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Der Volksschulunterricht im Fokus

Der Kantonsrat hat sich in der Aprilsession mit den Schulnoten sowie dem Fremdsprachen- und Instrumentalunterricht in der Volksschule auseinandergesetzt. Im Lehrplan-Projekt wird mit dem Abschluss der kantonalen Einführungsveranstaltungen ein zentraler Meilenstein erreicht.


Lehrplan Volksschule: Erreichtes und Bevorstehendes

Die Einführungsarbeiten zum Lehrplan Volksschule befinden sich auf der Zielgeraden. Auf Ende des Schuljahres 2016/17 werden alle Elemente der kantonalen Einführung praktisch umgesetzt sein. Im April haben die letzten rund 1500 Lehrpersonen an den kantonalen Einführungsveranstaltungen «Information Kantonale Rahmenbedingungen AVS» und «Kantonale Weiterbildungsveranstaltung Basisthemen PHSG» zum Lehrplan Volksschule teilgenommen. Nachdem diese in den letzten beiden Jahren bereits von rund 5000 Lehrpersonen besucht wurden, haben sich somit alle der gut 6500 Lehrpersonen mit dem Lehrplan Volksschule auseinandergesetzt. Die Privat- und Sonderschulen werden ebenfalls informiert. In den folgenden vier Jahren werden weitere verbindliche Weiterbildungskurse durchgeführt. Der gedruckte Lehrplan und Informationsbroschüren für Lehrpersonen sowie Eltern liegen der Schule vor den Sommerferien vor.

 

Ab Vollzug des Lehrplans Volksschule auf das Schuljahr 2017/18 steht dessen Umsetzung im Mittelpunkt. Im Rahmen der lokalen Schulentwicklung vertiefen sich die Schulteams damit. Die inhaltlichen Schwerpunkte dieser Auseinandersetzung werden vor dem Hintergrund des aktuellen Standes in der Schuleinheit festgelegt. Den Schulleitungen stehen während der lokalen Einführungsphase Support- und Weiterbildungsmöglichkeiten durch das Amt für Volksschule (AVS) zur Verfügung. Der Abschluss des Projektes ist aus Sicht des AVS auf Sommer 2020 geplant.

 

Beratung im Kantonsrat

Der Kantonsrat hat sich in der Aprilsession mit unterschiedlichen Aspekten des Volksschulunterrichts – von den Fremdsprachen über die musikalische Bildung bis hin zur Schülerbeurteilung – beschäftigt.

 

Fremdsprachen in der Volksschule

Frühfranzösisch ist momentan ein rege diskutiertes Thema, so auch im Kanton St.Gallen. Grund für die Diskussion war der Bericht der Regierung zu den Fremdsprachen in der Volksschule. Damit wird gemäss Auftrag eines Postulats die Frage beantwortet, ob die Verschiebung des Französischunterrichts auf die Oberstufe angezeigt ist. Untersuchungen in anderen Kantonen und Ländern sowie eine Befragung von Lehrpersonen, Eltern, Schulleitungen und Schulträgern im Kanton St.Gallen haben keine Hinweise für eine generelle Überforderung der Schülerinnen und Schüler durch das Erlernen mehrerer Fremdsprachen geliefert. Zudem wurden bereits Massnahmen ergriffen, um den Französischunterricht zu stärken und die Qualität zu sichern. Dazu gehören das neue, fortschrittliche Lehrmittel «dis donc!», verbindlicher Halbklassenunterricht ab Klassengrösse 20 sowie obligatorische Weiterbildungsmodule für das neue Lehrmittel und für die moderne Fremdsprachendidaktik.

 

Vor diesem Hintergrund ist aus Sicht der Regierung kein Handlungsbedarf in Bezug auf die  Fremdsprachenstrategie im Kanton St.Gallen – Englischunterricht ab der 3. Primarklasse, Französischunterricht ab der 5. Primarklasse – angezeigt. Der Kantonsrat hat sich diesem Standpunkt angeschlossen. Zur Stärkung des Französischunterrichts schlägt er zudem vor, den Sprachaustausch zu fördern.

 

Verankerung des Instrumentalunterrichts

In der Bundesverfassung ist seit dem Jahr 2012 in Art. 67a verankert, dass Bund und Kantone die musikalische Bildung von Kindern und Jugendlichen fördern. Im Jahr 2015 ist die Regierung vom Kantonsrat beauftragt worden, ihm eine Vorlage zur Umsetzung dieses Artikels im Kanton St.Gallen zu unterbreiten. Wie die Regierung in ihrer Botschaft zum XVII. Nachtrag des Volksschulgesetzes erläutert, braucht es keine Stärkung der musikalischen Bildung im Schulunterricht. Sie schlägt jedoch vor, den freiwilligen Instrumental- und Vokalunterricht als Angebotspflicht im Volksschulgesetz und im Mittelschulgesetz zu verankern. Der Kantonsrat teilt diese Auffassung und hat in erster Lesung die Schaffung entsprechender gesetzlicher Bestimmungen beschlossen.

 

Schülerbeurteilung

Mit der Motion «Schülerbeurteilung durch Noten im Volksschulgesetz verankern» wurde die Regierung im Jahr 2015 vom Kantonsrat dazu aufgefordert, gesetzlich festzuhalten, dass die Leistungsbeurteilung in der Volksschule auch inskünftig mit Noten erfolgen muss. Mit dem XVIII. Nachtrag zum Volksschulgesetz ist die Regierung diesem Auftrag nachgekommen. Der Kantonsrat hat dem Vorschlag in erster Lesung zugestimmt, so dass inskünftig die Leistung der Schülerinnen und Schüler je Unterrichtsbereich mit ganzen und halben Noten im Zeugnis beurteilt werden. Stimmt der Kantonsrat diesen Anträgen auch in der Schlussabstimmung anlässlich der Junisession zu, werden das Volksschulgesetz und die Verordnung der Regierung entsprechend angepasst.

 

Alexander Kummer

Leiter Amt für Volksschule


Bildung - Der Volksschulunterricht im Fokus (12.05.2017 10:05)


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