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Scharnier zwischen Mittelschulen und Erziehungsrat - die Zweierdelegationen des Erziehungsrats

Vor fast fünf Jahren haben die Zweierdelegationen des Erziehungsrates die Aufsichtskommissionen der Mittelschulen abgelöst. Seither ist Einiges passiert…


Ausgangspunkt: Revision des Mittelschulgesetzes

Zur Straffung der Organisation der Mittelschulen hat der Kantonsrat mit dem XII. Nachtrag zum Mittelschulgesetz im Mai 2012 die Aufsichtskommissionen aufgehoben. Die Aufgaben der Aufsichtskommissionen wurden anderen Stellen, insbesondere den Schulleitungen zugewiesen. Da das Präsidium und Vizepräsidium der Aufsichtskommissionen mit Mitgliedern des Erziehungsrates besetzt waren, hatten jeweils zwei Mitglieder des Erziehungsrates einen besonderen Bezug zur einzelnen Kantonsschule. Der Erziehungsrat hat im Rahmen der Revision des Mittelschulgesetztes festgehalten, dass dieser Bezug auch nach der Aufhebung der Aufsichtskommissionen erhalten bleiben soll. Dazu wurden die Zweierdelegationen eingeführt. Deren Mitgliedschaft ist identisch mit Präsidium und Vizepräsidium der Prüfungskonferenzen, für welche die Prüfungsreglemente Mitglieder des Erziehungsrates vorsehen.

 

Mit Fokusthemen Steuerungswissen zusammentragen

Die beiden Mitglieder der Delegation halten den Kontakt zwischen dem Erziehungsrat und der betreffenden Schule. Sie sorgen dafür, dass sie bei Erziehungsratsgeschäften, die eine Mittelschule besonders berühren, über die Hintergründe und Zusammenhänge informiert sind und die Anliegen der Schule kennen. Damit fungieren sie als Bindeglied zwischen den Mittelschulen und dem Erziehungsrat und stellen sicher, dass nicht ausschliesslich das Amt für Mittelschulen über Aktualitäten der einzelnen Schulen informiert ist. Die Delegation trägt dazu bei, dass der Erziehungsrat an das für seine Funktion der strategischen Schulentwicklung erforderliche Steuerungswissen gelangt. Sie führt in der Regel zwei Mal jährlich gemeinsam mit der Leiterin des Amtes für Mittelschulen eine generelle Besprechung mit der Schulleitung durch. Die Themen wie Schulentwicklung oder aktuelle Projekte sind jedes Jahr ähnlich, unterscheiden sich aber inhaltlich zwischen den Mittelschulen erheblich.

Um nach einer ersten Einführungsphase das Erheben von Steuerungswissen sowie den Austausch von Best Practices zu systematisieren, wurde im Jahr 2015 die Einführung von so genannten Fokusthemen beschlossen. Diese gewährleisten, dass alle Zweierdelegationen jedes Jahr dieselben Fragen zu demselben Schwerpunktthema besprechen und die Ergebnisse anschliessend gemeinsam im Erziehungsrat auswerten.

 

Fokusthema 2017: Personalgewinnung und -entwicklung

Das Amt für Mittelschulen hat im Februar 2015 mit Unterstützung des Instituts für Wirtschaftspädagogik der Universität St.Gallen einen Vorschlag für die Fokusthemen für den ersten Dreijahreszyklus erarbeitet. Der Erziehungsrat hat die drei vorgeschlagenen Themen gutgeheissen und seither sein Steuerungswissen in den Bereichen Leitbild, Schulprogramm und Strukturen kontinuierlich ausgebaut.

Um die Leitbilder der Schulen vertieft zu diskutieren und mit dem Schulprogramm in Verbindung zu bringen, wurde im Jahr 2015 konkret nach den langfristigen Zielen der sechs st.gallischen Mittelschulen und deren Zusammenhang mit den Leitbildern und den Schulprogrammen gefragt. Im Jahr 2016 standen dann die zur Zielerreichung zur Verfügung stehenden Mittel sowie das Qualitätsinstrument «Schulentwicklung an Mittelschulen (Sem)» im Fokus der Zweierdelegationsgespräche.

Da gute Lehrpersonen einen grossen Teil der Schulqualität ausmachen und unentbehrlich für die Qualitätssicherung und Schulentwicklung sind, steht in diesem Jahr der Personalgewinnungs- und -entwicklungsprozess der Mittelschulen im Zentrum. Dabei wird der Fokus unter anderem auf bestehende Mentoratskonzepte für Junglehrpersonen, die Beurteilung und Kompetenzentwicklung der Mittelschul-Lehrpersonen (Bekom) sowie Weiterbildungskonzepte gelegt. Der Erziehungsrat hat sich zu diesem aktuellen Fokusthema neulich im Rahmen eines Weiterbildungsmoduls mit Experten des Instituts für Wirtschaftspädagogik (IWP) an der Universität St.Gallen ausgetauscht.

 

Integration in die Monitoringprozesse

Da der erste Dreijahreszyklus der Fokusthemen in diesem Jahr zu Ende gehen wird, werden die gemachten Erfahrungen konsolidiert. Ende Jahr soll diskutiert werden, welche Weiterentwicklungen sich aus der Auswertung der Zweierdelegationsgespräche und der Fokusthemen anbieten. Ziel wird sein, in einem Rhythmus von drei Jahren über die Erkenntnisse der Zweierdelegationen zu berichten und diese im Sinne einer Monitoringfunktion öffentlich und transparent zu machen. Die Erkenntnisse können in einen periodischen Monitoringbericht des Erziehungsrates fliessen, welcher mit dem aktuell beim Kantonsrat hängigen Bericht 40.16.10 «Monitoring und Strukturentwicklung im Schulwesen» in Aussicht gestellt wird.

 

Tina Cassidy

Leiterin Amt für Mittelschulen


Bildung - Scharnier zwischen Mittelschulen und Erziehungsrat - die Zweierdelegationen des Erziehungsrats (13.03.2017 10:37)


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