das Projekt in die dritte Projektphase überführt werden. In dieser liegt der Fokus darauf, die Schulen im Prozess der Umsetzung ihrer lokalen Einführungsplanung optimal zu unterstützten. Dem Erziehungsrat ist es ein Anliegen zu signalisieren, dass dieser Umsetzungsphase eine grosse Bedeutung zukommt. Erst in der Praxis wird sich zeigen, welche Aspekte der Einführung noch verstärkt werden müssen oder welche Anpassungen vorgenommen werden sollen. Zur Unterstützung dazu wird ein thematisches Input- und Austauschtreffen für Schulleitungen geschaffen. Die mehrmals jährlich durchgeführten, regional verteilten Treffen stehen den Schulleitungen auf freiwilliger Basis zur Verfügung und dienen dem Erfahrungsaustausch sowie der Vernetzung der Schulleitungen.

 

 

Mittelschule

 

Lehrplan Informatikmittelschule (IMS-W) geht in Vernehmlassung

 

Für den Lehrgang Informatikmittelschule wirtschaftliche Richtung (IMS-W), der im kommenden Schuljahr an den Kantonsschulen am Brühl St.Gallen und Sargans neu geführt wird (parallel zu einem entprechenden Lehrgang technische Richtung am Berufs- und Weiterbildungszentrum Rapperswil-Jona), liegt nun ein Lehrplanentwurf vor. Der Erziehungsrat hat diesen an seiner Sitzung vom 16./17. Februar 2017 vorberaten und eröffnet darüber eine breite Vernehmlassung, bevor er im Juni 2017 definitiv erlassen werden soll. Die Vernehmlassungsfrist dauert bis 5. Mai 2017. Die Unterlagen zur Vernehmlassung stehen online zur Verfügung.

 

Bereits eröffnet wurde eine Vernehmlassung zum Promotions- und zum Berufsmaturitätsreglement für die IMS-W. Diese Vernehmlassungen dauern noch bis 31. März 2017.

 


Erziehungsrat - Aktuelles aus dem Erziehungsrat (10.03.2017 10:00)


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