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Trotz Abwasser gute Wasserqualität der Steinacherbucht

Bodensee und Steinach profitieren von abgestimmten Massnahmen

Untersuchungen zeigen, dass die Wasserqualität des Bodensees in der Bucht zwischen Arbon und Steinach gut ist. Befürchtungen, dass die Qualität durch die zusätzliche Einleitung des gereinigten Abwassers aus der Abwasserreinigungsanlage (ARA) St.Gallen‑Hofen leiden könnte, sind nicht eingetroffen. Erfüllt haben sich jedoch die Erwartungen, dass die Wasserqualität der Steinach deutlich besser wird und sich die Wasserlebewesen langsam erholen.


Seit Juni 2014 fliesst das gereinigte Abwasser der ARA St.Gallen-Hofen nicht mehr direkt in die Steinach. Es gelangt in einer Druckleitung in das Kleinwasserkraftwerk auf dem Areal der ARA Morgental in Steinach. Seither fliesst mehr als doppelt so viel gereinigtes Abwasser über eine neue Leitung in den See vor der Steinacherbucht. Die Wasserqualität wird dadurch nicht beeinträchtigt. Im Gegenteil: Das gesamte Ökosystem in der Mündung des Flüsschens Steinach und der Steinacherbucht profitieren von diesen Massnahmen, in die rund 25 Millionen Franken investiert wurden.

 

Wasserqualität in Bucht und See bleibt konstant

 

Im Jahr 2014 wurde eine neue Seeleitung in Betrieb genommen. Das gereinigte Abwasser der ARA St.Gallen‑Hofen und Morgental gelangt seither rund 1,3 Kilometer vom Ufer entfernt in einer Tiefe von 26 Metern in den Bodensee. Bei trockenem Wetter fliesst heute täglich rund 28‘000 Kubikmeter gereinigtes Abwasser in die Bucht vor Steinach. Fast zwei Drittel davon stammen aus der ARA St.Gallen‑Hofen. Um herauszufinden, wie sich die erhöhten Mengen gereinigten Abwassers auswirken, wurde vor und nach dem Bau der neuen Seeleitung die Wasserqualität an mehreren Stellen in der Steinacherbucht und im Mündungsbereich der Steinach untersucht. Die Resultate sind erfreulich. In der Bucht und im offenen See wird die Wasserqualität durch das zusätzliche Abwasser nicht messbar beeinträchtigt. Im Bereich der Mündung der Steinach ist sie heute deutlich besser. Das Baden beim Seebad Steinach ist nach wie vor bedenkenlos möglich und die Belastung mit Keimen beim Mobilheim‑Park Weidenhof ist geringer als zuvor. Das Wasser dort weist nun fast immer die beste Qualitätsklasse auf.

 

 

Der Steinach geht es besser

 

Bis im Mai 2014 flossen im Unterlauf des Flüsschens Steinach bei Niederwasser bis zu 80 Prozent gereinigtes Abwasser aus der ARA St.Gallen‑Hofen. Trotz guter Reinigungsleistung der ARA war die Wasserqualität in der Steinach schlecht. Die gesetzlichen Anforderungen waren jahrelang nicht erfüllt. Zudem störten der Geruch nach Abwasser, die Schaumbildung und die Trübung des Wassers das äusserliche Bild. Durch die Ableitung des gereinigten Abwassers direkt zum See hat sich die Gewässerqualität der Steinach markant verbessert. Auch wenn die Ufer im Unterlauf der Steinach stark verbaut sind, haben sich dank der besseren Wasserqualität viele Wasserlebewesen wie Insektenlarven, Würmer oder Schnecken erholt. Besonders erfreulich ist, dass wieder Larven der empfindlichen Steinfliege gefunden werden.

 

Mikroverunreinigungen eliminieren

 

Nach dem Bau der Ableitung des Abwassers der ARA St.Gallen‑Hofen wird  nun eine zusätzliche Reinigungsstufe, die Mikroverunreinigungen eliminiert, eingesetzt. Damit wird ein politisches Versprechen eingelöst. Da das gereinigte Abwasser der ARA St.Gallen‑Hofen auf das Areal der ARA Morgental geleitet wird, können die Abwässer beider Anlagen in einer gemeinsamen Verfahrensstufe behandelt werden. Das wirkt sich positiv auf die Kosten aus. Die gemeinsame Behandlung wird voraussichtlich ab dem Jahr 2022 möglich. Das Abwasser wird damit weitgehend von unerwünschten Spurenstoffen befreit.

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